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09.01.2008
 

Netzwelt-Ticker

Social Network, öffne Dich!

Von Richard Meusers

Googles Opensocial und Facebook treten Social-Network-Plattform bei. In Großbritannien darf man jetzt legal auch tun, was sowieso schon jeder macht: Musik kopieren. Das und mehr im Überblick.

Google und Facebook beteiligen sich an DataPortability.org

Facebook: Das derzeit schickste Social Network sucht den Schulterschluss mit der Konkurrenz
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AP

Facebook: Das derzeit schickste Social Network sucht den Schulterschluss mit der Konkurrenz

Die persönlichen Nutzerdaten in sozialen Netzwerken gehören zu den Schätzen, die die Betreiber gerne mittels Werbung vergolden möchten. Entsprechend eifersüchtig schotten sich die verschiedenen Plattformen gegeneinander ab - bisher jedenfalls.

Googles OpenSocial und Facebook aber gehen jetzt einen anderen Weg und treten der "DataPortability"-Arbeitsgruppe bei. Das Ziel dieses Schritts ist, die Funktionalität von Profilen, ihre Gestaltungen und das Funktionieren von Widgets plattformübergreifend zu gewährleisten. Damit wird der Datenaustausch zwischen Freunden in verschiedenen Netzwerken erleichtert, für Entwickler bedeutet es, Anwendungen plattformunabhängig erstellen zu können.

Der User könnte dann Daten zum Beispiel von seinem Facebook-Account überall problemlos verwenden, immer wieder neue und umständliche Anmeldeprozeduren würden entfallen. Auch der kommerziellen Nutzung eröffnet die Kooperation ganz neue Möglichkeiten, zumal dann, wenn es um auf jeweilige Profile individuell zugeschnittene Werbung geht. Allerdings stellen sich hierbei auch neue Fragen, was die Sicherung der Privatsphäre angeht oder den Schutz vor Hackern und Datenmissbrauch.

Politik 2.0 jetzt auch mit CBS und Digg

In Zeiten des wild wogenden World Wide Web haben es die traditionellen Fernsehsender schwer, mit den Veränderungen Schritt zu halten. Da sie sich nicht allen Bereichen gut auskennen können, arbeiten sie mit denen zusammen, die auf dem Wellenkamm des technischen Fortschritts reiten.

Für den amerikanischen Broadcaster CBS heißt das, mit dem Social Bookmark-Anbieter Digg zu kooperieren. So können die Fernsehleute die Lücke schließen, die ihre politische Berichterstattung zum Beispiel über die Präsidentschaftswahlen in diesem Jahr bislang aufweist. Ab sofort finden Leser unter den entsprechenden Onlineartikeln bei CBS Digg-Buttons, mit denen sie die Berichte auf dem Nachrichtenaggregator Digg bewerten können.

Nachdem bereits CNN mit YouTube und ABC mit Facebook zusammengeht, können die Partner des jüngsten Gespanns ebenfalls voneinander profitieren: Digg wird ein bisschen den Ruf los, nichts weiter als eine Ansammlung von Klatsch und Tratsch zu bieten, und CBS bringt seine Nachrichten auch unters Internetvolk.

Großbritannien plant Lockerungen bei Privatkopien

Privatkopien von Musik-CDs sind doch nicht ganz so böse, wie bisher immer gedacht. Diesen Schluss legt der Vorschlag der britischen Regierung nahe, das Urheberrecht an einigen Stellen zu lockern und so rechtmäßigen Käufern zum Beispiel von Musik-CDs das gesetzliche Recht für private Kopien auf dem eigenen Computer einzuräumen.

Damit könnten Musikfans die Daten auch vom PC auf den MP3-Player laden und trotzdem gesetzestreu bleiben. Auch wenn alle Welt genau das tut, bewegen sich Käufer und Nutzer von Musikdateien seit 1988 in einer rechtlichen Grauzone, denn seit diesem Jahr verbietet ein britisches Gesetz die Umwandlung solcher Daten von einem Format in ein anderes, ein Umstand, der mit den geplanten Änderungen ein Ende haben soll.

Mehrfache Kopien oder solche zu kommerziellen Zwecken bleiben jedoch weiterhin illegal. Dazu der zuständige britische Staatssekretär Lord Triesman: "In einer zunehmend digitalisierten Welt müssen wir sichergehen, dass unser Urheberrecht auf der Höhe der Zeit ist und effizient arbeitet." Neben den geplanten Lockerungen sehen die Regierungspläne allerdings auch Verschärfungen zur Abwehr illegaler Kopien und Downloads von Tauschbörsen vor.

Klassik macht den Radiohead

Was Bands wie Radiohead oder Nine Inch Nails können, kann die Klassik schon lange, sagte sich die britische Geigenspielerin Tasmin Little und kündigte an, am nächsten Montag ihre zuletzt eingespielte CD online zu veröffentlichen, und zwar zum Nulltarif. Damit erspart sie Klassikfreunden die peinliche Gewissenerforschung, wie sie Radiohead-Fans beim Herunterladen des Albums "In Rainbows" hatten. Die wurden nämlich aufgefordert, den Preis selbst zu bestimmen und zu bezahlen.

Violinistin Little versteht ihre Aktion hingegen als Beitrag, um klassische Musik populärer zu machen. Ganz bewusst entschied sie sich für Musiktitel, die ohne Tamtam und Schlagzeug auskommen, auf dem Album mit dem Namen "The Naked Violin" finden sich nur Solostücke für Violine wie Bachs Partita Nr. 3.

Ist Vista das Ende von Microsofts Weltherrschaft?

Als Bill Gates seinen letzten Auftritt auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas hatte, offenbarte er, wie schleppend sich der Absatz des neuen Betriebssystems Windows Vista anlässt. Natürlich nicht freiwillig, denn selbstverständlich versuchte er, mit großen Zahlen zu protzen: Seit Einführung von Vista vor einem Jahr seien 100 Millionen Kopien über den Ladentisch gegangen.

Betrachtet man diese Zahlen allerdings im größeren Zusammenhang, wirkt die Zahl wesentlich kümmerlicher, in mehrfacher Hinsicht. Denn vom Vorgängersystem XP konnten nach der Einführung 2001 im ersten Jahr 89 Millionen Kopien abgesetzt werden, Vista hat also nur um gut zehn Prozent zugelegt - in einem Markt, der sich seitdem verdoppelt hat. Wer nun noch einrechnet, dass im letzten Jahr über 255 Millionen PCs verkauft wurden, bemerkt sofort, dass Vista nicht einmal auf der Hälfte der Rechner dabei war. Während XP im ersten Jahr noch auf zwei Drittel der Neugeräte vorinstalliert war, beträgt die entsprechende Zahl für Vista noch nicht einmal 40 Prozent. Ist das das Ende von Microsofts Weltherrschaft? Oder klebt da nur XP an der Macht?

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