Wieso flüchtet sich der autistische Ben ausgerechnet in ein Online-Spiel wie "Archlord"?
Balthazar: Er wird von seinen Mitschülern gehänselt. Sein Leben ist also sehr hart. So geht es vielen Menschen, die anders sind. Aber alles, was dich im realen Leben sekundenschnell in eine Schublade steckt, wird in Online-Welten irrelevant. Da zählt das Äußere nicht, sondern das, was du zu sagen hast.
Ein Onlinegame als Ort für eine Therapie?
Balthazar: Warum nicht? Das Internet ändert unser Leben radikal. Vielleicht haben wir in fünf Jahren alle einen Avatar, selbst unsere Großmütter. Die erleben dort neue Abenteuer - und sind in dieser Welt jung und schön.
Haben Sie denn einen Avatar?
Balthazar: Ich habe mal einige Zeit "World of Warcraft" gespielt. Das hat meine Begeisterung für Online-Welten erweckt. Aber es war sehr schwer, damit wieder aufzuhören.
Wieso haben Sie sich dann für "Archlord" entschieden und nicht für "WoW"?
Balthazar: Mich reizte der Mangastil. Zudem konnten wir alle Charaktere und Landschaften kostenlos nutzen. Für das Spiel war es natürlich eine tolle Publicity. Kurz bevor "Ben X" in Belgien in die Kinos kam, stiegen die Verkaufszahlen von "Archlord" um 600 Prozent.
Und es gab ein richtiges Filmset im Spiel?
Balthazar: Ja, das war nicht ganz einfach. Wir hatten fünf hochlevelige Charaktere zur Verfügung. Standen die beieinander, zogen sie sehr viel Aufmerksamkeit auf sich. Also mussten wir extra ein Teammitglied abstellen, um die anderen Spieler vom Set fernzuhalten - wie auf einem echten Filmset. Es gab auch Avatare, die partout nicht gehen wollten. Die haben wir irgendwann einfach getötet.
Der Spielfilm "Ben X" läuft ab dem 8. Mai deutschlandweit in den Kinos.
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