Von Richard Meusers
Goldene Zeiten für sparsame iPhone-Fans: Das "iPhone Dev Team" hat einen sogenannten Jailbreak für das iPhone 3G und den iPod Touch herausgegeben, die mit der 2.0-Software laufen. Jailbreak bedeutet: Auch nicht von Apple offiziell lizenzierte Anwendungen können auf dem Telefon zum Laufen gebracht werden. Auch wenn es naheliegt, ist das "Pwnage Tool" getaufte Stück Software nicht als iPhone-Dosenöffner gedacht, um etwa das Sim-Lock zu umgehen, das den Käufer an einen bestimmten Mobilfunkbetreiber binden soll.
IPhone 3G: Befreit aber ausverkauft
Amazon S3 schon wieder down
Der Web-Speicherdienst Amazon S3 verspricht Unternehmen, Daten von deren Kunden dauerhaft und sicher im Web zu speichern, damit die Web-Dienstleister sich nie mehr um entsprechende Server-Kapazitäten sorgen müssen.
Am Wochenende stotterte der Amazon-Service kräftig und war über mehrere Stunden down, davon war sowohl das Angebot in den USA als auch das europäische betroffen. Wegen der Amazon-Probleme waren unter anderem das Fotoportal Smugmug und der Web-Organizer Backpackit nicht erreichbar.
Google verkauft Lokal-Anzeigen
Suchmaschinenbetreiber Google feilt an einem weiteren Sargnagel für die gedruckte Presse. Ist der überregionale Anzeigenmarkt schon seit längerem ins Netz umgezogen und stürzte so manchen Zeitungsverlag in arge Finanzierungsprobleme, geht es nun um den Markt der lokalen Anzeigen. Zusammen mit dem Auskunftsdienst Telegate will Google kleinen und mittelständischen Unternehmen eine Alternative zur klassischen Reklame in Telefon- und Branchenbüchern bieten.
Allerdings drängelt sich die bislang nicht sonderlich webaffine Zielgruppe nicht gerade um Online-Anzeigen, sondern muss erst mühsam vom neuen Angebot überzeugt werden. Da kommen die 400 Vertriebsleute von Telegate gerade recht, die zukünftig auch Google Ads unter den lokalen Mittelstand bringen sollen.
Wikipedia bald nur noch auf Nummer sicher?
Die Achillesferse eines prinzipiell offenen Angebotes wie der Online-Enzyklopädie Wikipedia ist die Verwundbarkeit gegenüber Manipulationen jeder Art. Seien es Mitarbeiter von Politikern oder Unternehmern, die den Eintrag über den Chef schönen, seien es schlicht Vandalen, die aus Lust und Anarchie die unterschiedlichsten Texte verwüsten. Schon seit längerem soll das durch die Speicherung der IP-Adresse der Autoren verhindert werden. Zusätzlich werden Beiträge von "vertrauenswürdigen" Wikipedia-Zuarbeitern auf ihre Richtigkeit hin überprüft.
Diese Sichtung wird in den einzelnen Artikeln seit einiger Zeit mit einem "Gesichtet"-Hinweis versehen. Nächster Schritt in der Sorge um Qualitätssicherung: Jeder neue Artikel und jede Änderung sollen erst dann online gehen, wenn sie von einem Experten auf Korrektheit überprüft worden sind. Möglicherweise werden diese "flagged revisions" über Deutschland hinaus zum Wikipedia-Standard. Ein weiteres Instrument, der WikiScanner, informiert, ob zum Beispiel der Autor eines Artikels über eine bestimmte Firma von ebendiesem Unternehmen bezahlt wird. WikiScanner-Macher Virgil Griffith stellte nun zwei Tools vor, die unangemessenen oder gar schädlichen Änderungen schneller beikommen sollen.
Zum einen soll die Identifizierung von Autoren beschleunigt werden, zum anderen sogenannte edit wars ("Bearbeitungskriege") ausgemacht werden. Diese zum Teil heftigen Auseinandersetzungen toben traditionell zwischen verschiedenen Fraktionen zu umstrittenen Themen wie dem Israel-Iran-Konflikt oder China und Tibet und können zu täglich wechselnden Artikeln unter demselben Stichwort führen.
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