Von Richard Meusers
Blu-ray langfristig chancenlos
Gerade erst haben sich die Blu-ray-Discs im Kampf gegen HD DVDs durchgesetzt, da könnte dem Format der baldige Exitus bevorstehen. Das jedenfalls meint Laurie Fincham, Chefwissenschaftler beim Zertifizierungsunternehmen THX. Derzeit würden die meisten Konsumenten noch normale DVD-Geräte besitzen, und bis sich Blu Ray auf dem Massenmarkt durchsetzen könne, werde es längst Flashspeicher mit Kapazitäten von bis zu 128 GByte geben.
Für die Filmindustrie wäre es wesentlich kostengünstiger, Filme direkt zum Download anzubieten, und Konsumenten könnten vier oder fünf Videos einfach auf dem USB-Stick in der Hosentasche bei sich tragen. Das klingt gar nicht mal so unwahrscheinlich, wenn man bedenkt, dass iPod sei Dank auch die gute alte CD inzwischen auf dem Weg zum Museumsartikel ist.
Ähnlich denkt man auch bei Microsoft: Nachdem der Konzern lange das HD-DVD-Lager unterstützt hatte, will er sich nun nicht mehr ausdrücklich für ein Speichermedium aussprechen. Laut Aaron Greenberg, Produkt-Manager für die Xbox 360, habe Microsoft keine Pläne mehr, ein Blu-ray-Laufwerk für die Xbox zu produzieren. Wer HD-Filme wolle, bekäme die aber per Download über den Xbox-Live-Onlinedienst. Das allerdings deutlich später als in der Videothek - und derzeit noch mit ausgesprochen eingeschränkter Auswahl.
Benutzt Sony raubkopierte Software?
Film- und Musikindustrie werden in ihren Anstrengungen nicht müde, die lästige Plage namens Raupkopie zu bekämpfen. Da ist es schon peinlich, wenn einer der Kämpfer für Untadeligkeit selbst beim Klauen erwischt wird.
Genau das könnte bei Sony der Fall sein, davon ist jedenfalls die kleine französische Softwareschmiede PointDev überzeugt.
Die hatten festgestellt, dass Sony BMG in einer Dependance eines von ihren Netzwerktools unrechtmäßig verwendet und waren juristisch gegen die Musikfirma vorgegangen. Ein Gerichtsvollzieher fand in einer Sony-Niederlassung diverse Raubkopien auf mehreren Servern - 47 Prozent der gefundenen Software soll raubkopiert worden sein. Ein PointDev-Sprecher erklärte, dies sei nicht verwunderlich, immerhin gehe der Software-Branchenverband BSA davon aus, beinahe die Hälfte der in Unternehmen benutzten Programme sei illegal. Alles ganz normal also.
Cubra libre: Havanna erlaubt Privathandys
Die Autos auf der größten Karibikinsel verströmen mangels neuerer Alternativen den rostigen Charme der fünfziger Jahre, aber das Telefonieren soll demnächst richtig modern werden. Kubas neuer starker Mann Raúl Castro hat den Gebrauch von Handys für Privatpersonen gestattet.
Der nationale Telko Etecsa erklärte, man werde ab sofort Mobilfunkverträge anbieten, die jedoch in Devisen und nicht mit den heimischen Pesos zu bezahlen seien. Damit richtet sich das Angebot vor allem an die Betuchteren unter den Insulanern, denn José Normalkubaner verfügt gar nicht über die erforderlichen finanziellen Mittel. Schon am Dienstag vergangener Woche hatte Castro das bis dato geltende Verbot für den Verkauf von Computern, Fernsehern und Videorekordern aufgehoben.
Urteil: Hersteller darf eBay-Verkäufe verbieten
Fachhandelstreue lautet das Zauberwort, mit dem viele Hersteller ihre Waren davor bewahren wollen, in Billigläden neben Dutzendware aus Fernost verramscht zu werden. Davon sind nach einem Urteil nun auch gewerbliche Händler beim Online-Auktionator eBay betroffen.
In einem Verfahren, das der Schulranzen-Hersteller Scout angestrengt hatte, entschied das Landgericht Mannheim (Az: 7 O 263/07 Kart) entsprechend und untersagte einem Vertriebspartner der Firma, ihre Produkte online feilzubieten. Im Falle der Missachtung des Urteils könne Scout den Händler sogar völlig vom Vertrieb ausschließen.
Unterm Strich ist die Rechtslage nun komplett unklar. Denn vor einem halben Jahr hatte in einem gleich gelagerten Fall mit Scout-Beteiligung das Berliner Landgericht genau andersherum entschieden und das Online-Handelsverbot als unzulässige Wettbewerbseinschränkung bezeichnet. Überdies ist auch nicht klar, inwieweit nicht nur kommerzielle Händler, sondern auch private Anbieter betroffen sind.
Elfjähriger als Netzadmin für 60 Rechner
Früh übt sich, scheint sich der elfjährige John Penn aus dem amerikanischen Alabama gesagt zu haben. Als der bisherige Netzwerkadministrator seiner Schule plötzlich gestorben war, half der Schüler kurzfristig aus.
Als erstes reinigte er die insgesamt 60 teilweise schon sehr betagten Schulrechner von den zuvor angesammelten Massen von Viren und Spam, nachdem er die Schule dazu gebracht hatte, ein wenig Geld in die Hand zu nehmen und Antivirenprogramme zu kaufen. Dabei "waren diese Computer so alt, dass sie nicht mehr alle Antivirenprogramme unterstützen", so der Schüler, der ansonsten hofft, seinen Computerkurs im Sommer mit Bestnote abschließen zu können.
Pornoverbot in Indonesien: Hacker schlagen zurück
Nicht nur in China sorgen sich die Regierungsverantwortlichen um Moral und Anstand im öffentlichen Leben, auch die indonesischen Behörden sind um Sauberkeit im Internet bemüht. Und so erließ das Parlament letzte Woche ein Gesetz, das die Verbreitung von Pornografie im Internet unter Strafe stellt.
Allerdings sehen viele Kritiker darin eine unverhältnismäßige Einschränkung der Meinungsfreiheit. Schließlich wurde die Webseite des indonesischen Informationsministeriums gehackt, die den Besucher zeitweilig mit dem Spruch "Beweisen Sie, dass das Gesetz nicht die Dummheit der Regierung schützen soll" begrüßte.
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