Von Richard Meusers
Seit einem Jahr versucht der Online-TV-Dienst Joost das nächste dicke Ding im Netz zu werden, kommt dabei aber nicht recht voran. Ob's daran liegt, dass sich der interessierte Nutzer erst eine Joost-Software besorgen und installieren muss? YouTube-Nutzer haben es da viel einfacher, sie klicken einfach auf das Filmchen ihrer Wahl - fertig.
Davon haben sich auch die Joost-Macher beeindrucken lassen und eine webbasierte Version ihres Filmangebotes gebastelt. Das TV-Programm wird damit nicht mehr wie bisher nach dem Tauschbörsenprinzip über ein P2P-Netzwerk verbreitet. Die Web-Version funktioniere in jedem Browser, so Cnet. Allerdings ist immer noch die Installation eines Joost-Plug-ins erforderlich.
Auch wenn diese Halbheit dem unvoreingenommenen Betrachter nicht recht einleuchten will, hält Joost-Chef Mike Volpi sie für einen großen Fortschritt. Immerhin würde die neue Anwendung auch den Energieverbrauch der benutzten Laptops senken. Dünnes Programmangebot, immer noch umständliche Handhabung - ob Joost mit ein bisschen Öko-Image nun zum YouTube-Killer wird, darf bezweifelt werden.
Botnets bleiben eine Bedrohung für Facebook
Griechische Forscher haben eine Test-Applikation programmiert, um zu demonstrieren, wie leicht sich die Computer von Facebook-Nutzern in ein Botnet verwandeln lassen. Das Programm zeigt einfach jeden Tag ein neues Bild aus dem Bestand von "National Geographic". Während des Betrachtens versendet der Computer allerdings eine automatisierte Anfrage an einen anderen Rechner.
Wenn das in kurzer Zeit häufig genug geschieht, ergibt der Ansturm an Anfragen eine sogenannte Distributed Denial-of-Service Attack. Dazu muss das kleine Programm nur weit genug verbreitet sein. Was sich ganz von selbst ergab, weil sich der putzige kleine Bilderzeiger in der Facebook-Gemeinde schnell größter Beliebtheit und damit Verbreitung erfreute. Nicht nur für die Facebook-Macher gilt also: Vorsicht mit den hochgepriesenen APIs, den offenen Programmierschnittstellen.
Britische Datenschlamperei könnte teuer werden
Die am Sonntag bekanntgewordene erneute Schlamperei im Umgang mit sensiblen Daten kratzt nicht nur am Image des Vereinigten Königreichs, sie könnte auch ein teures Nachspiel haben. Zwar ist der Datenträger bereits seit einem Jahr abgängig, aber der Verlust wurde erst im Juli gemeldet. Die politisch Verantwortlichen erfuhren erst am Wochenende von der jüngsten Datenpanne.
Auf der verlorengegangenen Festplatte befanden sich detaillierte Angaben zu 5000 Strafvollzugsbeamten, ihren Arbeitsplätzen und Wohnadressen. Jeder kann sich ausmalen, wozu sich dieses Material in den Händen von nachtragenden Ex-Gefängnisinsassen entwickeln könnte. Was zur Folge haben könnte, dass die betroffenen Gefängniswärter und Bewährungshelfer nicht nur ihren Arbeitsplatz wechseln müssen, sondern auch gemeinsam mit ihren Familien den Wohnort. Eine millionenteure Umzugsaktion, die natürlich zulasten der Steuerzahler ginge.
Firefox 3.1: Zweite Vorabversion ist draußen
Neues vom Feuerfuchs: Mozilla bastelt weiter am beliebten Browser und stellte jetzt die zweite - englischsprachige - Alphaversion Firefox 3.1 zum Herunterladen zur Verfügung. Freiwillige Tester können ab sofort neue Features ausprobieren. So lassen sich beispielsweise Tabs zwischen verschiedenen geöffneten Browserfenstern per Drag & Drop verschieben. Auch die Geschwindigkeit soll dank einer verbesserten JavaScript-Verarbeitung deutlich gesteigert worden sein.
US-Anzeigenverband gegen Google-Yahoo-Deal
Eine mögliche Elefantenhochzeit der beiden Suchmaschinenriesen Google und Yahoo bereitet so manchem Kopfschmerzen. So auch dem Verband der amerikanischen Reklametreibenden "ANA". Der beschwerte sich jetzt beim US-Justizministerium ganz offiziell über die Zusammenarbeit von Google und Yahoo bei der Vermarktung der Suchanzeigen. Denn die beiden würden gemeinsam 90 Prozent des Marktes abdecken. Von freiem Wettbewerb könne wohl keine Rede mehr sein . Besonders kleine Unternehmen drohten so unter die Räder zu kommen.
Außerdem:
Elektronisches Buch: Kindle-Konkurrenz aus Dresden
Unterirdisch: "Subway"-Schleichwerbung bei ProSieben?
Der eingebildete Funker: Handynutzer hören Phantomanrufe
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