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    Datenschutz: "Es gibt eine generelle Tendenz zu mehr Überwachung im Arbeitsleben"



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Datenschutz "Es gibt eine generelle Tendenz zu mehr Überwachung im Arbeitsleben"

2. Teil: "Es hilft nur eine Kultur, die Denunziationen nicht akzeptiert"

SPIEGEL ONLINE: Wie kann ein politischer Umgang mit dem Spannungsverhältnis zwischen den auch von Ihnen geforderten Maßnahmen zum Datenschutz einerseits und dem Drang vieler Menschen, Privates im Internet öffentlich zu machen andererseits, aussehen?

Schaar: Ich bin nicht die Gouvernante der Internetnutzer. Diese müssen schon selbst darüber entscheiden, was sie anderen zur Verfügung stellen. Andererseits spielen die Datenschutzbeauftragten eine wichtige Rolle bei der Sensibilisierung. Vielen Nutzern ist nicht bewusst, was mit den Daten, die sie freiwillig ins Netz stellen, passiert, dass sie auch auf Dauer gegen sie verwendet werden können, und zwar in einem Kontext, mit dem man zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht rechnet. Hier brauchen wir ein Datenschutzbewusstsein, das auch im Alltag entwickelt werden muss. Genauso wie man es sich angewöhnt hat, nach links und nach rechts zu schauen, ehe man über die Straße geht, ist es sinnvoll, sich auch zu überlegen, was man ins Internet stellt.

SPIEGEL ONLINE: Aber wo ziehen Sie die Grenze zwischen freiwilligem Exhibitionismus im Netz und der Eigendynamik, mit der veröffentlichte Daten unkontrolliert gegen denjenigen, der sie ursprünglich ins Netz stellte, verwendet werden können?

Schaar: Ich will nicht über guten Geschmack diskutieren. Genauso wenig wie ich jemand daran hindern kann, sich ein mehr oder weniger schönes Tattoo auf den Rücken zu tätowieren, kann ich ihn daran hindern, dass er irgendwelche kompromittierenden Fotos von sich ins Netz stellt. So funktioniert unsere freiheitliche Gesellschaft, und das sollte auch nicht begrenzt werden. Eine wichtige Ausnahme bleibt: Kinder und Jugendliche, die nicht voll geschäftsfähig sind. Hier brauchen wir vielleicht striktere Regeln. Hier sind auch Eltern, Kindergärten und Schulen gefragt. Sie müssen den Umgang ihrer Kinder mit der Informationstechnik beeinflussen, durch Überzeugung, aber auch in gewissem Umfang durch Kontrolle.

SPIEGEL ONLINE: Oft haben Menschen Informationen nicht selbst verbreitet – das Internet wird auch genutzt, um gezielt zu denunzieren. Man hat den Eindruck, das Netz wird immer mehr zu einem rechtsfreien Raum. Wo muss es Schutz geben?

Schaar: Das ist sehr schwierig. Wenn jemand böswillig Informationen ins Netz stellen will, findet er meistens auch eine Plattform, auf der er das machen kann - und wo die Aufsichtsbehörden auf Grund der nationalen Begrenztheit nichts machen können. Ich fordere: Provider müssen dem Betroffenen auch Möglichkeiten geben, etwa Gegendarstellungen ins Netz zu stellen, genauso wie es in der Presse üblich ist. Vollständig wird man sich gegen elektronisch verbreitete Verleumdungen aber nicht wehren können - hier hilft nur eine Kultur, die Denunziationen nicht akzeptiert.

SPIEGEL ONLINE: Vermissen Sie eine ethische Debatte über die Entwicklung der Persönlichkeitsrechte im Netz?

Schaar: Diese Debatte ist dringend notwendig, und sie wird ja auch bereits geführt. Ich wünsche mir, dass sich mehr Menschen daran beteiligen. Letztlich geht es um die Grundfrage: Wie gehe ich mit Informationen um, was stelle ich ins Netz, und was wird mit den Daten gemacht? In mancher Beziehung geht es aber auch darum, rechtliche Vorgaben umzusetzen - gerade wenn es um Unternehmen geht, die Daten sehr intensiv nutzen und sie zu Nutzungs- und Persönlichkeitsprofilen zusammenstellen.

Das Interview führte Anna Reimann.

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insgesamt 690 Beiträge
Carsten31 18.01.2008
Tausche Freiheit gegen Leben ohne Risiko? Nein danke.
Tausche Freiheit gegen Leben ohne Risiko? Nein danke.
BeckerC1972 18.01.2008
Ich bin nicht bedroht, ich habe kein Bedürfnis an mehr Sicherheit.
Ich bin nicht bedroht, ich habe kein Bedürfnis an mehr Sicherheit.
ohess 18.01.2008
Dito! Dieser Sicherheitswahn geht mir auf die Nerven! Wenn ich das gewollt hätte, wäre ich zu Stasi-Zeiten in die DDR übergesiedelt.
Zitat von Carsten31Tausche Freiheit gegen Leben ohne Risiko? Nein danke.
Dito! Dieser Sicherheitswahn geht mir auf die Nerven! Wenn ich das gewollt hätte, wäre ich zu Stasi-Zeiten in die DDR übergesiedelt.
die8lacht 18.01.2008
Mögen die Politiker mit gutem Beispiel vorran gehen und ihre gesamten Daten dem Volk zugänglich machen, von A wie wann welcher Politiker wie lange seinen Arsch abgeputzt hat bis Z wie wieviel Zinsen sie auf ihren Konten kassiert [...]
Mögen die Politiker mit gutem Beispiel vorran gehen und ihre gesamten Daten dem Volk zugänglich machen, von A wie wann welcher Politiker wie lange seinen Arsch abgeputzt hat bis Z wie wieviel Zinsen sie auf ihren Konten kassiert haben ! Dann können wir über Datenerfassung reden ! Meine Daten sind mein privates Eigentum, denn mehr Eigentum oder Besitz hat man nicht in Deutschland, es ist alles nur vom "Staat" geborgt ... schuldest du dem Finanzamt 20 Euro und zahlst nicht, am nächsten Tag stehen sie zur Zwangspfändung vor der Türe, streitest du dich hingegen mit dem Nachbarn um eine Grundstücksgrenze, zieht sich das für Jahre in die Länge, weil es unwichtig ist, weil wir alle Sklaven und Eigentum von Deutschland sind ... deswegen haben wir alle ja auch einen PERSONALausweis und keine Identitätskarte - wir sind das Personal der BRD und haben zu folgen ! Und wenn die Volksvertreter wirklich was in der Birne hätten, dann würden sie jetzt die Gunst der Stunde nutzen und eine Datenerfassungssteuer ergeben, wer zahlt, wird als unbedenklich eingestuft und dessen Daten werden in der grüne Datenbank abgelegt, die von einem geistig-Dreijährigen verwaltet wird, also z.B. von der Merkel, wer aber nicht zahlt, kommt in die rote Datenbank und die wird von Schäuble persönlich verwaltet, sobald dieser seinen Sabber von der Tastatur gewischt hat, werden pauschal alle Müller und Meier als Terroristen eingestuft.
...ergo sum 18.01.2008
Absolute Sicherheit gibt es im Leben nicht. Wer daran glaubt sollte sich untersuchen lassen. Für diese Wahnvorstellung meine Freiheit aufgeben ? Was für ein Leben sollte das dann sein ? Noch fühle ich mich in D nicht [...]
Absolute Sicherheit gibt es im Leben nicht. Wer daran glaubt sollte sich untersuchen lassen. Für diese Wahnvorstellung meine Freiheit aufgeben ? Was für ein Leben sollte das dann sein ? Noch fühle ich mich in D nicht bedroht, sieht man einmal von den Eskapaden der Politiker und dem Machtwahn einiger Wirtschaftsverbände ab. WAS ich als bedrohlich empfinde sind genau DIESE !
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