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Im Ausland einkaufen Schnäppchenjagd im Minenfeld

2. Teil: Reklamationen und Schadensfälle - was heißt das eigentlich, wenn schon Zoll gezahlt wurde?

Ohne Zweifel: Manche Unterhaltungs- und Technikartikel sind im Ausland günstiger als hierzulande. Aber gerade in diesen Segmenten ist auch mit Komplikationen zu rechnen.

Risiko: Empfindliche Strafen hagelt es, wenn man Waren online einkauft, die einem Importverbot unterliegen
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Risiko: Empfindliche Strafen hagelt es, wenn man Waren online einkauft, die einem Importverbot unterliegen

Gibt es einen Netzbetreiber für das Handy? Spielt der DVD-Player Scheiben mit anderen Ländercodes ab? Sind Netzspannung und Anschlüsse passend? Wie teuer ist ein Adapter? Wie hoch sind Versandkosten und etwaige Bankgebühren? Wie steht es um Garantieleistungen?

Oft fallen sie geringer aus als in Deutschland. Leider gibt es Hersteller, die dem Auslandskäufer im Garantiefall Unterstützung durch eine hiesige Niederlassung verweigern. Besonders bei Reklamationen im fernen Ausland und bei unseriösen Anbietern sind gütige Lösungen kaum zu erwarten.

Fallstricke vermeiden: Was kann, was muss man tun?

Weit häufiger als der Einkauf hochpreisiger Artikel bei einem windigen Händler dürfte die kleine Schnäppchenjagd beim durchaus zuverlässigen Shop sein. Hier heißt der häufigste Fallstrick Zoll: Damit die Abfertigung reibungslos verläuft, sollte der Verkäufer unbedingt eine Zollinhaltserklärung abgeben.

Das heißt: Die Ware muss so genau beschrieben werden, dass ihre Einreihung im Zolltarif möglich ist. Über diesen und den Zollwert werden dann die anfallenden Zollgebühren ermittelt. Transportkosten sind in der Regel in voller Höhe in den Zollwert einzubeziehen.

Bei kommerziellen Waren gilt dabei grundsätzlich: Postsendungen sind nur dann einfuhrabgabenfrei, wenn ihr Gesamtwert nicht größer als 22 Euro ist. Ab Dezember wird dieser Wert auf 150 Euro gehoben. Von der Befreiung ausgeschlossen bleiben Alkohol, Parfüm und Tabakwaren.

Übrigens ist es für die Berechnung der Einfuhrabgaben irrelevant, ob es sich um einen privaten oder gewerblichen Verkäufer oder ob es sich um neue oder gebrauchte Artikel handelt. Einfuhrsendungen mit einem Wert von mehr als 1000 Euro müssen schriftlich angemeldet und von der Ausfuhrzollstelle abgestempelt werden.

Der Zollbetrag, also die zu kalkulierende Zollabgaben, sind abhängig vom Zollwert und von dem anzuwendenden Zollsatz, der wiederum vom jeweiligen Zolltarif abhängt. Jede Ware besitzt eine eigene Zolltarifnummer. Die Einreihung von Waren in einen Zolltarif erfolgt mittels Taric, dem Integrierten Tarif der Europäischen Gemeinschaft. Das sieht zunächst schrecklich kompliziert aus, lässt sich aber mit etwas Übung durchaus bewältigen. Immerhin gibt es zur Taric-Abfrage eine englischsprachige Dokumentation. Zusätzlich zu berücksichtigen beziehungsweise zu entrichten sind dann noch Einfuhrumsatzsteuer und gegebenenfalls Verbrauchsteuern.

Die Post, dein Freund und Helfer

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DPA

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Wird die Sendung durch die Deutsche Post befördert, erledigt diese meist die Zollformalitäten für den Einkäufer, gegebenenfalls wird die Warensendung an die zuständige Zollstelle weitergeleitet. Dann erhält man eine Benachrichtigung und nimmt beim Zollamt eine Selbstverzollung vor. Bei Kurier- und Expressdiensten fällt mitunter eine Abfertigungsgebühr an. Auch diese sollte man bei etwaigen Schnäppchenjagden einkalkulieren.

Doch was passiert, wenn ich Waren, die ich ordnungsgemäß verzollt habe, bei Nichtgefallen wieder an das ausländische Versandhaus zurückschicke? Oder wie verhält es sich mit der Wiedereinfuhr von Waren nach einem Garantiefall? Antworten auf diese Fragen gibt's auf der deutschen Zoll-Website bei den FAQ (Frequently Asked Questions). Stichwort: Internet-Handel und Postverkehr.

Fazit: Bestellungen in Nicht-EU-Ländern erfordern besondere Kalkulationen des Einkäufers. Die Chance auf Schnäppchen ist gegeben, die Risiken sind aber - besonders bei Garantieleistungen - sorgsam abzuwägen. Gleichwohl gilt: Das Internet ist ein famoses Einkaufsparadies, in dem sowohl angesagte Neuwaren (idealerweise bei deutschen Importeuren) als auch seltene Gebrauchtwaren (in Auktionshäusern oder Antiquariaten) zu erwerben sind.

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insgesamt 21 Beiträge
??? 23.09.2008
So kompliziert wie im Artikel dargestellt ist das nun auch wieder nicht. Die Händler, die einen Versand ins Ausland anbieten erledigen natürlich den Papierkram und wer selbst schon mal ein Paket ins Ausland geschickt hat kennt das [...]
So kompliziert wie im Artikel dargestellt ist das nun auch wieder nicht. Die Händler, die einen Versand ins Ausland anbieten erledigen natürlich den Papierkram und wer selbst schon mal ein Paket ins Ausland geschickt hat kennt das ja auch. Es ist also schon so, klicken und abwarten. Dann etweder direkt an der Tür beim Postboten die Zollgebühr bezahlen oder auf dem Zollamt. Ich war schon einige Male dort, die Leute kennen ihre Tabellen auch da muss man nix wissen. Zu Deutschen sind sie auch ganz freundlich, Ausländer bekommen oft "Amtssprache ist hier deutsch zu hören", das habe ich mehrfach angehört und finde es eine Frechheit das die Leute nicht mal Englisch sprechen oder sprechen wollen. Beim Garantiefall eben zurückschicken, halt ins Ausland. Das macht der deutsche Händler nicht anders nur das der nochmal kräftig Gewinn absahnt. Es ist wie mit allem: man muss sich ein wenig auskennen dann ist es kinderleicht.
spectator11 23.09.2008
Ist das wieder so ein Artikel aus dem Finanzministeriums, um den Leuten Angst zu machen? Seit wir einen Finanzminister haben, der offen zur Steuerdenunziation von Freunden, Arbeitgeber usw. aufruft, würde mich dies jedenfalls [...]
Zitat von sysopPreisgünstig über das Internet einkaufen? Eine feine Sache, denn gerade in Übersee locken Schnäppchen-Angebote. Doch die Sache ist nicht so einfach, wie sie scheint. So mancher arglose Kunde verletzt ungewollt Steuer- und Zollrecht: Im Extremfall droht der Eintrag ins Strafregister. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,579750,00.html
Ist das wieder so ein Artikel aus dem Finanzministeriums, um den Leuten Angst zu machen? Seit wir einen Finanzminister haben, der offen zur Steuerdenunziation von Freunden, Arbeitgeber usw. aufruft, würde mich dies jedenfalls nicht wundern. In die gleiche Richtung zielt offenbar die neulich an den Grenzen durchgeführte "Geldsuchaktion" um angebliche Drogengelder, die im Ausland gewaschen werden sollen, aufzuspüren. Dies ist m.E. nur wieder ein Versuch, die Bevölkerung davon abzuhalten, angesichts der demnächst wirksam werdenden Abgeltungssteuer Geld ins Ausland zu schaffen. Mit der telegenen Veröffentlichung solcher an sich wenig effektiven Aktionen sollen offenbar Millionen Zuschauer "erzogen" werden.
norbertr 23.09.2008
Meine Speicherkarte aus Hongkong kam mit dem Vermerk "Reparaturware" auf der Verpackung und war deshalb zollfrei ....
Meine Speicherkarte aus Hongkong kam mit dem Vermerk "Reparaturware" auf der Verpackung und war deshalb zollfrei ....
jasthoff 23.09.2008
da hört man es täglich im Radio und Fernsehen: im Zuge der Globalisierung müssen wir jene Kröte schlucken, im Rahmen von globalen Strukturveränderungen werden so und soviel tausend Menschen entlassen...was war denn noch mal der [...]
da hört man es täglich im Radio und Fernsehen: im Zuge der Globalisierung müssen wir jene Kröte schlucken, im Rahmen von globalen Strukturveränderungen werden so und soviel tausend Menschen entlassen...was war denn noch mal der Vorteil der Globalisierung? So weit wollen wir dann wohl doch nicht gehen, zumindest nicht unsere Administrationen....Geld beim Bürger abkassieren hat schließlich jahrhunderte lange Tradition. Das ist erhaltenswert! Da werden dem Privatmann 150 Euro aus der Tasche gezockt, weil er ein Schnäppchen in Bankok machen wollte, und der KfW-Mitarbeiter, der schnell mal eben noch 500 Millionen überwiesen hat geht straffrei aus....so wird es kommen. Beamte im Dienst halt....Es wird Zeit darüber nachzudenken, wie lange man sich das alles noch gefallen lassen will. Zeit darüber nachzudenken, ob man in Zeiten der Globalisierung überhaupt noch Verwaltungen in der Art großer Breite braucht. Europa, Deutschland, 16 Bundesländer, Städte und Gemeinden.... wer braucht das? Brauchen wir 16 Landesregierungen mit ihren Apparaten? 9 würden doch auch reichen, wer braucht Berlin als Bundesland, oder Hamburg. Könnte das Saarland nicht gemeinsam mit Rheinland Pfalz regiert werden? Das würde prächtig Geld sparen, dafür könnte man den Bürgern mal Steuern erlassen, oder Zölle. Das wäre mal ein Sparkurs, der den Namen auch verdient. Ansonsten wird beim Sparen immer nur auf den Bürger gezeigt. Das sollten sich unsere Regierungen mal sparen!
Iggy Rock 23.09.2008
Ich habe bestimmt für mehrere Tausend Euro inzwischen Ware aus dem Ausland bezogen, mit verschiedenen Versandunternehmen, alles wurde problemlos abgefertigt, d.h. verzollt. Probleme gab es keine, selbst Instrumente aus [...]
Ich habe bestimmt für mehrere Tausend Euro inzwischen Ware aus dem Ausland bezogen, mit verschiedenen Versandunternehmen, alles wurde problemlos abgefertigt, d.h. verzollt. Probleme gab es keine, selbst Instrumente aus Tropenhölzern gehen problemlos durch, letztlich sind ähnliche auch frei in Deutschland erhältlich. Das man bei solchen Bestellungen nebst Kreditkartengebühr, evtl. Verlusten bei Kursschwankungen, Abzüge beim Kaufpreis wegen wegfallen der Steuern im Ausland, die inzwischen recht hohen Portokosten und den Zoll mitberechnen sollte, sollte jedem klar sein. Dennoch ist "Kleinkram", etwa DVD oder Audio CDs in den USA nicht selten so billig, dass jene Kosten, solange sie unter der Zollgrenze bleiben, günstiger sind wie ein Kauf in Deutschland. Natürlich, das darf man keinem ökologisch-korrekt Denkendem erzählen, weil das stets über Luftfracht abgewickelt wird und der Transport über 6000km irgendwie schwachsinnig ist, aber wer sparen will, kommt irgendwann auch über die Hürde. Schüttelt wahrscheinlich nur den Kopf, warum Waren in Europa teilweise so übertrieben teuer sind. Gut finde ich in dem Artikel die Nennung der 150€ Freigrenze, die noch dieses Jahr kommen wird. Erst dann wird sich auch ein größerer Einkauf von Kleinkram im Ausland rechnen. Ansonsten, viel Angstschürerei, Garantieleistungen z.B., auf die verzichtet jeder logisch denkende Mensch nun einmal, angesichts der Portokosten. Das man jeden Preis erst einmal durchrechnet und mit dem dt. Preis abwägt, dürfte klar sein.
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