Von Richard Meusers
Tue Gutes, rede darüber - und gewinne neue Kunden. Nach dieser schönen Regel geht die Softwareschmiede aus Redmond künftig vor, wie aus den angekündigten Bedingungen für ein "Microsoft DreamSpark" genanntes Programm hervorgeht. Künftig sollen Schüler und Studenten an höheren Schulen und Universitäten Microsoft-Produkte zum Nulltarif erhalten, wie die "Financial Times" meldet. Das Angebot umfasst unter anderem "Microsoft Visual Studio 2008", das gesamte "Microsoft Expression Studio" und "Windows Server 2003".
Vista-Start: Microsoft warb 2007 mit großem Aufwand für das neue Vista-Betriebssystem - hier an einer Fassade in New York
Diesen Trend wollen die Redmonder mit ihrem Gratisprogramm umkehren und so die zahlenden Kunden von morgen wieder zurückgewinnen.
FBI saugt E-Mails einer kompletten Domain
Wenn etwas richtig daneben geht, wird häufig "menschliches Versagen" zur Begründung angeführt, gerne näher als "Kommunikationsprobleme" bezeichnet. Exakt das ist auch die Ausrede des FBI, das aus Versehen Zugang zum kompletten E-Mail-Verkehr eines Internetproviders erhielt. Eigentlich galt die gerichtliche Schnüffelllizenz nur für den Account eines einzelnen Verdächtigen, wie die "New York Times" berichtet. Aufgrund eines "offensichtlichen Missverständnisses" habe der ungenannte Provider jedoch den Postverkehr der gesamten Domain offengelegt, allerdings seien die entsprechenden Daten beim FBI inzwischen wieder gelöscht worden.
Seit im Rahmen der amerikanischen Anti-Terror-Gesetze auch die Überwachungsbefugnisse verschiedener Regierungsbehörden zum Teil drastisch ausgeweitet wurden, kommt es immer wieder zu ähnlichen Ereignissen. Regierungsstellen wie auch mit Überwachungsmaßnahmen betraute private Unternehmen übertreiben es schon mal ganz gern, was die zulässigen Grenzen ihrer Aktionen angeht. Und da ist es auch nicht sonderlich beruhigend, wenn ein FBI-Offizieller mit den Worten zitiert wird: "Es ist unvermeidlich, dass solche Dinge passieren. Nicht jede Woche, aber es ist üblich so."
FDP Hamburg: Abmahnung für Wahl-Spam?
Am Sonntag sind in Hamburg Bürgerschaftswahlen und die FDP muss (wieder einmal) um den Einzug fürchten. Da verlegt man sich in der Not schon mal auf ungewöhnliche Maßnahmen und kommt auf die Idee, virales Marketing sei jetzt das Gebot der Stunde. Gesagt, getan, eine Agentur wurde engagiert, die seit einigen Tagen die Netzgemeinde mit Reklame-Mails überschwemmt, die zu einem Werbefilmchen der Blaugelben auf YouTube führen. Zwar dachte man, besonders schlau zu sein und benutzte zur Tarnung eine GMX-Adresse eines nicht existenten Absenders. An dieser unverlangten Werbung via E-Mail, zu gut Neudeutsch Spam, störte sich Blogger Hanno Zulla so sehr, dass er den hansestädtischen Liberalen eine Abmahnung übermittelte. Die FDP ließ sich gar nicht erst auf eine juristische Auseinandersetzung ein, sondern akzeptierte die Abmahnung noch vor Fristablauf. Zulla bedauert das: "Man hätte vor Gericht klären können, ob Spam- und/oder getarnte Wahlwerbung in dieser Form illegal ist und ob der Auftraggeber einer Guerilla-Marketing-Kampagne für das Verhalten seiner Agentur mithaftet."
Negroponte: Bei OLPC alles im grünen Bereich
Trotz aller Unkenrufe, gestiegener Preise und verspäteter Auslieferungen: Nicholas Negroponte ist mit dem Fortgang seines "One Laptop per Child"-Projekts (OLPC) zufrieden. Jedenfalls sagte er das laut "Golem" auf einer Wissenschaftstagung in Boston. Derzeit würde man Monat für Monat 110.000 Geräte produzieren, der umfangreiche Versand in Länder wie Peru, Uruguay und Nigeria stehe unmittelbar bevor. Freimütig gestand er die nach wie vor bremsende Problematik der Kosten ein, die Sparrechner seien mit einem Preis von 187 Dollar immer noch zu teuer. Allerdings vertraue er auf das Moore'sche Gesetz, demzufolge die Computertechnologie ihre Kapazität alle 18 Monate verdopple und im Preis auf die Hälfte sinke.
Studie: Handy-TV ein Flop
Mit großem Werbeaufwand versuchen die Mobilfunker derzeit, die geneigte Kundschaft von den Vorteilen des Handy-TV zu überzeugen. Allerdings noch ohne den gewünschten Erfolg, wie eine von Tellabs in Auftrag gegebene Untersuchung ergeben hat. Während für das Briefmarkenfernsehen in Deutschland kaum neue Nutzer hinzugewonnen werden können, kündigten 2007 fast 70 Prozent der Bestandskunden. Neben den hohen Kosten wurde als Hauptgrund der Unzufriedenheit die mangelnde Qualität und die Unzuverlässigkeit des Angebots genannt. Mittlerweile kommen auf jeden aktuellen Kunden, der Handy-TV nutzt, zwei Ex-Nutzer. Damit ist der deutsche Markt wesentlich skeptischer als der amerikanische, wo der entsprechende Wert bei durchschnittlich 1,3 liegt.
Offenes W-Lan? Ab in den Knast
Mit dem unschönen Begriff der Störerhaftung bezeichnen Juristen die Haftung für Straftaten Dritter, die jemand durch pure Nachlässigkeit ermöglicht hat. Das gilt auch für solche, die entweder aus Freigiebigkeit oder nur aus Schusseligkeit ein offenes, unverschlüsseltes W-Lan betreiben. Der Besitzer haftet nun auch für den Missbrauch seitens Dritter, zum Beispiel im Falle von Urheberrechtsverletzungen durch Tauschbörsen. Das geht aus dem Beschluss des OLG Düsseldorf hervor, dessen schriftliche Begründung mittlerweile vorliegt. Für die juristische Bewertung sei es letztlich unerheblich, ob die Straftat direkt vom Computer des Anschlussbesitzers oder über sein offenes W-Lan begangen worden sei, so die Richter.
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