ThemaNetztickerRSS

Alle Kolumnen

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
10.10.2007
 

Netzwelt-Ticker

Google kauft sich was

Von Richard Meusers

Mit vollen Kassen ist Innovation leicht gekauft. Der Internet-Konzern Google macht vor, wie es geht und übernimmt den Microblogging-Dienst Jaiku - der prima zur GPhone-Software passen würde. Das und mehr im Nachrichtenüberblick.

Microblogging-Dienste wie Twitter sind in der großen weiten Welt des Web 2.0 schwer angesagt, weil ihre Nutzer nutzlos Kurznachrichten online stellen dürfen. Google kann diesem Trend nicht tatenlos zusehen und tut das, was es immer tut: kaufen. Allerdings nicht, was naheliegt, also Twitter, sondern ein finnisches Startup namens Jaiku.

Google liebt Jaiku: Die Suchmaschine kauft sich mit dem Community-Dienst Extrapunkte für seine GPhone-Software
Zur Großansicht
SPIEGEL ONLINE

Google liebt Jaiku: Die Suchmaschine kauft sich mit dem Community-Dienst Extrapunkte für seine GPhone-Software

Google-Produktmanager Tony Hsieh bestätigte entsprechende Gerüchte, nannte aber keinen Kaufpreis für die erst im vergangenen Jahr gegründete Firma.

Das Unternehmen bietet ein Instant-Messaging-Tool an, mit dessen Hilfe Kurztexte vom Handy auf ein Blog geschickt werden können. So bleibt die Schar der angemeldeten Freunde stets darüber im Bilde, was man gerade so treibt. Eine eingeschränkte Freigabe der Nachrichten soll dabei dem persönlichen Datenschutz dienen.

Mit der vergleichsweise kleinen Akquise haben die Suchmaschinenbetreiber einen wichtigen Schritt in Richtung mobiler Internetdienste getan. Außerdem sollte der Kauf auch angesichts der erwarteten GPhone-Software gesehen werden, die sich mit dem Zukauf sicherlich nett aufwerten lässt.

Google Earth kooperiert mit 3D-Gaming-Firma

Multiverse Network geht mit Google zusammen, meldet news.com. Die Entwicklerplattform für 3D-Spiele wird demnächst Zugriff auf zahlreiche dreidimensionale Modelle aus Google Sketchup und dem Online-Globus Google Earth erhalten. Heute wird das Projekt auf der Virtual Worlds Conference in San Jose unter dem Namen Architectural Wonders vorgestellt.

Multiverse-Chef Corey Bridges erklärte, man habe bereits ein Tool zur Implementierung kompletter 3D-Stadtmodelle entwickelt. Wer also zum Beispiel ein Spielszenario in der Stadtmitte von San Francisco ansiedeln will, muss diese nicht mehr umständlich selbst programmieren, sondern kann seine Entwürfe mit Straßen, Gebäuden, Texturen und Geländeeigenschaften möblieren, die Google Earth für ihn bereithält.

Von wegen "papierloses Büro"!

Da haben wir schon vor zehn Jahren nur noch müde gelächelt, wenn die Rede mal wieder auf die schöne, neue Computerwelt und das papierlose Büro kam. Von der Realität ist dieser Traum heute weiter denn je entfernt.

Die Zahl des Tages kommt daher auch von Umwelt- und Verbraucherschützern: Sage und schreibe 252,7 kg Papier, eine Vierteltonne, verbrauchte jeder Deutsche im vergangenen Jahr. Damit hat sich der Papierverbrauch im letzten halben Jahrhundert mehr als verachtfacht, wie die Verbraucherzentralen mitteilen. Sie fordern eine deutliche Senkung des Papierverbrauchs. Schon simple Maßnahmen könnten zu einer Senkung beitragen.

"Die doppelseitige Voreinstellung am Drucker muss ebenso normal werden wie der Einsatz von Recyclingpapier", so Verbandschef Gerd Billen. Der Staat müsse im Rahmen eine Nationalen Aktionsplans verbindliche Papiereinsparquoten vorgeben, den Verbrauch in öffentlichen Verwaltungen erfassen und senken.

Ob dadurch der Papierverbrauch wirksam verringert werden kann?

Sicher ist (zu) sicher

Wer hundertprozentig auf Nummer sicher gehen will, verwendet ein Kondom, das an beiden Seiten geschlossen ist. Klingt blöd? Aber ja. Trotzdem ist genau das die neueste Idee der Kopierschützer im Kampf gegen Hacker und Film-Enthusiasten, die ihre Filme nur einmal auf ihre Festplatte kopieren wollen, wie das "Wall Street Journal" anmerkt.

Um diesen bösen Umtrieben einen effizienten Riegel vorzuschieben, sind die DRM-Maßnahmen für die neuesten High-Definition-DVDs so rigide, dass sich die Scheiben in manchen Geräten nicht einmal mehr abspielen lassen.

Bislang war das Kampfgeschehen für die Filmindustrie von Niederlagen geprägt. Jedes Kopierschutzverfahren, ob für Blu-ray oder HD DVD, wurde früher oder später entschlüsselt. Was zur Folge hat, dass Kinofilme in bester Qualität in einschlägigen Tauschbörsen zu beziehen sind.

Wenn man also die Leute einzig auf die Weise hindern kann, Filme illegal zu verbreiten, indem man selbst das Anschauen unterbindet, dann klingt das nicht sehr intelligent. Aber immerhin sehr, sehr konsequent.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
alles aus der Rubrik Web
alles zum Thema Netzticker

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP