Von Dirk Kunde
Im Wettbewerb um die Zuschauergunst ist Anfang April eine weitere Plattform im Internet hinzugekommen. Apple verkauft auf seiner Medienplattform iTunes Fernsehserien. Das reicht von Stromberg bis Pastewka, von "Desperate Housewives" bis "Private Practice". Die Preise für den Download liegen zwischen 1,99 und 2,49 Euro pro Folge. Das ist viel Geld, auch wenn die Sendungen bildschirmfüllend anzuschauen sind.
Es geht aber auch günstiger. Comedy-Produzent Brainpool verkauft seine Serien bei iTunes, bietet sie gleichzeitig kostenlos auf der eigenen Plattform MySpass an. Der Haus-und-Hof-Lieferant von ProSieben und Sat.1 hat geschickt verhandelt. Die Online-Rechte gehen nicht automatisch an den ausstrahlenden Sender. So kann man Anke Engelke, Kaya Janar, Bastian Pastewka, Christoph Maria Herbst und Elton hier ganz umsonst sehen.
Bei ARD und ZDF führt die Online-Verwertung der Sendungen zu Streit mit den Produzenten. Eine neu gegründete Produzentenallianz, in der rund 80 Kino- und TV-Produktionsunternehmen organisiert sind, will Geld für die Online-Ausstrahlung, denn bei den Mediatheken handle es sich nicht um ein angestammtes Senderecht - sondern um ein Online-Recht. "Die neue zusätzliche Verwertungsart kann und darf den Sendern nicht automatisch zugesprochen werden", sagt Alexander Thies, Vorsitzender der Produzentenallianz.
Können sich die Produzenten mit ihren Forderungen durchsetzen, kommt den öffentlich-rechtlichen Sendern ihr Internet-Engagement teuer. Ob dann noch Armins Aussage aus dem Erklärvideo der ARD-Mediathek stimmt, ist ungewiss: "Die gesamte Mediathek ist bereits mit ihren Rundfunk- und Fernsehgebühren bezahlt, Sie brauchen also nicht noch mal Extrageld auszugeben."
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