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23.11.2007
 

Privatsphäre

Die Gefahren des sozialen Netzes

Von Felix Knoke

2. Teil: Digitale Dossiers - was man durch Profilseiten über Menschen erfahren kann

Digitale Dossiers

Was man heute durch Einsicht in eine Profilseite bei einem Social Network über Menschen erfahren kann, was gar durch die Kombination mehrerer solcher Profile, dafür hätte man früher eine Detektei beauftragen müssen: Zukünftige Arbeitgeber, Ehepartner, missgünstige Kollegen - sie alle können ohne großen Aufwand die verschiedenen Profile und Online-Beiträge einer bestimmten Person herunterladen und abspeichern und so ein digitales Dossier persönlicher Daten zusammenstellen. Außerhalb des Webangebotes kann diese Information peinlich bis schädlich wirken.

Sammlungen zweitrangiger Daten

Provider und Dienstanbieter sammeln Daten über alles, was die Surfer in ihrem Lieblingsnetz so treiben. Diese Daten gelten als sehr wertvoll - zum Beispiel beim Verkauf an Adresshändler. Facebook vermarktet sie gleich selbst.

Unfreiwillige Verlinkung

In vielen sozialen Netzwerken, etwa StudiVZ oder Flickr, können die User ihre oder fremde Bilder mit Schlagwörtern oder Links versehen und dadurch noch weiter vernetzen. Das wird unter dem Begriff des semantischen Netzes abgefeiert, birgt jedoch auch Gefahren, wenn eigentlich unerwünschte Beziehungen zwischen Bildern und Usern hergestellt werden oder diese Links und Bezeichnungen nicht vom betroffenen User gelöscht oder verändert werden können.

Komplette Accountlöschung

Zwar bieten die meisten sozialen Netzwerke eine Möglichkeit an, das eigene Profil komplett zu löschen. Oft bleiben aber Kommentare, die einst an anderer Stelle geschrieben wurde oder die Auszeichnungen von Bildern von Personen auf fremden Profilen bestehen.

Gesichtserkennung

Die schnellen Fortschritte der automatischen Erkennung von Gesichtern auf Standbildern und Videos führen auch dazu, dass im großen Stile das Netz nach Fotos von bestimmten Personen durchsiebt werden kann - um noch mehr Informationen in die digitalen Dossiers einzubinden.

Außerdem ist es so möglich, dass eigentlich anonyme, aber bebilderte Profile einer konkreten Person zugeordnet werden können. Wer das gleiche Bild in einem nicht-anonymen Blog und einem anonymen Flirtprofil verwendet, flirtet nicht mehr anonym.

Bildinhaltsbasierte Suche

Bilder können automatisch auf ihre Inhalte hin untersucht werden. Eine Software erkennt Bildbestandteile wie Einrichtungsgegenstände, Umgebung, Sehenswürdigkeiten. Zusammen mit der Analyse des umgebenden Textes können noch mehr Informationen den digitalen Dossiers hinzugefügt werden können. Zum Beispiel, wo sich jemand auf einem bestimmten Bild gerade aufhielt.

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