Von Felix Knoke
Wohl zum ersten Mal in der Firmengeschichte befreit Microsoft ein Produkt von einer Raubkopiersperre, damit es größere Marktanteile bekommt.
Der Internet Explorer 7 – wie viele andere Microsoft-Produkte – prüft bei der Installation, ob er auf eine gültige Windows-Kopie aufgespielt werden soll. Scheitert die Überprüfung, verweigert das Programm seine Installation.
Das sogenannte "Installation and Availability Update" entfernt nun diesen "Windows Genuine Advantage (WGA)" genannten Schutz zunächst nur von der Windows-XP-Version des hauseigenen Browsers. Ohne das lästige WGA, denkt sich Microsoft vielleicht, installieren mehr Leute den Microsoft-Browser. Bei den Marktanteilen führt Microsoft laut den aktuellen Statistiken von NetApplications: 77,86 Prozent hat der Microsoft Internet Explorer, es folgt Firefox mit 14,88 Prozent, Apples Safari-Browser weit abgeschlagen mit 5,07 Prozent.
Wobei festzuhalten ist: Je nach Tageszeit schwankt die Verteilung von Browsern gewaltig. Das liegt wohl daran, dass viele Anwender zu Hause einen anderen Browser einsetzen als im Büro. Dort läuft nämlich noch meistens der Internet Explorer, gerne auch in einer alten 5er-Version.
Um die Betriebssysteme steht es ähnlich: Windows Vista baute im September seinen Marktanteil aus, Mac OS X legte nur ein wenig zu. Vista kommt mit einem Plus von über einem Prozentpunkt auf 7,38 Prozent, sowohl Windows XP als auch 2000 verloren ein wenig – Windows 2000 sinkt auf 3,32 Prozent, XP führt mit einem Prozentpunkt Verlust aber noch immer mit 79,32 Prozent.
Mac OS X kommt auf gerade einmal 6,61 Prozent Marktanteil – der aber in den letzten Monaten stetig steigt. Wohl, weil Apple mit dem iPod und dem iPhone viel Kundeninteresse auf sich ziehen konnte.
Kreditkartendiebstahl beim Kartenhaus
Der Hamburger Ticketverkäufer Kartenhaus warnt: Wir sind Opfer eines Hackerangriffs geworden, die Kreditkartendaten unserer Kunden wurden wahrscheinlich geklaut!
Vom Datendiebstahl betroffen sei, wer zwischen dem 24. Oktober 2006 und dem 30. September 2007 über die Webseite www.kartenhaus.de per Kreditkarte ein Ticket gekauft hat. Ausgenommen seien Käufer von Tickets für Spiele von Hertha BSC, des HSV Handball sowie Veranstaltungen der Eishockeymannschaft Eisbären Berlin. Wer hinter den Hackerangriffen steckt und wie der oder die Täter sich Zugriff auf den Server verschafften, ist nicht bekannt.
Die Kartenhaus-Muttergesellschaft Ticketmaster rät Kunden, ihre Kreditkartenabrechnungen so schnell wie möglich auf Auffälligkeiten hin zu kontrollieren und gegebenenfalls Kontakt mit dem Kreditkarteninstitut aufzunehmen.
Großbritannien: Kostenloses Wifi mit Fon
Zusammen mit der British Telecom will die Wifi-Community Fon das gesamte Vereinigte Königreich mit einem Netz aus Hunderttausenden W-Lan-Hotspots überziehen. Jedes Mitglied der BT Fon-Community kann dann kostenlos auf diese privaten Hotspots zugreifen.
Auch in Deutschland, schreibt das deutsche Fon-Blog, laufen derzeit Verhandlungen mit Telekommunikationsunternehmen, um ein ähnliches Modell auch hier anbieten zu können.
Fon ist die weltweit größte Wifi-Community. Wer über einen speziellen Fon-Router einen Teil seiner Bandbreite anderen Usern zur Verfügung stellt, kann wiederum auf die Funknetzwerke der anderen sogenannten Foneros zugreifen. Wer kein Mitglied bei Fon ist, zahlt pro Tag 3 Euro für die Benutzung des Fon-Netzes.
Facebook: "Friend request" bringt Mann in den Knast
Dillon Osborn wollte angeblich nur die Hochzeitsbilder seines Freundes beim Social Network Facebook anschauen. Doch die Website verschickte automatisch einen "Friend request", ein "Willst Du mein Freund sein?", an seine Ex-Frau – von der sich Osborn per richterlicher Anordnung fernzuhalten hat. Osborn hatte seine Frau mit Telefonanrufen und SMS bombardiert. Der Richter ließ Osborn damals gegen Auflagen wieder auf freien Fuß.
Mit dem Online-Freundschaftsangebot verstieß Osborn gegen die Auflagen und verschwand erst mal für eine Woche im Gefängnis.
Doch Osborn fühlt sich unschuldig: Nicht er habe um Web-Freundschaft mit seiner Frau gebeten, sondern die Facebook-Website. Ganz automatisch. Ohne sein Zutun. Gegenüber dem Daily Telegraph gab er an, dass der Registrierungsvorgang bei Facebook ihn verwirrt habe. Er glaube, dass der Richter nicht verstanden habe, wie Facebook funktioniert. "Die Leute auf Facebook sollten vorsichtig sein, weil genau so etwas auch ihnen schnell einmal passieren könnte."
Der dänische Geheimdienst und die Vorratsdatenspeicherung
Im Herbst wird in Deutschland ein Gesetz vom Bundestag verabschiedet, das die Vorratsdatenspeicherung ermöglicht. Damit sollen alle Internet-, E-Mail- und SMS-Aktivitäten für ein halbes Jahr gespeichert werden. Inhalte werden zwar nicht gespeichert, trotzdem bieten diese Daten reichlich Einblick ins persönliche Kommunikationsverhalten.
In Dänemark ist man da schon weiter: Dort müssen die Internet- und Telefonanbieter alle Verbindungsdaten ihrer Kunden speichern und auf Wunsch dem Geheimdienst zur Verfügung stellen. Der freilich ist völlig überfordert von der tollen Datenflut und muss jetzt Privatleute zur Auswertung rekrutieren.
Launig analysiert die "Berliner Zeitung" diesen bedenklichen Vorgang, lässt Kritiker zu Wort kommen und porträtiert überdies ganz normale Dänen wie den 24-jährigen Martin Philip Hansen, der plötzlich von Geheimdienst-Headhuntern kontaktiert wurde und darauf Seltsames erlebte.
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