Mittwoch, 10. Februar 2010

Netzwelt



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04.04.2008
 

Luxushotel

Neun Angestellte wegen StudiVZ-Gruppe entlassen

Die Mitgliedschaft in einer Gruppe im Studentennetzwerk StudiVZ hat neun Hotelangestellte ihren Job gekostet. Angeblich wurden in der Gruppe Anschläge auf das Hotel geplant. Der Hotelbesitzer hat die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, die Gefeuerten zogen vors Arbeitsgericht.

Zum Logo des Luxushotels "Zur Bleiche" in Burg im Spreewald gehört auch ein Storch. Die StudiVZ-Gruppe, die neun Angestellte des Hotels nun ihren Job kostete, trug den Namen "Der Storch muss hängen" - und das fanden die Betreiber des Hotels gar nicht lustig. Zumal es, wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) berichtete, in der Gruppe offenbar ordentlich zur Sache ging. Die Betreiber des Hotels haben nun die Staatsanwaltschaft eingeschaltet - denn in der Gruppe tauchten laut dem RBB unter anderem Formulierungen auf wie : "Wie wollen wir vorgehen ...wie wärs mit abfackeln ... na ihr habt doch schon die Sache mit dem Reizgas durchgezogen."

Wellness-Hotel "Zur Bleiche": Mitarbeiter gefeuert wegen StudiVZ-Gruppe
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DDP

Wellness-Hotel "Zur Bleiche": Mitarbeiter gefeuert wegen StudiVZ-Gruppe

"Die Sache mit dem Reizgas" - das insbesondere brachte den Hotelchef wohl auf die Palme. Denn im Dezember 2007 musste der Wellness-Bereich des Hotels geräumt werden, weil dort Gas ausgetreten war. Mehrere Hotelgäste seien damals ärztlich behandelt worden, so der Fernsehbericht. Laut dem "Tagesspiegel" hat ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Cottbus den Eingang einer entsprechenden Strafanzeige bestätigt - nun wird untersucht, ob Mitglieder der Gruppe absichtlich Reizgas in dem Hotel freigesetzt haben. Der Hotelbesitzer geht davon aus, dass die Mitglieder der Gruppe tatsächlich dafür verantwortlich waren und befürchtet den Angaben seines Anwalts gegenüber dem RBB zufolge, dass sie weitere Anschläge planten. Durch eine Änderung der Nutzungsbedingungen dürfen die Betreiber von StudiVZ Nutzerdaten seit einiger Zeit herausgeben, wenn Ermittlungsersuche der Staatsanwaltschaft vorliegen.

In der Gruppe ging es allerdings ganz generell um die Arbeitsbedingungen in dem Hotel. Die Mitglieder hätten sich etwa über die Bezahlung und über angebliche Schikanen beschwert. Der RBB berichtet, sie hätten beispielsweise darüber geklagt, dass Auszubildende zur Arbeit in der Küche eingesetzt worden seien, obwohl das nicht in ihren Verträgen stand. Dem "Tagesspiegel" zufolge machten die Gruppenmitglieder bei StudiVZ auch Witze über die Gehbehinderung ihres Chefs. Die inzwischen gelöschte Gruppe hatte 18 Mitglieder.

Neun von ihnen wurde nun offenbar gekündigt - ob das aber arbeitsrechtlich Bestand haben wird, ist fraglich. Die gefeuerten Angestellten jedenfalls klagen nun vor dem Cottbuser Arbeitsgericht gegen ihre Kündigungen.

Der Fall ist nicht der erste, in dem Einträge in Web-Communities Internetnutzer in Schwierigkeiten bringen. Vor einigen Monaten musste eine Schülerin aus dem fränkischen Bad Kissingen ihre Schule verlassen, weil sie auf der Plattform SchülerVZ Beleidigendes über eine Lehrerin geschrieben hatte. Eine ursprünglich erstattete Anzeige wurde damals aber zurückgezogen.

cis

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