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29.01.2008
 

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So laden Sie Musik herunter - kostenlos und legal

Von Frank Patalong und Konrad Lischka

2. Teil: Streaming-Dienste: das volle Programm

Interessant sind hier vor allem Angebote, die ein möglichst weites Spektrum an Musik anbieten. Neben reinen Audio-Services sind hier auch die diversen Video-Stream-Seiten zu nennen.

Audio-Stream-Dienste

In Deutschland ist über das Web derzeit nur ein Dienst erreichbar, der definitiv legal operiert und seine Musik "on demand" abrufbar hält. Last.fm, seit Juni 2007 auch Bestandteil des Angebots von SPIEGEL ONLINE, ist eine Art Radiosender, bei dem man Interpreten gezielt vorgeben kann, nicht aber spezifische Lieder.

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Last.fm nimmt diese Wünsche als Richtungsvorgabe für die Auswahl weiterere Vorschläge, die dann in Folge serviert werden. Das ergibt ein Hörerlebnis, das man im besten Fall als eine am eigenen Geschmack orientierte Radiosendung empfindet. Last.fm wirbt damit, die letzte Radiostation sein zu wollen, die man noch benötigt.

Angebot: Mehrere Millionen Songs aus allen Richtungen, früher stark Indie-lastig, heute dank Verträgen mit den Majors auch topaktuelle Charts-Lieder. Dazu eine begrenzte Auswahl kostenfreier Downloads.

Radio via Web

Konventioneller arbeiten Internet-Radiostationen. Viele davon sind einfach die Webcasts herkömmlicher Sender, etliche werden aber auch nur für das Web produziert. Das Problem ist die Erschließung: Der Hersteller Noxon bietet für seine Internet-Radios derzeit vorinstalliert rund 5000 Stationen an, andere werben mit 9000. Auch das Open Directory erfasst ein Übermaß, bricht das Angebot aber auf Regionen herunter: Wer will, bekommt nur die Auswahl deutscher Sender.

Hören kann man solche Angebote einerseits am Rechner (und von dort aus per Netz an beliebige Audio-Hardware verteilt), oder aber über spezielle Internet-Radio-Hardware. Auf der Software-Seite herrscht Vielfalt: je nachdem, welches Audio-Format die Sender wählen, kommen unterschiedliche Programme zum Einsatz.

Eine gute Möglichkeit, die Welt der Internet-Radios stöbernd zu erschließen, bieten Softwareclients wie beispielsweise WinAmp. Dort gibt es (wie in den meisten Mediaplayer-Programmen) ein Radioprogramm, durch das man sich einfach hindurchklicken kann.

Die Kassette lässt grüßen: Aufnehmen wie anno dazumal

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Solche Streams versenden sich, wie Radio das gemeinhin tut. Clevere Softwarehersteller bieten darum seit einiger Zeit Programme an, die als "Streamcatcher" Streams mitschneiden und als MP3 speichern können. Die deutsche Tauschnix-Initiative geht davon aus, dass dies legal ist und auch bleibt und bietet dafür das kostenlose Tool ClipInc an.

Das kleine Programm ist nur eines von Hunderten im Netz, die über Stichworte wie "Stream-Ripper", "Stream Recorder" und ähnliche zu finden sind. Hilfe bei der Auswahl eines aktuellen Angebotes sind die Download-Seiten bekannter Marken: Heise bietet da einiges, Chip.de ebenfalls, wenn auch reichlich ungeordnet.

Neben kommerziellen Produkten wie Audio 180 (im Handel, 39 Euro; als ältere Version oft als Beipacker zu IT-Fachzeitschriften) oder Hit-Recorder (zeichnet parallel bis zu 20 Stationen auf, 13 Euro) gibt es auch reichlich Shareware (die nur gegen Zahlung voll funktionsfähig ist) und Freeware (kostenlos).

Hier ist derzeit die Software Streamripper der Champion der Massen - das Programm lässt sich als Plugin direkt in den WinAmp-Player integrieren. Frisch auf dem Markt ist die neue Version des StationRipper (Freeware), der parallel zwei Stationen aufzeichnet.

Vorsicht ist bei der Installation von Programmen geboten, die von den großen Download-Portalen wie Download.com als Adware gekennzeichnet werden. Hier geht es im besten Fall um Programme, die durch Werbeeinblendungen refinanziert werden, im schlimmsten um solche, die Schnüffelprogramme auf den Rechner einschleusen: Erst informieren, dann (vielleicht) installieren!

Video-Streams: Lightshow inklusive

Ein sattes Angebot an Musik offerieren auch zahlreiche Videoseiten. YouTube bietet hier vielleicht das größte Angebot, allerdings auch in bekannt schlechter YouTube-Qualität. Erheblich besser sind die Video- und Soundqualitäten bei anderen Anbietern. Die ersetzen heute locker das, was Fans einmal an MTV liebten - und bieten sogar mehr: Musikvideos on demand, die sich in Zeiten, in denen der Rechner oft die Stereoanlage ersetzt, auf Partys sogar noch als Lightshow einsetzen lassen. Feier-Profis werfen sie direkt per Beamer an die Wand.

Beispiele

Yahoos Launch-Service: Erschließt Audio- wie Videoangebote. Ton- und Bildqualität sind gut, das Angebot ärgert aber mit kleinen Macken. So sind in Deutschland nur ein Teil der Filmchen des Gesamtangebotes zu sehen, weil entsprechende Lizenzen für eine Ausstrahlung hier fehlen. Unter dem Strich trotzdem ein sattes, allerdings sehr Mainstream-orientiertes Angebot.

Etwas satter fällt da der Musikdienst von Rhapsody aus, der seine Filme aber im Real-Format übermittelt. Immerhin: Hier darf man sehen, was auch die Nutzer jenseits des großen Teiches zu sehen bekommen.

Die Krone gehört seit einiger Zeit aber Stage6, der Videoseite der DivX-Entwickler. Zwar ist das Angebot weniger umfangreich als bei der Konkurrenz, die Qualität aber zurzeit ungeschlagen: Was da über das Netz flimmert, ist das Optimum an Video- und Sound-Qualität. Das macht schon Spaß und findet vor allem bei Musikfreunden Beifall, die auch ein Ohr für etwas frechere und Indie-Musik haben. (Weitere Links: siehe Verzeichnis.)

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