Von Frank Patalong
Hulu, das im März 2007 angekündigte gemeinsame Videoportal der US-Fernsehsender Fox und NBC, nahm am Montagabend seinen Betrieb auf. In den USA ist das eine durchaus große Nachricht: IPTV gilt dort schon jetzt als heftig umkämpfter Markt, und Hulu ist die erste ernstzunehmende Antwort der etablierten Sender auf die populären Start-ups aus der Web-Szene. Hulu, meldete darum wohl auch die Nachrichtenagentur Reuters fälschlich, gehe als "Alternative zu YouTube" an den Start.
Was für ein krasses Missverständnis. YouTube kennt zwar jeder, hat aber absolut nichts mit der Sache zu tun: YouTube ist unprofessionelles Laien- und Häppchen-TV, Hulu ist hoch aktuelles Video on demand.
Hulu wird in Stellung gebracht gegen Videoportale wie Ouou, Toudou, Dailymotion, Joox, Stage6 oder Veoh. Die werden zwar von Millionen genutzt, aber selbst von den Nutzern kaum wahrgenommen: Es sind Dienste, bei denen man wie bei YouTube Videos hinterlegen kann, die aber bisher einer weniger rigiden Kontrolle unterliegen. Also schaufeln die lieben Nutzer so viel TV-Inhalte und Filme darauf, wie es geht.
Erschlossen werden diese unlizenzierten Programmbestände über TV- und Filmlink-Sammelseiten wie OVGuide, Nabolister, Peekvid, Openflv oder - bis vergangene Woche - vor allem von TV-Links. Kommerziell konkurrieren sie mit den Videoportalen anderer Sender oder derer Koop-Partner. Hulu und YouTube haben also in etwa soviel gemein wie ein Regionalbahnhof mit einer Skateboard-Bahn.
Je illegaler, desto erfolgreicher
Denn Internet-TV gibt es in drei großen Varianten. Die eine kennen wir alle aus der Werbung: Es sind die IPTV-, Video-on-demand- oder Triple-Play-Angebote der Telekommunikationsfirmen wie T-Online-Vision der Telekom oder maxdome von ProSiebenSat.1 und United Internet.
Letztlich bieten sie Alternativen zum Kabelfernsehen und kombinieren das mit Online-Videotheken. Sie sind legal, kostenpflichtig und geben keine Auskunft darüber, wie viele Abonnenten sie bisher gewinnen konnten. Das liegt wahrscheinlich nicht an übergroßer Bescheidenheit, sondern eher am Schamgefühl.
Die andere Variante wird inzwischen wohl von den meisten Internet-Nutzern genutzt. Es sind die YouTubes und MyVideos dieser Welt, die vor allem ein Kontrastprogramm aus geklauten Videohäppchen, Heimvideos und selbst produzierten Clips bieten. Die Presse liebt sie wegen all der Skurrilitäten, die man dort findet, das herkömmliche Fernsehen liebt sie, weil man sich dort billig kleine Trash-Formate zusammenklauen und es als Kreativität verkaufen kann.
Community-aktive Webnutzer wiederum lieben sie, weil sie den Rohstoff für in Profilseiten eingebundene Videoclips liefern. Sie leben von eingeschworenen Hardcore-Nutzern meist pubertären Alters und der Hoffnung, dass sich nicht zu schnell herumspricht, dass sie ihre besten Zeiten bereits hinter sich haben.
Und dann gibt es Fernsehen im Netz - überall und jederzeit, in Qualitäten von YouTube - also schlecht - bis absolute Spitze. Das ist das Web-TV, an dem inzwischen wohl die meisten Nutzer ihre Freude haben - bisher zumindest.
Denn diese Konkurrenz ist in den Augen der Entertainment-Branche das Gefährlichste, was das Internet seit Napster und P2P hervorgebracht hat. Ihre erste Antwort darauf bestand aus ersten Klagen und Razzien einerseits - und Hulu andererseits.
Ergo: Hauptsache kostenlos
Die gemeinsame Senderplattform, die Filme und Serienformate auch an Partner wie AOL, MSN, MySpace, Yahoo und Comcast liefern wird, konnte mittlerweile auch Sony und Metro-Goldwyn-Mayer als Content-Partner gewinnen. Sie alle haben vor, genau das zu tun, was bei Veoh, Stage6, Dailymotion und Co. durch die User geschieht: vollständige Videos im Web per Stream mit hoher Qualität zu verteilen. Und zwar in geregelten Bahnen und lizenziert, zugleich aber kostenfrei - und wie im klassischen Fernsehen durch Unterbrecherwerbung finanziert.
Eigentlich sind das gute Zeichen für die Fans des Web-TV, denn zeitweilig schien alles darauf hinzudeuten, dass sich die TV-Welt in eine Fee- oder Pay-TV-Welt einerseits, in eine so kosten- wie hirnlose Trash-TV-Welt andererseits entwickeln würde. Schon die Erstauswahl der Hulu-Programme verspricht aber nichts Schlechtes: Außer zahlreichen Klassikern finden sich auch neueste Blockbuster-Serien wie "Heroes" darunter.
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Das Fernsehen der Zukunft wird zu sehen sein mit Fernsehern, die einen nicht kleinen Untertitelstreifen unter dem Bld ziegen können, an Stelle von in obiger Ecke fuchtelnder Hörlosengestik, wie manchmal zu sehen (z.B. bei [...] mehr...
Es wird so sein wie die meisten Deutschen es wünschen. Wenn das so weiter geht noch flacher. So flach das man nicht mehr denken muss. So wie es gewünscht wird. Und bitte keine Informationen die was beibringen, was wäre ja mit [...] mehr...
http://www2.tu-ilmenau.de/deep-ilmpact/ Mehr Wissen, mehr Mitspracherecht, mehr Mitmachen von daheim aus. Leider gibts selbst auf Youtube nicht viel dazu finden. mehr...
Das stichwort ist "mehr" - mehr trash, mehr dokus, mehr mehr mehr. Durch die Digitalen Sender werden wir hier amerikanische verhältnisse bekommen (...) + iptv, streaming etc... was ist denn das für ein frage? mehr...
Wann kann ich endlich 4-K Auflösung mit Wohnzimmerwand großem Bild mit 22.2-Ton, Real Surround, 12 X 3000 Watt, 8 Million:1 Kontrast, Richterin Salesch und GZSZ sehen ???? Ich kann es kaum abwarten ! mehr...
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