Peking - Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC) wollen die Web-Seite beijingticketing.com per Gerichtsbeschluss schließen lassen. Die Firma verkaufte Eintrittskarten - zum Teil für Beträge von mehr als 10.000 Dollar (rund 6400 Euro), wie die "Los Angeles Times" berichtet. Die Käufer hörten anschließend nichts mehr von der Firma. Es handle sich um "dreisten Betrug", zitierte die Zeitung Rana Dershowitz vom USOC.
Montag früh deutscher Zeit war die Seite beijingticketing.com noch online, die laut "Los Angeles Times" identische Seite beijing-tickets2008.com war nicht mehr abrufbar.
Wer hinter dem Fall steckt und wo auf der Welt die Betrüger sitzen, ist bislang unbekannt. In Peking betonte das Organisationskomitee Bocog, man wisse nichts Konkretes. "Wir haben die Leute immer aufgerufen, Tickets über die regulären Kanäle zu kaufen", sagte Bocog-Sprecher Sun Weide in Peking. "Wir sind gegen Ticketverkauf auf dem Schwarzmarkt." Nach Berichten englischsprachiger Medien fanden die Betrüger ihre Kunden in den USA, in Australien, Neuseeland, Großbritannien und Belgien.
Deutsche Olympiafans sind offenbar nicht betroffen. "Aus Deutschland habe ich bisher nichts von solchen Fällen gehört", sagte Gerd Graus, der Sprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Das IOC und seine Mitgliedsverbände haben in jedem Land einen offiziellen Verkaufsagenten bestellt. Die Zulassung der Organisatoren für den Online-Kartenverkauf hat nur die chinesische Seite www.tickets.beijing2008.cn.
lis/dpa
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