Von Konrad Lischka
Ein Säugling hat es besonders einfach, sich beim deutschen Menschel-Netzwerk "Wer kennt Wen" anzumelden. Eigentlich müssen Mitglieder ja mindestens 14 Jahre alt sein, aber im Anmeldeformular stellt das Kölner Netzwerk trotzdem das Geburtsjahr 2008 nach ganz oben. Wer seinen ersten Geburtstag noch vor sich hat, muss bei "Wer kennt wen" am wenigsten rumscrollen, um sich anzumelden.
Eine völlig sinnlose Anordnung - kein Säugling wird sich je bei "Wer kennt Wen" anmelden. Und wenn sich jemand aus Scroll-Faulheit als Nulljähriger ausgibt, erkennt die Software die Anmeldung einfach nicht an und verlangt wieder: "Bitte gib Dein Geburtsjahr an": Sprich: Alle in dem Menü zum Herunterscrollen absteigend aufgeführten Jahreszahlen von 2008 bis 1994 sind überflüssig.
Warum die unnötigen Jahreszahlen trotzdem da stehen? Vielleicht, weil das fast alle Netzwerke so machen. Bei Facebook beginnt das Auswahlmenü für das Geburtsjahr auf der Anmeldeseite natürlich mit dem Jahr 2008, bei MySpace genauso. Wer sich hier registriert, muss fleißig Jahreszahlen durchblättern, bis er auch nur in die Nähe eines Alters kommt, in dem man lesen kann.
Etwas intensiver haben offenbar die Gestalter bei der Studenten-Community StudiVZ nachgedacht: Hier steht als erstes auswählbares Geburtsjahr in der Anmeldeliste 1990 - ganz vernünftig, da man volljährig sein muss, um sich überhaupt bei StudiVZ registrieren zu dürfen.
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