Von Holger Dambeck und Konrad Lischka
Mit der Übernahme des Fotoblogportals Flickr im Jahr 2005 gelang Yahoo ein echter Coup. Für aus heutiger Sicht lächerlich wenig Geld, einen zweistelligen Millionenbetrag, holte sich das Unternehmen ein Angebot ins Haus, das schon bald zu den Ikonen des Web 2.0 zählen sollte - wie Facebook, MySpace und YouTube. Flickr ist längst unangefochten das wichtigste Fotoblogportal im Netz.
Versuche von Microsoft, etwa mit Spaces von der Euphorie zu profitieren, dürfen als gescheitert gelten. Erst kürzlich hat der Konzern für viel Geld einen Mini-Anteil an Facebook erworben. Für Microsoft läge eine große Chance darin, eine stärkere Verzahnung zwischen Yahoo, Flickr und Facebook zu schaffen.
Fest steht: In Sachen soziale Netzwerke wäre Flickr/Yahoo auf jeden Fall ein riesiger Gewinn für Microsoft - das letztlich keine andere Wahl mehr hat, als große Portale zu übernehmen. Unter aufstrebenden Web-2.0-Firmen hatte sich nämlich eine Entwicklung wiederholt wie Jahre zuvor bei Suchmaschinen oder Internet-Auktionshäusern: die Konzentration auf einen Anbieter. Wer bei diesem Anbieter nicht dabei war, hatte verloren.
Diese Erfahrung musste übrigens auch Google machen, als das Unternehmen mit Google Video gegen YouTube antrat. Ein vergebliches Unterfangen. Schließlich kaufte Google YouTube kurzerhand. Die Marke YouTube war längst so stark geworden, dass Google sogar auf eine durchaus mögliche Umbenennung verzichtete.
Auch Microsoft wird, sofern es zu einer Yahoo-Übernahme kommt, kaum die Marke Flickr begraben und etwa durch Spaces ersetzen - es wäre geradezu töricht.
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