Von Johannes Sträter
"Blood & Wine – Ein tödlicher Cocktail", USA 1997. Regie: Bob Rafelson. Darsteller: Jack Nicholson, Stephen Dorff. Format: 1,85:1 (16:9). FSK: 16 Jahre. Preis 3,70 Euro.
Als der überschuldete Weinhändler Alex Gates (Jack Nicholson) von seiner alkoholsüchtigen Frau niedergeschlagen und verlassen wird, macht ihm das nur wenig aus, denn der Grund dafür war seine Geliebte und die Ehe dementsprechend kaputt. Allerdings hatte Alex ausgerechnet im Koffer der Betrogenen ein geklautes Diamantenkollier versteckt, mit dessen Erlös er seinem Leben eine neue Wendung geben wollte. Also jagt er der Verflossenen und ihrem Sohn Jason (Stephen Dorff) hinterher, der zudem viel mehr weiß, als Alex ahnt.
Was wie ein x-beliebiges Roadmovie daherkommt, mausert sich bald zum bitterbösen Drama über die Gier nach Reichtum und ihre alles zerstörende Wirkung auf die darin verwickelten Menschen. In ihrem fünften gemeinsamen Film nach "Wenn der Postman zweimal klingelt" heben Nicholson und Rafelson wieder ein "exquisit fotografiertes und gespieltes Familiendrama" (so "Blickpunk: Film") auf die Leinwand, das allerdings kommerziell floppte. Für eine spannende Abwechslung zum Fernsehprogramm reicht das jedoch allemal.
Bis 26. Oktober im Handel
"JFK – Tatort Dallas", USA 1991. Regie: Oliver Stone. Darsteller: Kevin Costner, Tommy Lee Jones. Format: 2,35:1 (16:9). FSK: 12
und
"Great Books: Die Artussage", Discovery Geschichte. Format: 1,33:1 (4:3). FSK: o. A.. Preis: 6,99 Euro.
Im Oktober finden wir den bereits im August vom Schwestermagazin "PC Magazin" aufgelegten Hollywood-Blockbuster von Oliver Stone über die Ermordung des damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy in der "PC Go".
Macht nichts, denn wer den bisher nicht kennt, hat nun die Gelegenheit, das nachzuholen: Über drei Stunden lang kommt keine Langeweile auf, wenn Kevin Costner in der Rolle des Anwaltes Jim Garrison dessen Version über die angeblich wahren Hintergründe des Königsmords an Präsident John F. Kennedy aufrollt. Ein echtes Kino-Highlight, mit dem man nichts falsch macht.
Ähnlich königlich, aber deutlich märchenhafter geht es in der Dokumentation über Artus, den sagenhaften Chef der ritterlichen Tafelrunde von Camelot zu. Darin wird die im 12. Jahrhundert von Geoffrey of Monmouth und dem Dichter Wace niedergeschriebene Heldensage, die - in Varianten von Minne-Romantik bis düster-blutiger Fantasy - heute jedes Kind kennt, unterhaltsam bildend vorgestellt. Der Weka-Verlag bleibt damit bei seiner Beileger-Strategie beim Prinzip Überraschungsei: Ein bisschen Spaß, ein bisschen was zu lernen...
Bis 6. November im Handel
"Die Jury", USA 1996. Regie: Joel Schumacher. Darsteller: Samuel L. Jackson , Matthew McConaughey. Format: 2,35:1 (16:9). FSK: 16 Jahre. Preis: 6,99 Euro
Ebenfalls mit einer bis in die Nebenrollen hochkarätig besetzen Hollywood-Perle lockt das zweite Computermagazin aus dem Weka-Verlag seine Käufer an. Es geht darin um den dramatischen Fall des farbigen Carl Lee Hailey (Samuel L. Jackson), der nach der brutalen Vergewaltigung seiner kleinen Tochter die beiden Verdächtigen vor aller Augen im Gerichtssaal erschießt. In der Südstaaten-Provinzstadt Canton kocht die Stimmung über. Der Ku-Klux-Klan zielt auf Lees Anwalt Jake (Matthew McConaughey) und alle, die ihm helfen wollen, während ein gewiefter Staatsanwalt (Kevin Spacey) mit allen Mitteln gegen eine Rechtfertigung von Haileys Selbstjustiz ankämpft.
Der heutige Bestsellerautor John Grisham stand 1989 bei Erscheinen von "Die Jury" selbst noch als Anwalt vor den Gerichten des Staates Mississippi. Sein Romandebüt erschien mit einer Auflage von nur 5.000 Exemplaren.
Dreizehn Jahre später bescherte Joel Schumacher mit der Verfilmung des Erstlings seinen Auftraggebern einen dreistelligen Millionenbetrag, auch wenn für ihn und seine Crew die ganz großen Filmpreise ausblieben. Doch die "laute und an Stars orientierte Illustriertengeschichte" (Lexikon des internationalen Films) drückt ab und zu auch mächtig kitschig auf die Tränendrüse, was der bis zum Schluss anhaltenden Spannung jedoch kaum im Weg steht. Fazit: Überzeugendes Unterhaltungskino mit vielen bekannten Gesichtern.
Bis 6. November im Handel
"Traffic - Macht des Kartells ", D/USA 2000. Regie: Steven Soderbergh. Darsteller: Benicio Del Toro, Michael Douglas. Format: 1,78:1 (16:9). FSK: 16 Jahre. Preis: 3,30 Euro
In seinem verzwickten Drama um Koks, Heroin und Crack führt Steven Soderbergh ("Ocean's Eleven") meisterhaft vor, wie schön man mit der Wahrnehmung seines Alltags daneben liegen kann, auch ohne unter Rauschgift-Einfluss zu stehen. In drei parallel verlaufenden Storys beleuchtet er geschickt und überzeugend, wie sich die Schicksale eines konservativen Richters, einer reichen Luxusdame und eines verbitterten Grenzpolizisten in der persönlichen Konfrontation mit dem Drogendschungel verändern.
Heraus kommt ein packendes und zudem richtig klasse gespieltes Stück Film, das völlig zu Recht vier Oskars, 29 Kritikerpreise sowie den "Silbernen Bären" auf der Berlinale 2001 erhielt. Auch in dieser mittlerweile vierten Ausgabe als DVD-Beileger empfehlen wir den Film ohne Bedenken wieder als Schnäppchentipp für die zweite Oktoberhälfte. Der Beileger-Frischling "TV Direkt" macht mit seiner geschickten Filmauswahl weiter der "TV Movie" Konkurrenz - und hat in diesem Monat klar die Nase vorn.
Bis 16. Oktober im Handel
"House of 9", GB/USA 2004. Regie: Steven R. Monroe. Darsteller: Dennis Hopper, Kelly Brook. Format: 1,78:1 (16:9). FSK: 16 Jahre. Preis: 3,40 Euro
Neun Menschen werden entführt, in ein komplett videoüberwachtes Haus gesperrt und vor eine tödliche Aufgabe gestellt: Nur einer von ihnen wird überleben, dafür aber fünf Millionen Dollar Belohnung einstreichen. Ein böses, bald blutiges Spiel beginnt.
Der Plot ist simpel, die Möglichkeiten bekannt, trotzdem fiebert man ein wenig mit den allesamt recht fesch anzusehenden Glanzpapier-Darstellern mit, wer wohl als erstes ins Gras beißt, respektive am Ende überlebt. Dabei erinnert das Ganze an eine böse Version von "Big Brother" und man fragt sich angesichts der faden Rolle für Dennis Hopper ("Blue Velvet"), ob der Mann jemals wieder in alter Form aufspielen wird. Gedreht wurde bis auf ein paar Anfangsszenen in Bukarest, was ein kleines Budget ermöglichte – mehr davon hätte dieses unspektakuläre, aber immerhin noch leidlich unterhaltsame Kinoregiedebüt des Kameratechnikers Monroe ("Sledge Hammer") auch nicht verbessert.
Bis 2. Oktober im Handel
Widescreen Vision Premium
"avant*garde", D 2008. Regie & Moderation: Fabian Hübner
und
"Visiting Uwe", D 2008. Regie & Moderation: Fabian Hübner
und
"Conan. Der Abenteurer", D/USA 1998 (2. Episode der TV-Serie). Regie: Martin Denning u. a.. Darsteller: Ralf Möller, Danny Woodburn. Format: 1,33:1 (4:3). FSK: 12 Jahre. Preis: 9,99 Euro
In diesem Quartal liegt der Premium-Ausgabe der "Widescreen Vision" aus dem Computec-Verlag kein abendfüllender Spielfilm bei, sondern die DVD-Version des verlagseigenen Online-Filmmagazins " avant*garde".
Seit dem Frühjahr sammeln sich dort von Redakteur Fabian Hübner produzierte Minifeatures über innovative Regisseure wie Ingmar Bergmann oder Wong Kar-Wai an, deren Filme man eher in den Sälen von Programmkinos, als in großen Multiplex-Centern sieht. In den bisher 8 Episoden wird jeweils eine kleine, aber feine Werkauswahl vorgestellt, um so besonders Neueinsteiger auf den Geschmack zu bringen.
Die DVD-Edition bringt das bereits recht gelungene Online-Angebot nun auch auf den heimischen Fernseher und damit auf ein passenderes Format zum Reinschnuppern.
Wer darüber hinaus immer schon mal wissen wollte, was Werbefilm- und Trash-Regisseur Dr. Uwe Boll ("House of the Dead") im Keller seines Hauses lagert und was er über die Filmbrache im Allgemeinen und einige seiner Kollegen im Besonderen denkt, findet in der ebenfalls von Hübner produzierten Doku "Visiting Uwe" genau das Richtige.
Irgendwie passend gibt’s dazu noch eine barbarische Episode der Fantasy-Billig-Produktion "Conan" mit Aushilfs-Schwarzenegger Ralf Möller, der in den letzten Jahren mehrfach für Boll vor der Kamera aufgespießt wurde ("Seed", "Postal", "Far Cry"). Als muskelbepackter Sozialarbeiter mit Breitschwert kann Möller hier einmal mehr andeuten, warum es für ihn zum großen Durchbruch doch so ganz nie gereicht hat: Nebenrollen in diversen US-Filmen machten ihn immerhin zum immer wieder gern genommenen Hauptverdächtigen für deutsche Trash-Produktionen wie das leider unvergessene "Megalodon – Hai-Alarm auf Mallorca".
Bis 2. Dezember im Handel
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