Von Richard Meusers
Wer im vergangenen Jahrhundert mehr über das Meer erfahren wollte, musste sich auf Forschungsreisen begeben - oder vor den Fernseher. Vom TV-Meeresforscher Jacques Cousteau erfuhr auch die wasserscheueste Landratte von Bord der "Calypso" alles über den verborgenen Lebensraum der Tiefe. Und heute? Cousteau ist längst tot, sein Schiff auf der Werft. Doch Rettung naht: Nachdem Suchmaschinenbetreiber Google seine Fangemeinde bereits mit seinem virtuellen Globus (Google Earth) und einem Blick ins unendliche Weltall (Google Sky) beglückt, folgt jetzt der virtuelle Ozean, Google Ocean.
Der soll schon bald neue Einblicke in die Topografie der Meeresböden liefern, die nicht minder dramatische Formationen aufbieten als das trockene Land. Zur Zeit ist eine Expertengruppe dabei, technische Details für die Erstellung einer Meereskarte in 3D zu besprechen.
Doch man wird nicht nur dreidimensional durch Tiefseegräben navigieren können. Verschiedene ozeanografische Institute und Forschungseinrichtungen sollen zusätzliche Daten wie hochauflösende Bilder von Korallenriffen und Schiffswracks zuliefern. Dazu kommen Angaben zu Meeresströmungen und Wassertemperaturen. Ein genauer Zeitpunkt für den Start des neuen Projekts ist allerdings noch nicht bekannt.
US-Militär: Angst vor "Kill-Switch"
Das amerikanische Militär hat eine neue Gefahrenquelle für die nationale Sicherheit ausgemacht: die Globalisierung. Denn die schließt auch die Produktion von elektronischen Computerbauteilen mit ein. Nun befürchtet das Pentagon, dass ausländische Produzenten bei der Herstellung militärischer Schlüsseltechnologie geheime Hintertüren einbauen könnten. Durch diese wäre es Angreifern im militärischen Ernstfall möglich, das hoch bezahlte Equipment im Handumdrehen in wertlosen Schrott zu verwandeln.
Um dieses Szenario zu vermeiden, nehmen die Techniker der Darpa, der Forschungsabteilung des Pentagon, jährlich ein paar hundert Millionen Dollar in die Hand, um einen "Cyber Range" zu errichten. Auf diesem virtuellen Truppenübungsplatz sollen der virtuelle Krieg unter Gefechtsbedingungen erprobt und eventuelle Schwachstellen aufgedeckt werden. Möglicherweise wird diese kostspielige Aktion maßgebliche Beiträge zur amerikanischen Landesverteidigung liefern. Möglicherweise ist das Ganze aber auch nur eine ziemlich teure PR-Aktion zugunsten in Amerika gefertigter Computertechnologie.
Umweltbelastung durch Rechenzentren nimmt zu
Während das Beratungsunternehmen McKinsey die Deutschen mit einer Studie zum Niedergang von Kfz-Industrie und Mittelschicht gruselt, sind die Ergebnisse einer anderen Untersuchung aus gleicher Quelle weithin unbemerkt geblieben. In nur zwölf Jahren könnten Computer das Flugzeug in seinem Rang als Klimakiller abgelöst haben. Verlaufe das Wachstum des Stromverbrauchs so rasant wie bislang, werde es sich bis 2020 vervierfachen und damit auch die entsprechenden CO2-Mengen, die bei seiner Herstellung anfallen. Allerdings könnten Verbesserungen in der Energieverwaltung und -nutzung dieses Szenario wohl noch ein wenig hinauszögern.
Privat-PCs in Kuba
Kubas Tauwetter hält an: Im März hatte Raúl Castro, der neue Staatschef der Insel, den Privatverkauf von Computern und Handys erlaubt, nun erscheinen die ersten Rechner in den Geschäften. Sofort bildeten sich lange Warteschlangen, aber nicht, um zu kaufen, sondern nur aus Neugier. Denn mit einem Preis von 800 Dollar sprengen die Geräte das Budget eines Durchschnittskubaners, dessen Monatseinkommen bei 20 Dollar liegt, um ein Vielfaches. Außerdem sind die Einsatzmöglichkeiten begrenzt, da für Privatpersonen noch immer kein freier Zugang zum Internet existiert. Den gibt es nur an einigen Arbeitsplätzen, Schulen und Universitäten. Schuld sollen die Amerikaner sein, denn deren Handelsembargo verhindere den Anschluss der Insel ans Internetglasfaserkabel im Meer, so die offizielle Lesart.
Also doch: Xbox 360 mit Blu-ray?
Gerüchteweise war immer wieder mal die Rede davon, Microsoft würde seine Spielkonsole Xbox 360 auch mit einem Blu-ray-Laufwerk ausrüsten. Eine chinesische Branchenzeitung will jetzt die Bestätigung bekommen haben. Ab dem dritten Quartal 2008 sollen Microsofts Blu-ray-Konsolen auf den Markt kommen. Eine entsprechende Vereinbarung haben die Redmonder dem Bericht zufolge mit der Asustek-Tochterfirma Pegatron Technology geschlossen. Über den Preis der so aufgerüsteten Konsole wurden von dem Blatt keine Angaben gemacht.
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