Von Richard Meusers
Hack aus der Dose
Wird der Computer ausgeschaltet, sind die im Arbeitsspeicher vorhandenen Daten weg. Egal wen man nach der Lebensdauer dieser Daten fragt, wird das zur Antwort geben.
Das Problem dabei: Es stimmt nicht. Ein Forscherteam an der amerikanischen Princeton-Universität hat jetzt einen beunruhigend simplen Weg demonstriert, wie selbst verschlüsselte Festplatten mit eine Dose Kältespray geknackt werden können. Dazu benötigt der Hacker allerdings physischen Zugang zum Arbeitsspeicher.
Zunächst muss der Chip gekühlt werden, je kälter, desto länger verbleiben nämlich die Daten auf dem Speicherplättchen. Am Anfang reicht besagtes Kältespray aus, dann wird der Chip entfernt und behält bei Lagerung in flüssigem Stickstoff (-196°C) seine Daten noch für Stunden. Das ist besonders fatal, wenn die dazugehörige Festplatte mit Verschlüsselungssystemen wie BitLocker für Windows oder FileVault für Macintosh geschützt wurde. Die Entschlüsselungscodes werden dabei nämlich im Arbeitsspeicher gehalten, und der Hacker kann diese nun in aller Seelenruhe auslesen.
StudiVZ und Co. im Visier der EU-Datenschützer
Die Mindestanforderungen der Marketingabteilung von StudiVZ scheinen erfüllt: möglichst oft in die Schlagzeilen kommen. Allerdings sind das häufig nicht die besten, auch die neuesten nicht: Die Artikel 29 Datenschutzgruppe, eine Arbeitsgruppe unabhängiger Datenschutz-Experten, die die EU beraten, will die Betreiber sozialer Netzwerke auf die Handhabung des Datenschutzes untersuchen. Dabei sind besonders solche Plattformen im Visier, die Kinder und Jugendliche zu ihren Zielgruppen zählen, womit in Deutschland vor allem Holtzbrincks SchülerVZ und StudiVZ angesprochen sind.
Die Experten wollen dabei Empfehlungen erarbeiten, ob und welche Nutzerdaten zu Werbezwecken verwendet werden dürfen. Besonderes Augenmerk richten die Prüfer auf das "Behavioural Targeting", das aufgrund des individuellen Klickverhaltens anonymisierter Nutzerprofile die Reklame noch maßgeschneiderter an den User bringen soll.
Heiße Akkus: Samsung-Notebook brennt
Auch 2008 sind Akkus ein steter Quell von Energie, manchmal sogar zuviel davon. Und wieder gibt es Nachrichten von durchgeschmolzenen Batterien, die ihre Umgebung in Brand setzen. Jüngster Fall ist ein Akku in einem Samsung-Notebook. Nach einem Reuters-Bericht lief in Seoul ein Klapprechner drei Stunden auf Akkubetrieb, dann fing er an zu qualmen und setzte die Wohnungseinrichtung teilweise in Brand.
Der Akku hatte sich offensichtlich überhitzt. Dabei handelte es sich um ein älteres Gerät, einen Samsung P10 aus dem Jahr 2002. Ein Samsung-Sprecher wollte auf Anfrage keine weiteren Einzelheiten wie zum Beispiel den Hersteller des defekten Akkus nennen, man prüfe derzeit alle Details des Zwischenfalls.
YouTube-Zensur in Pakistan
In den vergangenen Wochen flammte der Streit um die dänischen Mohammed-Karikaturen erneut auf, was für viele Muslime in der Welt abermals Grund genug zum Beleidigtsein war. In Pakistan ging der Zorn jetzt soweit, dass die Behörden am Wochenende YouTube blockierten, weil auf der Videoplattform Clips mit den umstrittenen Zeichnungen gezeigt werden.
Die erneuten Veröffentlichungen der Karikaturen hatten in Pakistan wieder gewaltsame Unruhen mit mehreren Dutzend Toten zur Folge gehabt. Die Zensoren wird freuen, dass ihre Aktion weit mehr Effekt hatte, als zu ahnen war. Als Pakistan für YouTube den Stecker zog, gingen für die Seite die Lichter weltweit aus, für ein bis zwei Stunden gestern Abend war der Videoservice nirgendwo zu erreichen.
Die mögliche Ursache: In Ausführung des Zensurbefehls "entführten" Pakistan Telecom und der kooperierende asiatische Serviceprovider PCCW die Serveradressen der beliebten Seite. Indem auf die Routertabellen zugegriffen wurde, konnten die Hackerzensoren die IP-Adresse komplett verbergen, das jedenfalls ist die Vermutung von Darren Waters, bei der BBC verantwortlich für Hightech-News. Mittlerweile scheint dieses Problem behoben, jedoch bleibt das ungute Gefühl darüber, wie leicht Zensur im angeblich doch so unverwüstlichen Internet ist.
Xbox 360: Tschüss HD-DVD!
Die Schlange am Grab von Toshibas Videostandard HD-DVD wird immer länger, nun hat sich auch Microsoft eingereiht. Die Redmonder teilten jetzt mit, das externe HD-DVD-Laufwerk für die Spielekonsole nicht mehr herstellen zu wollen. Das Laufwerk war ohnehin nur zum Anschauen von Filmen geeignet, die Spiele laufen auf dem internen DVD-Laufwerk. Im Gamerscore-Blog von Microsoft heißt es dazu lapidar: "Wir glauben nicht, dass diese Entscheidung wesentliche Auswirkungen auf die Xbox-360-Plattform oder unsere Marktstellung haben wird." Die Fans des Blu-Ray-Standards schauen bei der Xbox buchstäblich in die Röhre, denn die Blu-Ray-Wiedergabe ist auf absehbare Zeit nur mit Sonys Playstation 3 möglich. Bis auch Microsoft ein entsprechendes Laufwerk für seine Konsole entwickelt, bleiben Xbox-Nutzer nur DVDs oder der Film-Download über Xbox Live.
Apropos: Was macht ein deutscher Top-IT-Manager eigentlich am Wochenende?
Stolz ist er, der Meinhard Forsbach, Direktor am Anno-Gymnasium, als er am Samstag den ersten gemeinsamen Berufsorientierungstag der Siegburger Gymnasien eröffnet. Viele jugendliche Gäste sind gekommen, um aus erster Hand zu erfahren, was ihnen im Berufsleben noch droht. Auskunft darüber geben engagierte Eltern, aber auch der Stargast, den der Schulleiter anzukündigen die Freude hat. Vorher aber gibt es Musik, und wie sich das gehört, ist bei dieser Band schon mal der E-Bass fast größer als der Bassist.
In Stuhlreihe Zwei überfliegt derweil der Stargast noch einmal schnell sein Manuskript. Gleich soll er die große Rede halten, doch nervös ist er nicht: Der salopp gekleidete Mann hat nicht nur Übung, es ist auch eine Art Heimspiel für ihn. Vor 24 Jahren, wird er kurz darauf erzählen, habe er just an dieser Schule sein Abitur gebaut.
Und dann erzählt er von sich und seinem Werdegang: über Studium und berufliche Stationen und darüber, was man an innerer Einstellung mitbringen muss, um einmal dahin zu kommen, wo er jetzt steht.
Als Stargast beim Berufsbildungstag? Nicht nur.
Er punktet und erntet Lacher und viel Applaus und dann nimmt er sich noch die Zeit für einen Rundgang. Seinen Stand, den man ihm vorsorglich aus Stellwand mit DIN-A-4-Laserausdruck-Firmenschild und einem Schultisch aufgebaut hat, lässt er dann aber doch lieber stehen. Muss weiter, muss gehen, hat Spaß gemacht, man sieht sich noch, hab ich doch gern gemacht: sagt Achim Berg, Chef von Microsoft Deutschland. Dann erst ist Wochenende.
pat
Außerdem:
Freiwillige vor:
Öffentliche Beta 1 des Internet Explorer 8 kommt, Gratistester dringend gesucht.
Marokko:
Drei Jahre Knast für gefakten Facebook-Account.
EBay-Händler-Boykott nach Gebührenerhöhungen:
Anzahl der Auktionen geht um 13 Prozent zurück.
Sammelklage gegen "Windows Vista Capable" wegen irreführender Werbung.
Die Top 10 der geklauten Programme.
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