Von Matthias Kremp und Konrad Lischka
Den ersten Formatkrieg fochten Thomas Alva Edison und George Westinghouse bereits Ende des 19. Jahrhunderts aus. Damals stritten sich die beiden Erfinder darum, ob man Haushalte lieber mit Wechsel- oder mit Gleichstrom versorgen solle.
Die öffentliche Diskussion wurde damals allerdings mit teils sehr drastischen Mitteln geführt. So soll Edison, der dem Gleichstrom den Vorzug gab, beispielsweise Hunde angebunden, mit Wasser übergossen und mit Wechselstrom getötet haben, um zu demonstrieren wie gefährlich die Technologie von Westinghouse ist.
Trotzdem setze sich am Ende der Wechselstrom durch, weil er besser über große Entfernungen transportiert werden konnte. Edison bestand jedoch weiterhin darauf, seine Stromkunden mit Gleichstrom zu beliefern. In New York wurde die Versorgung mit Gleichstrom erst am 14. November 2007 eingestellt.
Bis heute gibt es dagegen keinen klaren Sieger im Schallplattenkrieg. Nach dem zweiten Weltkrieg stellten die US-Plattenfirmen Columbia Records und RCA Victor konkurrierende Formate vor. Columbia votierte für eine 30-Zentimeter Scheibe, die sich 33,3-mal pro Minute drehte während RCA vorschlug eine kleinere 18-Zentimeter Vinylplatte zu nehmen, diese aber mit 45 Umdrehungen pro Minute rotieren zu lassen. Eine Einigung oder Entscheidung hat es nie gegeben. Stattdessen bauten Plattenspielerhersteller ihre Gerät schließlich so, dass man deren Geschwindigkeit umschalten und Platten beider Formate abspielen kann.
Doch so einfach waren Formatkonflikte nicht immer zu lösen, wie der Kampf um die Vorherrschaft bei Videorekordern in den achtziger Jahren deutlich zeigte.
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