Von Konrad Lischka
Die Illustrationen in diesem Patentantrag wirken, als ginge es um die inzwischen weltbekannte iPhone-Benutzeroberfläche. Fotos kann man wie Seiten in einem Album durchblättern, neben den Rändern eines Bildes lugen andere hervor. Der 3D-Effekt ist vom Plattencover-Flow in Apple iTunes-Musiksoftware bekannt.
Die Illustrationen, um die es hier geht, zieren allerdings einen Patentantrag, den Microsoft im Juni 2006 eingereicht hat.
Gegenstand: "Erweiterbare, gefilterte Listen für Benutzeroberflächen von mobilen Endgeräten". Microsoft will mit dem Antrag ein Prinzip patentieren, wie Dateien auf Mobilgeräten angezeigt werden. Der Nutzer soll Dateien in "erweiterbaren, frei bestimmbaren Gruppen" ordnen können. Die Software soll es ermöglichen, "Dateien und Aufgaben zu finden, die für den bestimmten Nutzer relevant sind". Das klingt sehr, sehr vage und bekannt.
Trotzdem könnten die US-Behörden Microsoft das Patent zugestehen - und der Konzern hätte ein wunderbares Mittel, um Apple zu triezen. Das ist 2005 schon einmal passiert. Damals hat das US-Patentamt einen Antrag von Apple auf eine "grafische Benutzeroberfläche und Methoden zu ihrer Anwendung in einem Multimedia-Player" (sprich: iPod) abgelehnt. Die Begründung: Der Microsoft-Mitarbeiter John Platt habe fünf Monate zuvor einen zu ähnlichen Patentantrag eingereicht.
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