Von Dirk Kunde
Preise jagen und Countdown-Zähler verfolgen eher männliche Käufer. Für Frauen entwickeln sich Einkaufsclubs zum angesagten Einkaufsziel im Web. Hier muss man Mitglied werden, um die Angebote zu sehen. Das geht meist nur auf Einladung oder Empfehlung.
So schafft man Begehrlichkeiten und einen vermeintlichen VIP-Status. Bei Vente-Privee.com, BuyVip.de oder Brands4friends.de sind vor allem Mode, Accessoires und Deko-Artikel im Angebot. Die Anbieter betonen, dass es sich um Originalprodukte handelt, die sie jedoch deutlich, bis zu 70 Prozent unter Ladenpreis verkaufen, weil sie aus Sonderkollektionen, Überhängen oder der vorherigen Saison stammen.
Männer wie Frauen spricht der Düsseldorfer Pate an. Mit Schutzgeld.de besetzt Peter Faisst die Humornische beim Entertainment-Shopping. Seine Seite ist aufgemacht wie ein Schreiben der Mafia. Hier gibt es "Heiße Ware" und "Erpressungsopfer".
Das kommt gut an. 27.000 Menschen haben sich der "Gang" bereits angeschlossen und feilschen im Mafia-Deutsch mit dem Paten.
Besonders bizarr: In regelmäßigen Abständen verscherbelt der Pate Überraschungspakete zwischen 20 und 30 Euro. Damit räumt Faisst sein Lager auf. Der Kunde weiß nicht, was ihn erwartet. Mit mehr als 1000 Bestellungen lief ein Paket besonders gut, das der Pate ausdrücklich mit "isse Reste" angekündigt hatte.
Da soll noch mal jemand sagen, die Deutschen verstehen keinen Spaß beim Einkaufen.
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