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Netzwelt-Ticker Regierungsbeamter klaut White-House-Blackberrys

Werden mexikanische Beamte zu schlecht bezahlt? Einer von ihnen stibitzte beim Nordamerika-Gipfel reihenweise US-Blackberrys - und wurde erwischt. Außerdem im Überblick: Das Spiel GTA IV sorgt für Rummel, Wissenschaftler brechen in ein Botnetz ein und mehr.

Wie dumm kann man nur sein, fragt sich Tech.Blorge.com. Vorwurfsvoll erzählt das Blog von einem Treffen einer mexikanischen Delegation mit US-Präsident Bush. Alle Teilnehmer wurden gebeten, Handys und Mini-Computer auf einem Tisch vor dem Konferenzzimmer abzulegen. Das ist bei solchen Treffen üblich. Nicht üblich ist, dass der Presse-Attaché der Besucher die Gelegenheit nutzt und auf Raubzug geht.

Blackberry E-Mail-Handys: Heiß begehrt und auch was wert
REUTERS

Blackberry E-Mail-Handys: Heiß begehrt und auch was wert

Sechs oder sieben Blackberrys soll Rafael Quintero C. von Bush-Mitarbeitern und anderen amerikanischen Beamten geklaut haben. Als ihn eine Überwachungskamera überführte, war er bereits auf dem Weg zum Flughafen. Das Ende des Schlamassels: Die mexikanische Regierung forderte den durch Immunität geschützten Mann zum Rücktritt auf, ermittelt gegen ihn und entschuldigte sich in aller Form bei den USA.

Hype um Computerspiel: GTA IV schon im Netz

Wenige Tage vor dem Verkaufsbeginn von Grand Theft Auto IV - des nach dem iPhone wohl am meisten gehypten Stücks Unterhaltungselektronik – haben Software-Piraten das Spiel bereits im Netz veröffentlicht.

Laut Newsfactor sei es aber unklar, ob hinter dem über sechs Gigabyte großen Download auch tatsächlich das Xbox360-Spiel steckt. Die Cracker jedenfalls warnen, die gecrackte Version von GTA IV vor nächste Woche mit Microsofts Xbox-Live-Dienst zu verbinden. Wahrscheinlich, weil man sich damit ernsthaft verdächtig machen würde, ein raubkopiertes Spiel zu besitzen.

Ars-Technica-Autor Ben Kuchera interessiert das alles nicht. Er hat sich hingegen den "PR-Krieg zwischen Industrie und Kritikern" näher angeschaut. Kriegsgrund: Gewaltinhalte, Jugendverrohung, Meinungsfreiheit. Die Kontroverse tobt, noch bevor Spieler und Interessengruppen das Spiel überhaupt in den Händen halten. Die ESRB-Einstufung (das US-Pendant zur USK) warnt vor "intensiver Gewalt, Blut, Kraftausdrücken, stark sexualisierten Inhalten, teilweiser Nacktheit, Drogen und Alkohol". Kuchera: "Ich kann's kaum erwarten."

Wissenschaftler brechen in Botnet ein

Man bezeichnet sie als die stille Gefahr im Internet – neuartige Botnetze fallen massenweise über Netzrechner her. Da sie keine zentrale Kommandostelle mehr haben, ist ihnen kaum beizukommen. Forschern und Sicherheitsexperten der Uni Mannheim und des französischen Instituts Eurecom scheint nun gelungen zu sein, was bisher nur im Kleinen möglich war: Sich in ein Botnetz einzuschleichen und schadhaften Code mitzuschmuggeln, der das Botnetz lahmlegen könnte.

Als Versuchsobjekt haben sich die Forscher gleich einen mächtigen Happen vorgenommen: Das berühmte Storm-Botnet, welches gern als gigantische Gefahr des Internet gesehen wird. Darkreading.com erklärt, wie's geht.

US-Spione trainieren mit Computerspielen

Spannend: Der US-Nachrichtendienst Defense Intelligence Agency trainiert seinen Rekruten kritisches Denken an, indem er ihnen drei eigens zu diesen Zweck entwickelte Computerspiele vorsetzt. Wired hat "Rapid Onset", "Vital Passage" und "Sudden Thrust" probespielen können und ist begeistert: Die Spiele sind überraschend clever; hin und wieder eine surreale Mischung aus Unterricht, Humor und Intellektuellem.

Studie: Teenager und ihre Schreibgewohnheiten

In einer Telefonumfrage des "The Pew Internet and American Life Project" gaben über ein Drittel der befragten US-Teenager zwischen 12 und 17 Jahren an, schon einmal Internetabkürzungen wie LOL ("Laughing out Loud") in Hausaufgaben verwendet zu haben. Großes Aufstöhnen bei Lehrern und Philologenverbänden. Großes ROFL ("Rolling on the Floor Laughing") bei allen anderen.

Yahoo will sich ein wenig Web-2.0-erneuern

Auf der Web 2.0 Expo in San Francisco verkündete Yahoo-Cheftechniker Ari Balogh, wie sich sein Unternehmen von Grund auf in eine "offene, soziale Plattform" transformieren will. Web-Entwickler sollen Zugriff auf die Yahoo-Dienste bekommen und Nutzer selbständig zusätzliche Anwendungen und Funktionen auf Yahoo-Seiten einbinden können. Damit macht Yahoo einen wichtigen Web-Schritt mit: Die Öffnung der eigenen Produkte für Kunden und Entwickler zapft die Kreativität und Arbeitskraft unbezahlter Dritter an.

Die Web 2.0 Expo findet übrigens neben den Veranstaltungen in San Francisco, New York und Tokyo ab dem 21. Oktober auch in Berlin statt.

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