Im laut offizieller Zeitrechnung zehnten Jahr seiner Existenz lässt die Suchmaschine im Tempo nicht nach. in den ersten acht Monaten des Jahres 2008 wurden bisher eine kollaborative Wissensplattform (Knol),eine 3D-Chat-Anwendung (Lively), Straßenansichten für noch mehr Großstädte und der eigene Google-Browser Chrome gestartet.
Google ist heute eine Weltmacht, ein Milliardenkonzern, der Angstgegener vieler Unternehmen der alten wie der New Economy.
Googeln ist ein Verb, und eine Welt ohne Google ist für viele nicht mehr vorstellbar.
Zwar sind viele der Anwendungen und Dienste, die das Unternehmen im Laufe der Jahre bereitgestellt hat, Flops geblieben - doch der zentralen Rolle von Google für alles, was mit dem Internet zu tun hat, hat das keinen Abbruch getan.
In fast allen entscheidenden Märkten liegt das Unternehmen, was die Web-Suche angeht, uneinholbar vorne. Und der Börsenwert des Unternehmens ist heute trotz der globalen Krise fünfmal so hoch wie zum Zeitpunkt des Börsengangs - allen damaligen Unkenrufen zum Trotz. Das "Wall Street Journal" etwa schrieb 2005: "Noch mehr verkaufen, und zwar schnell. Bevor die Vernunft an den Kapitalmarkt zurückkehrt." Wer sich damals daran gehalten hat, wird sich heute mächtig ärgern.
Gleichzeitig wächst die Kritik am Suchmaschinengiganten. Die immer neuen Projekte scheinen vielen Nutzern und Datenschützern inzwischen Ausdruck eines gewaltigen Datenhungers - sowohl auf persönliche Informationen über die Nutzer als auch auf nahezu jede beliebige Art von Information, die dem gewaltigen Weltarchiv Google einverleibt werden könnte. Eben erst hat der Konzern angekündigt, man wolle nun auch die Zeitungsarchive dieser Welt digitalisieren - Google schickt sich weiterhin an, zum zentralen Einfallstor für alles zu werden, was Menschen jemals wissen wollen könnten.
Der Google-Leitspruch "Don't be evil" hat für manche inzwischen einen hohlen Klang.
Und die Beschreibung der eigenen Mission, man wolle "alle Information der Welt organisieren", klingt zuweilen eher wie eine Drohung.
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