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Community-Fieber IT-Giganten stricken am Menschen-Netz

2. Teil: Raus aus der Zwangsjacke Facebook! Rein in etwas völlig Neues!

Facebook ist derzeit zwar offen - aber eben noch nicht ganz. Jeder kann Anwendungen für das einstige Studentennetzwerk entwickeln, sich gewissermaßen in Facebooks Social Graph einhängen und auch Geld damit verdienen. Aus Facebook heraus dringt bislang allerdings wenig - die Möglichkeit etwa, das eigene Aktivitäts-Protokoll zu exportieren und in die eigene Blog-Seite einzubinden, besteht nicht. Facebook kann mittlerweile per Suchmaschine durchsucht werden, ein bisschen Information dringt also auch von drinnen nach draußen. Manchem geht selbst dieser Schritt schon zu weit - und manchem nicht weit genug. " Wenn Facebook zu 98 Prozent offen ist, will Google 100 Prozent erreichen", orakelte kürzlich das Tech-Blog Techcrunch. Inzwischen übernehmen den Job der Community-Verknüpfung andere: Etwa der eben in Betaphase gestartete Anbieter Fuser, der Netzwerk-Informationen aus MySpace und Facebook mit E-Mail-Eingängen verknüpfen will - auf einer einzigen Seite.

Die Tech-Freaks aus Kalifornien beginnen denn auch, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg immer lauter zu kritisieren. Facebook drohe, seine Nutzer einzusperren und damit zu dem zu werden, "was AOL in den Neunzigern war", schrieb David Recordon - übrigens Fitzpatricks Nachfolger bei SixApart. Das AOL-Konzept des "ummauerten Gartens" inmitten eines freien und offenen Internets gilt als auf ganzer Linie gescheitert.

Offenes Netz aus Profilen und Avataren?

Fitzpatrick, die Autoren der "Grundrechtecharta fürs soziale Web" und viele andere wollen den Nutzer und seinen Freundeskreis aus den ummauerten Gärten befreien - und wenn ein Unternehmen die Marktmacht hat, einen solchen Plan durchzusetzen, dann ist es Google. Für den 5. November haben die Suchmaschinisten eine Enthüllung angekündigt - es könnte gut sein, dass es sich um die ersten Schritte zum globalen Super-Graph handelt. Beobachter erwarten, dass zunächst Verknüpfungen von Googles personalisierbarer Startseite iGoogle und dem hauseigenen, global allerdings nur mäßig erfolgreichem Community-Angebot Orkut realisiert werden. Mit Fitzpatrick am Ruder ist jedenfalls wahrscheinlich, dass Google das Thema soziale Verknüpfungen im Netz auf eine neue Stufe heben will - womöglich gleich in doppelter Hinsicht, nicht nur als Super-Graph, sondern auch als 3-D-Anwendung.

Für die Nutzer ist das gut - wenn die Entwickler sich an die eigenen hehren Regeln zum Schutz von Nutzerdaten und Privatsphäre halten. Für Vermarkter dagegen wäre das soziale Supernetz eine völlig neue Plattform, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt - ein Netzwerk, das womöglich jeden Einkauf bei Amazon, jeden Song-Download bei iTunes und jedes online gekaufte Konzert-Ticket an alle Freunde des Käufers weitermeldet - wo auch immer die sich aufhalten. Die Vermarkter jauchzen schon.

Wenn die Gerüchte über Testläufe in einer digitalen 3-D-Welt auf Basis von Google Earth stimmen, könnten die Suchmaschinisten das Ganze mit einer Art "Second Life" auf der echten Weltkugel flankieren - das können die anderen noch nicht. Das Ergebnis wäre etwas ganz Neues: ein offenes Netz aus Profilen und Avataren, virtuellen und echten Freunden und Bekannten, das den digitalen Globus ebenso umspannt wie den realen.

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insgesamt 12 Beiträge
atu 25.09.2007
Nun wie bei allen Produkten die Abnehmer suchen wird solange auf den potentiellen Kunden eingedrescht bis er tatsächlich der Überzeugung ist, dass er nicht mehr ohne leben kann. Vielleicht brauchen wir das alles nicht und [...]
Nun wie bei allen Produkten die Abnehmer suchen wird solange auf den potentiellen Kunden eingedrescht bis er tatsächlich der Überzeugung ist, dass er nicht mehr ohne leben kann. Vielleicht brauchen wir das alles nicht und einige verdienen sich nur eine goldene Nase damit. Aber versuchen wir es doch mal mit folgendem Szenario: Stecker raus, Fenster auf und raus mit der Kiste.
M@ESW 25.09.2007
Ich glaube irgendwie das die Werbeleute mal wieder den Wert dieser automatischen Weiterleitung jedes Fliegenschiss den einer User tut an alle seine Kontakte maßlos übertreiben. Wenn ich also 100 Kontakte habe und jeder macht am [...]
Ich glaube irgendwie das die Werbeleute mal wieder den Wert dieser automatischen Weiterleitung jedes Fliegenschiss den einer User tut an alle seine Kontakte maßlos übertreiben. Wenn ich also 100 Kontakte habe und jeder macht am Tag 3 Sachen bekomme ich also 300 Hinweise? Die liest sich doch keiner mehr durch und daher landen die doch bei 99% sofort ungelesen im Papierkorb. Das ist Spam der übelsten Sorte, soviel hält doch gar keine Inbox mehr aus.
Fanuta 25.09.2007
Oh Mann was bin ich froh, dass ich mich nie da angemeldet habe und werde es wohl auch nie tun ich hatte mich mal bei Stayfriends angemeldet, aber nach dem ich meine kompletten Daten im Netz bei google wiederfand habe ich meine [...]
Oh Mann was bin ich froh, dass ich mich nie da angemeldet habe und werde es wohl auch nie tun ich hatte mich mal bei Stayfriends angemeldet, aber nach dem ich meine kompletten Daten im Netz bei google wiederfand habe ich meine Account sofort gelöscht. Es macht den Anschein, dass junge Menschen die mit dem Netz aufgewachsen sind immer naiver werden auch wenn sie studiert haben, ihre Daten so einfach preisgeben ohne zu wissen was damit geschieht. Es ist ja kaum zu glauben wie dumm solche Leute sind, mit den persönlichen Daten werden Seiten wie Facebook reichgemacht die werden dann superereich nur weil so stupide Studenten und anderes Volk ihre Daten da einspeisen. Wie kann man nur so dumm und so primitiv naiv sein. Nun kann ich den Leuten sagen die sich dort eingetragen haben bei Facebook die machen mit euren Daten Geld und veröffentlichen diese bei der Google Spy Hexe fragt doch ob die euch an dem Gewinn beteiligen, es sind ja eure guten Daten die ihr dummerweise in Hände von Datenvergewaltigern preis gegeben habt. Wirklich sehr naiv die jungen Leute von heute.
Eiermann 25.09.2007
Die Verknüpfung und Bündelung der Profile der unzähligen Communities auf einer oder mehreren zentralen Plattformen halte ich geradezu für eine Notwendigkeit. Dabei handelt es sich um eines der nächsten "großen Dinger". [...]
Die Verknüpfung und Bündelung der Profile der unzähligen Communities auf einer oder mehreren zentralen Plattformen halte ich geradezu für eine Notwendigkeit. Dabei handelt es sich um eines der nächsten "großen Dinger". Das dürfte das Stöbern in Communities wie einst Google die Websuche enorm erleichtern.
Thommy1979 25.09.2007
Missbrauch droht immer. Die Frage ist, wer braucht denn schon Communities? Wenn man ehrlich ist und auf sinnlose Spielereien verzichten kann, erkennt man, dass Communities und dergleichen völlig frei von Nutzen sind. Ich, im [...]
Zitat von sysopNetz-Aktivisten fordern es, Google arbeitet angeblich daran - sollen persönliche Informationen aus den Communities befreit und allgemein zugänglich werden? Oder droht Missbrauch?
Missbrauch droht immer. Die Frage ist, wer braucht denn schon Communities? Wenn man ehrlich ist und auf sinnlose Spielereien verzichten kann, erkennt man, dass Communities und dergleichen völlig frei von Nutzen sind. Ich, im Netz unterwegs seit ca.1997, bin jedenfalls froh, dass mein Name bzw. private Daten, niemals bei irgendwelchen Suchmaschinen auftauch(t)en und das bleibt auch so. Wer sich mit echten Daten irgendwo anmeldet, dem ist eh nicht mehr zu helfen.
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