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Alkoholismustherapie Wie Shelly in "Second Life" dem Wodka widersteht

2. Teil: Wie Shelly im "Second Life" neuen Lebensmut schöpft

Shelly berichtet, wie sie einen Tag vor der Hochzeit wieder mit dem Trinken angefangen hatte, weil sie erfuhr, dass sie dort ihren Bruder wiedersehen würde. Wie sie ihrem Bruder Vorwürfe machte, weil er seine Frau betrügt, und er Shelly dafür Schläge androhte. Sie erzählt, wie elend sie sich nach der Hochzeit fühlte, wie sie weitertrank, weil sie sich schämte, und wie sie sich dadurch noch elender fühlte. Wie die Familie Shelly für alles die Schuld gab und wie sie glaubte, Schuld zu sein, obwohl vieles gar nicht ihr Fehler war.

Ein halbes Dutzend Mal hörte Shelly mit dem Trinken auf, ein halbes Dutzend Mal fing sie wieder damit an. So ergeht es den meisten Alkoholikern: Das National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism der USA schätzt, dass 65 Prozent der US-Alkoholiker irgendwann rückfällig werden, die meisten noch im ersten Jahr nach der Therapie. In Deutschland liegt die geschätzte Rückfallquote bei 50 Prozent.

Volker Weissinger, Geschäftsführer des Fachverbandes Sucht e.V. räumt virtueller Therapie das Potential ein, die Rückfallquote zu senken - obwohl er der Plattform "Second Life" generell kritisch gegenübersteht. "Die meisten Alkoholiker werden rückfällig, sobald sie versuchen, sich wieder in den Alltag einzuleben", erläutert er. "Es ist wichtig, dass ihnen in Stresssituationen schnell geholfen wird. Eine virtuelle Anlaufstelle, in der Patienten orts- und zeitunabhängig Hilfe finden, wäre da ein guter, zusätzlicher Baustein."

Schocktherapie im Pixelflugzeug

Shelly macht auf Identity Island ausschließlich Gesprächstherapie, die virtuelle Welt bietet aber noch ganz andere Möglichkeiten der Therapie: Auf Identity Island gibt es zum Beispiel ein Pixelflugzeug, in das Shelly steigen könnte. In seinem Inneren dröhnen die Turbinen. Lampen flackern. Schwere Turbulenzen lassen den Boden beben, Passagiere werden unsanft in die Sitze gepresst. Vor dem Cockpit steht eine lächelnde Stewardess. Wer sie mit der rechten Maustaste anklickt, bekommt einen Beruhigungsdrink spendiert: Whiskey, Bier, Wodka, irgendwo zwischen Alkoholika versteckt auch Limonade.

Während ihre Avatare durch virtuelle Turbulenzen fliegen, liegen die Patienten in stark vibrierenden Ledersesseln. Sie tragen Spezialbrillen, die ihnen die virtuelle Welt direkt auf die Netzhaut projizieren. "Das Ergebnis ist schockierend echt", sagt Psychologe Stone. "Und es hat einen großen therapeutischen Wert. Wir können Patienten Extremsituationen durchleben lassen, in denen viele wieder zur Flasche greifen. Sie können so lernen, auch in schwierigen Momenten dem Alkohol zu widerstehen."

Shelly hat seit zwei Jahren keinen Alkohol mehr getrunken. Vor einiger Zeit schlenderte sie mit Bob, einem anderem Patienten, einen Steinweg hinauf. In der Ferne rauschte leise das Meer. Shelly und Bob setzten ihre Avatare in einen Springbrunnen hinein. Nach einer Weile merkten sie, dass sie nicht wieder hinauskamen. Erst lachten sie über ihr Missgeschick, dann schämten sie sich ein bisschen. Jeden Moment könnte sich ihr Therapeut vor ihnen materialisieren, und was sollte der dann wohl denken?

Eine Stunde unterhielten sie sich, über Therapie, Kinder und einen möglichen Fluchtweg aus dem nassen Pixelverließ. Dann entdeckte Bob den Ausweg: Er drückte eine Taste, und sein Avatar hob vom Boden ab. Shelly tat es ihm nach und begann zu schweben. Gemeinsam flogen sie davon.

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insgesamt 616 Beiträge
Spiritogre 24.01.2007
Habe bisher nur davon gelesen und ein paar Screenshots gesehen. Die Grafik ist noch so gerade okay und als virtueller Chatraum macht die Sache sicher Spaß, weniger Spaß ist, dass man richtiges Geld loswird wenn man im Spiel Sachen [...]
Habe bisher nur davon gelesen und ein paar Screenshots gesehen. Die Grafik ist noch so gerade okay und als virtueller Chatraum macht die Sache sicher Spaß, weniger Spaß ist, dass man richtiges Geld loswird wenn man im Spiel Sachen kauft. Ich denke aber das Konzept ist Ausbaufähig, schon in richtigen Onlinespielen verbringen die Spieler viel Zeit mit gemeinsamer Kommunikation anstelle des Spielens und ein Second Life ist am Ende auch nichts anderes als eine virtuelle Puppenstube oder Playmobil, nur dass man mit ganz vielen Leuten zusammen spielen kann.
DJ Doena 24.01.2007
Ich hab ein zweites Leben im Netz, ja. http://www.google.de/search?hl=de&q=%22DJ+Doena%22+OR+%22DJDoena%22&btnG=Google-Suche&meta= Ergebnisse 1 - 10 von ungefähr 10.600 für "DJ Doena" OR [...]
Ich hab ein zweites Leben im Netz, ja. http://www.google.de/search?hl=de&q=%22DJ+Doena%22+OR+%22DJDoena%22&btnG=Google-Suche&meta= Ergebnisse 1 - 10 von ungefähr 10.600 für "DJ Doena" OR "DJDoena". (0,40 Sekunden) Dafür brauch ich aber kein komisches Spiele-Programm. Mir reichen die Webforen, die es im Netz zuhauf gibt.
Artax 25.01.2007
So interessant das ganze Konzept auch klingt - ich sehe hier wie auch in vielen anderen Teilen des Internets (World of Warcraft, Chats etc...) eine große Suchtgefahr für den Menschen. Leider wird das noch viel zu wenig diskutiert. [...]
So interessant das ganze Konzept auch klingt - ich sehe hier wie auch in vielen anderen Teilen des Internets (World of Warcraft, Chats etc...) eine große Suchtgefahr für den Menschen. Leider wird das noch viel zu wenig diskutiert. Von einer reinen Verlagerung der Interessen von der realen in die virtuelle Freizeitgestaltung will Ich in dieser Form nicht sprechen. Da kommt auf unsere Gesellschaft noch ein dickes Problem zu (wenn Sie es nicht sogar schon hat). Interessanter Link : www.onlinesucht.de Artax
Alexander Wiggin 25.01.2007
Nach lesen des Artikels ""SECOND LIFE"-TAGEBUCH" über Sponto im Sexshop dachte ich mir: Typisch Medien. Der Artikel ist in etwa so, wie ein Artikel wäre, der eine Spaziergang durch das Rotlichtviertel von [...]
Zitat von sysopAuch schon Erfahrungen gesammelt in "Second Life"? Wie gefällt es Ihnen in der virtuellen Welt?
Nach lesen des Artikels ""SECOND LIFE"-TAGEBUCH" über Sponto im Sexshop dachte ich mir: Typisch Medien. Der Artikel ist in etwa so, wie ein Artikel wäre, der eine Spaziergang durch das Rotlichtviertel von Hamburg beschreibt und zum Ausdruck bringt, dass wohl ganz Hamburg so aussieht. Aus Neugier hatte ich das 2nd Life auch mal ausprobiert - vor ein paar Tagen. Meine Erfahrungen: Der Besuch im "International Space Flight Museum" war sehr interessant. Ich habe mir einen Überblick über die Raumfahrt der letzten 50 Jahre gemacht. Die Mondlandekapsel und das Space Shuttel habe ich mir in Ruhe von innen angesehen. Dann noch eine halbe Stunde NASA-TV angeschaut. Über die Mailingliste (freiwillig) habe ich eine Einladung für Samstag zu einem Interviewtermin zu einem neuen Radioteleskop bekommen. Beim zweiten Besuch war ich im Planetarium und habe mir die Legende/Geschichte der Casiopaia angeschaut. Dann war noch der Besuch in der Ausstellung über Wahrnehmung. Dort habe ich etwas über Farbenblindheit gelernt und konnte sogar sehen, wie sich Farbenblindheit auswirkt. Weil ich auch einmal ein Auto probieren wollte war ich dann noch im grpßen Freebie Warenhaus und habe mir dort kostenlos ein Auto, ein Motorrad, ein Hubschrauber, eine Yacht, Flügel und neue Klamotten besorgt. Also ehrlich... mein Bericht ist weniger reißerisch, kommt dafür der Wahrheit wohl näher. Oder?
Axelino 25.01.2007
Der x.-te Artikel in SPON zum Thema Second Life. Warum wird hier so massiv Werbung dafür betrieben? Die Grafik von SL scheint mir eher dürftig zu sein, und 3D-Communities gibts auch schon länger, wie z.B. von moove. Ich denke, [...]
Der x.-te Artikel in SPON zum Thema Second Life. Warum wird hier so massiv Werbung dafür betrieben? Die Grafik von SL scheint mir eher dürftig zu sein, und 3D-Communities gibts auch schon länger, wie z.B. von moove. Ich denke, wer ein zweites Leben braucht kommt irgendwie mit dem ersten nicht so recht klar.
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