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19.01.2008
 

Vorstoß

Bayern will eigenes Gesetz zur Online-Durchsuchung

Die von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble gewünschte Online-Durchsuchung per "Staats-Trojaner" liegt auf Eis, bis das Bundesverfassungsgericht dessen Rechtmäßigkeit prüft. So lang will Bayern nicht warten: Innenminister Joachim Herrmann prescht mit einem eigenen Gesetz vor.

München/Berlin - Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will im Februar einen Gesetzentwurf für Online-Durchsuchungen auf den Weg bringen. "Wir warten nicht mehr", sagte er am Wochenende dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Unabhängig von etwaigen Entscheidungen in Berlin" werde er die bayerischen Sicherheitsbehörden in die Lage versetzen, dass sie bei einem begründeten Verdacht auf schwere Straftaten Festplatten überprüfen könnten. SPD, FDP und Linke kritisierten den Vorstoß Bayerns.

Online-Überwachung: Gegner kritisieren, dass jedermann unter Generalverdacht überwacht würde
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DPA

Online-Überwachung: Gegner kritisieren, dass jedermann unter Generalverdacht überwacht würde

Die FDP verwies darauf, dass vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe im Frühjahr ein Grundsatzurteil zu Online-Durchsuchungen zu erwarten sei. "Es zeugt von grober Respektlosigkeit gegenüber dem Bundesverfassungsgericht, wenn Bayern jetzt eine Gesetzesinitiative auf den Weg bringen will", sagte der FDP-Innenpolitiker Max Stadler. Die Online-Durchsuchung sei ein so "massiver Eingriff" in die Grundrechte, dass "Hau-Ruck-Aktionen und übertriebener Ehrgeiz hier völlig fehl am Platz" seien. Offenbar wolle Herrmann den konservativen Wählern beweisen, dass er eine harte Linie verfolge.

Peinliche Profilierungsgeschichte?

Ähnlich beurteilte der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz die Initiative des bayerischen Ministers. "Das ist ausschließlich eine Profilierungsgeschichte", sagte er und fügte hinzu: "Ich finde das peinlich." Dennoch signalisierte Wiefelspütz Einigungswillen. "Wenn Karlsruhe nicht grundsätzlich Nein sagt, werden wir eine Regelung finden - aber auf Basis der Vorgaben des Urteils des Bundesverfassungsgerichts", betonte der SPD-Politiker.

Die Linke zeigte sich empört. "Auch der Freistaat Bayern ist nicht frei von den Geboten des Grundgesetzes", sagte Fraktionsvize Petra Pau. Das heimliche Ausspähen von Computern greife tief in verbriefte Grundrechte ein. Gerade deshalb sei das Thema ein Fall für das Bundesverfassungsgericht, fügte sie hinzu.

Herrmann sagte, etwaige Vorgaben aus Karlsruhe könnte man während der parlamentarischen Beratungen im Landtag ohne Probleme in die Gesetzgebung einfließen lassen. Er sei der Auffassung, dass mit den Online-Durchsuchungen nicht länger gewartet werden dürfe. Denn die Gefahr terroristischer Anschlagsplanungen im Internet sei "leider nicht virtuell, sondern sehr real", betonte der Minister.

Herrmann rechnet in Bayern pro Jahr "mit einer Handvoll" Online-Durchsuchungen. Er kündigte an, jeden Antrag vom Verfassungsschutz persönlich zu genehmigen. Der unbescholtene Bürger müsse nicht befürchten, "dass wir seine auf Festplatten gespeicherten Liebesbriefe lesen".

Kathrin Hedtke, ddp

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05.01.2009 von Sephiroth: Was ich im Zusammenhang mit der Thematik nicht verstehe...

ist folgendes: Die britische Regierung drängt auf EU-weite heimliche Online-Durchsuchungen (http://www.heise.de/newsticker/Britische-Regierung-draengt-auf-EU-weite-heimliche-Online-Durchsuchungen--/meldung/121144) und kein [...] mehr...

01.01.2009 von Klaus.G: Wann und wo...

Nun, zu der Zeit als die Grünen noch nicht in der Regierung waren. Das war doch die treibende Kraft gegen AKw und Beschränkung der Bürgerrechte, nich wahr. mehr...

01.01.2009 von coppador:

Tatsächlich, sagen Sie wann und wo, sonst stimm ich ihnen aber zu.:-)) mehr...

01.01.2009 von coppador:

Wie wär es mit Gesprächen und Kooperation. Bei dieser Angelegenhaeit habe ich mehr und mehr den Eindruck als wenn man diesen Terror pflegt wenn nicht gar selber inzeniert. Auffällig ist dass bei jedem Attentat ausschließlich [...] mehr...

01.01.2009 von coppador:

Wie wär es mit Gesprächen und Kooperation. Bei dieser Angelegenhaeit habe ich mehr und mehr den Eindruck als wenn man diesen Terror pflegt wenn nicht gar selber inzeniert. Auffällig ist dass bei jedem Attentat ausschließlich [...] mehr...

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