Von Felix Knoke
Zu den Kunden der britischen Illustratorin Linzie Hunter gehören respektable Medien wie der "Guardian" und das "Time Magazine" – und möglicherweise auch der ein oder andere Spam-Fan. Denn Hunter durchsucht Spam nach rührenden, lustigen oder einfach nur hohlen Einzeilern, macht daraus bunte Bildchen und verkauft diese im Netz. So einfach ist es, aus den Mitteln der Geschäftemacher selber ein Geschäft zu machen.
Ein ähnliches Faible für Spam-Einzeiler trieb auch die kanadische Künstlerin Kipling West um: In ihrem Fresh-Spam-Blog illustrierte bis vor einem Jahr die oft mysteriösen Betreffzeilen der Werbe-Mails. Seitdem allerdings ist der Nachschub an Spam-Comics versiegt. Kiplings Argument: "Es ist schwierig zu spammen, wenn's draußen so schön ist." Hatte sie also ein ganzes Jahr lang Traumwetter? Wenn ja, dann ist Steven Frank wahrscheinlich ihr Nachbar. Auch er zeichnete auf seiner Website auf Spamusement.com bis Mitte 2007 noch von Spam-Überschriften inspirierte Comics. Seitdem herrscht Funkstille. An mangelndem Spam-Nachschub kann das wohl kaum liegen.
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