"Wichtige Informationen über ihre Musikeinkäufe" - so beginnt eine E-Mail des US-Handelsriesen Wal-Mart, die laut der US-IT-Nachrichtenseite " Wired" viele Kunden erreichte. Um die wirklich wichtigen Details druckst der Wal-Mart-Kundendienst dann noch etwas herum, erklärt zunächst, dass Wal-Mart seit Februar in seinem Online-Musikkaufhaus nur noch Download-Songs ohne Kopierschutz im MP3-Format verkauft.
Wal-Mart: Der US-Handelsriese schaltet seinen Online-Musikkäufern die DRM-Server ab
Die Nachricht: Wer vor diesem Formatwechsel bei Wal-Mart Musik geladen hat, könnte das schon bald bereuen. Denn am 9. Oktober lässt das Unternehmen die Haltbarkeit dieser Daten ablaufen.
In der Kundeninformation klingt das so: "Vom 9. Oktober an können wir Ihnen nicht länger bei Fragen zum Kopierschutz von geschützten, auf Walmart.com geladenen Dateien helfen." Konkret: "Wenn Sie bis dahin Ihre Dateien nicht sichern, werden Sie die Daten nicht auf andere Rechner übertragen, nach einer Neuinstallation des Betriebssystems oder einem Crash nutzen können."
Wer derzeit in Urlaub oder auf Geschäftsreise ist und in den nächsten zwölf Tagen nicht dazu kommt, seine Wal-Mart-Musiksammlung auf CDs zu brennen, hat Pech und sollte den Computer nicht wechseln, wenn er noch lange die Kaufmusik hören will.
Im April hatte Microsoft mit einer ähnlich kurzfristig angedrohten Abschaltung der DRM-Server den Zorn von Kunden und Bürgerrechtlern provoziert. Der Konzern verlängerte damals die Frist bis zur Abschaltung seiner Server.
Deutsche Download-Musik: Bitte auf CD sichern!
In Deutschland ist abgesehen vom iTunes-Angebot der größte Teil der in Online-Shops als Download verkauften Musik derzeit noch per DRM geschützt (siehe Tabelle unten). Derart geschützte Dateien können schlimmstenfalls nicht auf Musik-CDs gebrannt, nicht auf MP3-Player übertragen und nur auf einem Windows-PC gehört werden. Folge: Kunden sollten vor dem Musikkauf in den Nutzungsbedingungen genau nachlesen, wie, wo und wie häufig Musik gehört werden darf.
| Überblick: Deutsche Kaufmusik-Angebote | |||||
| Angebot | iTunes | Amazon.de | Musicload | Saturn | Napster** |
| große Labels im Angebot | EMI, Universal Music, Warner, SonyBMG | EMI, Universal Music, Warner, SonyBMG | EMI, Universal Music, Warner, SonyBMG | EMI, Universal Music, Warner, SonyBMG | EMI, Universal Music, Warner, SonyBMG |
| verfügbare Songs insgesamt | > 10 Mio. | 5 Mio. | 6,5 Mio. | 5 Mio. | 7 Mio. |
| Dateiformat | AAC | MP3 | MP3 | MP3 | derzeit WMA mit DRM |
| Songs mit DRM | -* | - | - | - | derzeit alle, komplette Umstellung auf MP3 für 2009 geplant |
| Songs ohne DRM | komplett | 5 Mio. | komplett | komplett | s.o. |
| Preis Song | 0,69 - 1,29 Euro | 0,68 bs 0,99 | 0,79 bis 1,99 Euro | 0,99 | 0,99 |
| Preis Album | Preise von 4,99 bis 25,99 Euro | Preise von 4,99 bis 185 | 6,95 bis 14,95 Euro | 9,99 | ab 9,95 |
*iTunes-Titel sollen nach Apple-Angaben seit April 2009 komplett DRM-frei herunterladbar sein ** gilt für das Download-Angebot "light" Quelle: Herstellerangaben, eigene Recherche Stand: April 2009 |
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Wichtiges Detail: Musik im am weitesten verbreiteten DRM-Format (WMA von Microsoft) kann man nicht ohne weiteres auf iPods abspielen. Der deutsche Anbieter Musicload hat nach iTunes die größte Vielfalt an Download-Musik, gut drei Millionen Stücke mit DRM-Schutz bietet das Portal an. In den 10-seitigen Geschäftsbedingungen ( PDF-Dokument) zum Angebot erklärt der Anbieter die Regeln und Einschränkungen des DRM genau und verständlich.
Zur Haltbarkeit der DRM-geschützten Musik gibt Musicload dort diesen wichtigen Hinweis:
"Löscht der Kunde seinen Musicload-Account oder wird dieser durch Kündigung der Deutschen Telekom beendet, kann der Kunde die erworbenen Musikstücke, Hörbücher und Musikvideos nicht erneut herunterladen. Daher ist dem Kunden unbedingt zu empfehlen, die Musikstücke und Hörbücher auf CD zu brennen."
lis
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