Von Frank Patalong
Das zweite "Web 2.0"-Element im Angebot ist Geo-Tagging. Die Nachrichten sind mit Orten verknüpft, und wo das nicht so ist, kann der Leser dafür sorgen. Er kann sie kommentieren, wenn er will. Er kann in seinem Blog - im optisch vom Hauptangebot abgesetzten, aber voll integrierten Community-Bereich - selbst darüber schreiben. Den angemeldeten Leser begleitet eine Karte des Ruhrgebiets durch das Angebot, die nicht nur ihn selbst geografisch verortet, sondern ihm auch zeigt, wer in seinem Umfeld noch so alles aktiv ist - und vor allem, was dort los ist.
So wird das Klicken in der Karte zur alternativen Navigation: Im Idealfall entdeckt man so, dass vier Straßen entfernt am Dienstagabend ein interessantes Konzert steigt. Oder, dass der Stadtrat gerade beschlossen hat, vor der Haustür den Kanal aufzureißen. Nachrichten, Service und Kontakte werden zu Assets einer ganz persönlichen Umgebung.
Das ist das genaue Gegenteil einer Entfernung vom lokalen Kontext, die man dem "Westen" vorab unterstellt hatte. Viel tiefer kann man sich online in einer Region kaum verwurzeln. Beeindruckend geschickt führt "DerWesten" dabei Zeitungsinhalte, Beiträge der Online-Redaktion und Community-Beiträge zusammen, ohne sie über Gebühr zu vermengen.
Zumindest in der Theorie, denn wo soll all der wertvolle Content denn herkommen?
Borchert ist sich sicher, dass es klappt. "Wir haben in den letzten Wochen fast 900 Redakteure geschult", sagt sie. Einmal quer durch alle Hierarchien, alle Lokalredaktionen. Denn alle WAZ'ler sind am "Westen" beteiligt.
Das Ziel: Online völlig neue Leser
"Fünf Artikel", erklärt Borchert, "sollte jede Lokalredaktion am Tag beisteuern." Das ist eine Unmenge Holz, denn die "WAZ"-Gruppe hat allein 94 Lokalredaktionen, die 140 Städteseiten bestücken. Dazu kommen noch vier Mantelredaktionen, mittelfristig sollen auch die Radiosender zum Angebot beitragen. Damit das alles klappt, sitzt in jeder Redaktionskonferenz, in jedem Newsroom ein Redakteur, der die Verbindung zur Online-Redaktion hält.
Die produziert letztlich eine Art Mantelseite, auf der die tagesaktuell wichtigen Nachrichten abgebildet werden - und mehr. Denn Borchert will mit dem 20 Köpfe starken Team, in dem tatsächlich die Frauen überwiegen, vor allem auch "die schönen Geschichten" machen, "die auch eine etwas längere Halbwertszeit haben".
Inwieweit das gelingt, wird man abwarten müssen: Bisher macht das Angebot vor allem in den Tiefen, in den Regionen und in der Community einen sehr starken Eindruck, während sich das auf der sehr reduzierten Hauptseite nicht unbedingt erschließt. Aber die "WAZ" ist auch nicht CNN, sondern eine Regionalzeitung: Auch "DerWesten" wuchert mit diesem Pfund - konsequenter hat das online noch niemand versucht.
Genau da liegt auch Borcherts Ehrgeiz. Sie will "die meistgelesene Webseite in der Region" produzieren. Dass das Nachrichten-Frontend den Print-Redaktionen der Gruppe Konkurrenz macht, lässt sie nicht gelten: "Wer online Nachrichten lesen will, kriegt die überall. Er fängt ja nicht wieder an, Zeitung zu lesen, nur weil wir nichts tun."
Aber vielleicht, weil "DerWesten" die Zeitung erst bekannt macht. Derzeit, sagt Borchert, seien "rund 50 Prozent" aller Online-Leser der "WAZ"-Gruppe Abonnenten der Blätter. Da will sie weg: "Fünf bis zehn Prozent wären gut, denn das würde heißen, dass wir online völlig neue Lesergruppen erschlossen hätten."
Montag geht's los.
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Gut, nennen wir es gecloned. :-) mehr...
Kesse Behauptung! Geklaut wurde hier sicher nichts. In diesem Fall wäre der Artikel sicher nicht so positiv ausgefallen. Auch die WAZ hält sich mit ihrem neuen Internetauftritt an moderne Layout-Vorgaben, die dem Besucher [...] mehr...
Mal im Ernst. Was soll der Artikel und vor allem Die Diskussion darum bringen? Hey, das Frontdesign wurde von spon geklaut. Schämt auch WAZ mehr...
Der Ansatz ist sehr interessant. Zusammenhänge werden visualisiert und können per Mapping, medialer Information und besonders per dargestellter Vernetzung über Locations eine neue Dimension erhalten. mehr...
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