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13.03.2008
 

Phonoverbände

Musikindustrie will, dass Provider P2P verhindern

An Frankreich und England, meint der Vorsitzende des Bundesverband Musikindustrie, Dieter Gorny, sollten sich Deutschlands Internet-Provider ein Beispiel nehmen. Soll heißen: Sie sollten ihre Kunden an der P2P-Nutzung hindern - bis hin zur Sperrung des Anschlusses.

Berlin - Es ist einige Jahre her, dass die Köpfe der deutschen Musikindustrie positive Nachrichten über ihre Branche verkünden konnten. Doch nach fast einem Jahrzehnt der CD-Brenner-Probleme und des ungezügelten P2P-Downloads zeigen sich jetzt endlich Silberstreifen am Horizont: Es wird wieder mehr gekauft und immer weniger geklaut.

Dieter Gorny, Chef des Bundesverband Musikindustrie: Appell an die Mithilfe der Provider
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BVMI

Dieter Gorny, Chef des Bundesverband Musikindustrie: Appell an die Mithilfe der Provider

Grund zur Freude für Bundesverbands-Chef Dieter Gorny und seinen Geschäftsführer Stefan Michalk, und natürlich wissen die auch, woran das liegt: nicht daran, dass die Künstler so enorm kreativ waren oder der Kunde sein Gewissen entdeckt hätte. Die neueste vom Bundesverband in Auftrag gegebene GfK Brennerstudie macht klar, dass moralische Appelle wenig bewirken. Das, ist ihr zu entnehmen, meinen 76 Prozent der befragten Deutschen - und geben der Industrie damit Recht, Raubkopierer in zunehmender Zahl und härter zu verfolgen.

"Die Einschätzung der Konsumenten deckt sich leider mit unseren Erfahrungen", sagte Stefan Michalk, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie. "Moralische Appelle haben nichts bewirkt. Erst seit wir die Internetpiraterie juristisch verfolgen, hat sich die Zahl der illegalen Musikdownloads von über 600 Millionen im Jahr 2003 auf heute rund 300 Millionen trotz starken Wachstums bei den DSL-Zugängen nahezu halbiert."

Mit Blick auf diese Zahlen und die Stabilisierung des Marktes im letzten Jahr wünscht sich Michalk jetzt noch, dass gelingen möge, "das Problem der Internetpiraterie weiter in den Griff zu bekommen". Dann könne es eine echte Trendwende geben.

Was dafür nötig wäre, machte Dieter Gorny in Berlin klar: viel mehr Kooperation von Seiten der Provider. Denn letztlich profitierten die Provider ja auch am P2P-Boom: Breitbandinhalte wie Musik oder Film seien der Motor für die Verbreitung schneller Internetanschlüsse. Während die Internetprovider von der Musik- und Filmindustrie profitierten, entzögen sie sich beim Kampf gegen die Internetpiraterie aber der Verantwortung.

Zur Not abklemmen

In England und Frankreich sei das anders, lobte Gorny, dort leisteten die Provider der Entertainmentindustrie aktiv Schützenhilfe im Kampf gegen P2P. Das gehe vom Versand von Warnhinweisen bis hin zur Abschaltung von Internetanschlüssen. Gorny: "Gelingt es anderen europäischen Ländern, die Internetpiraterie effizient zu bekämpfen, während Deutschland sich weiter im juristischen Dickicht verheddert, wird das erhebliche Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten deutschen Kreativwirtschaft haben."

Dabei gehe es nicht - wie oft fälschlicherweise behauptet - um eine permanente, flächendeckende Überwachung der Internetnutzung oder gar Zensur. Bei nachgewiesenen Urheberrechtsverletzungen sollten die Provider einfach nur ihre AGBs anwenden.

Zwar sei es durch den massiven juristischen Druck gelungen, die Internetpiraterie in Deutschland einzudämmen, aber langfristig könne die juristische Verfolgung einzelner Urheberrechtsverletzungen nur eine Zwischenlösung sein, zumal immer mehr Kreativbranchen von dem Problem erfasst würden. So sei in Deutschland die Zahl der illegalen Musikdownloads zwar im Vergleich zum Vorjahr von 374 Millionen auf 312 Millionen erneut zurückgegangen, allerdings kämen auf einen legalen noch immer fast zehn illegale Downloads.

pat

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insgesamt 47 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
21.03.2008 von teilchengucker:

Das ist mein Punkt. Es bleibt offen, wie sich die Musikindustrie wieder attraktiv machen will, um höherer Nachfrage zu erzeugen. Vielleicht über eine Liberailisierung invers zu der in der Telekommunikationsbranche, also nur auf [...] mehr...

19.03.2008 von thinktwice: Marktwirtschaft

Bei Lebensmitteln steigt die Nachfrage, also wird alles teurer. Bei Musik sinkt die Nachfrage wegen illegaler Downloads also wird/bleibt alles teuer. Wahrlich, das ist Marktwirtschaft. mehr...

19.03.2008 von Michael Giertz: P2P ist nicht illegal.

Sobald nachgewiesen wird, dass P2P ausschließlich und nur zum illegalen Tausch von urheberrechtl. geschützten Material verwendet wird, ist das okay. Solange aber auch nur ein einziges GB Daten pro Monat legaler Daten drüber [...] mehr...

19.03.2008 von spocintosh: *schenkelklopf*

Huarharharhar !!! So wie Horny 2003, 2004, 2006 und 2006-2 und Sexbomb 2002, 2005 und 2007 ? Watch out for "Sexbomb 10th Anniversary Edition, featuring Christian Wulff + Berliner Symphoniker" ! mehr...

19.03.2008 von teilchengucker: Angebot und Nachfrage

Die Diskussionen darüber, wie teuer eine CD nun sein sollte, bringen doch nichts. Wir leben in einer Marktwirtschaft und da bestimmt die Nachfrage den Preis und umgekehrt. Das ist der Grund für die bisher beispiellos niedrigen und [...] mehr...

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