Von Konrad Lischka
Geld muss man nicht bezahlen für die neue Online-Bildbearbeitung Photoshop Express: Zwei Gigabyte Speicherplatz, grundlegende Bearbeitungsfunktionen, eine im Web so noch nie gesehene Bedienung - das gibt es bei Adobe alles für lau. Doch ganz ohne Gegenleistung bekommt man dieses Angebot nicht.
Bei der Registrierung für Photoshop Express muss der Nutzer wie bei fast jedem Online-Dienst umfangreichen Geschäftsbedingungen zustimmen. Skeptisch macht die Formulierung, man stimme hier auch allen anderen, "per Verweis eingeschlossenen" (im englischen Original: "incorporated by reference") Dokumenten zu. Nach zwei Klicks und viel Scrollen ist man dann beim Eingemachten: "Nutzung ihrer Inhalte". Da lässt sich Adobe für alle über den Photoshop-Dienst zum Beispiel in Bildergalerien veröffentlichten Fotos unter anderem diese Rechte weltweit, wenn auch nicht exklusiv einräumen. Adobe darf:
Diese Lizenz
Adobe darf Nutzerfotos weiterverkaufen
Eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE zu diesen Klauseln konnte Adobe bis zur Veröffentlichung dieses Artikels nicht beantworten. Möglicherweise sichert sich Adobe über diese Klausel nur eine Weitergabe von Screenshots an Agenturen zwecks Werbung für Adobe ab.
Auf Basis dieser Geschäftsbedingungen ist es aber auch denkbar, dass Adobe nach einigen Monaten eine Bilddatenbank einrichtet, wo Magazine die öffentlichen Fotos von Photoshop-Express-Nutzern kaufen können - und allein Adobe dafür Geld bezahlen müssen. Das ist allerdings wenig wahrscheinlich, denn damit würde Adobe auf lange Zeit das Vertrauen seiner Kunden verlieren.
Trotzdem: Diese weitreichenden Geschäftsbedingungen sind ungewöhnlich. Der Online-Bilderdienst Flickr zum Beispiel greift deutlich weniger Rechte ab. In den Flickr betreffenden Geschäftsbedingungen des Mutterkonzerns Yahoo räumen Flickr-Mitglieder dem Dienst Rechte ein. Wesentliche Unterschiede zu den Adobe-AGB:
Picnik, der stärkste Konkurrent Adobes bei der Web-Bildbearbeitung (siehe Fotostrecke unten), lässt sich überhaupt keine Bildrechte per AGB gewähren. Hintergrund: Picnik speichert die Fotos seiner Mitglieder nicht auf eigenen Servern, sondern dort, wo die Ursprungsbilder herkamen - dem Heimrechner, bei Online-Fotodiensten wie Flickr oder sozialen Netzwerken wie Facebook.
Trotz dieses Unterschieds: Picnik und Photoshop Express ergänzen einander nicht - die Dienste sind die echten Rivalen bei den Web-Bildbearbeitern. Beide richten sich an Amateurknipser, beide bieten kostenlos und online Basisbildbearbeitung.
Sammeln, Verschönern, Veröffentlichten - SPIEGEL ONLINE vergleicht die Gratis- Fotoaufhübscher Photoshop Express und Picnik.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Web | RSS |
| alles zum Thema Bildbearbeitung | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH