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13.10.2008
 

Netzwelt-Ticker

Die Krise erreicht die Online-Werbung

Von Richard Meusers

Lange Gesichter bei Online-Anzeigenverkäufern, frohe Mienen bei Newsportalbetreibern. Außerdem: Angst vorm hausgemachten Datenleck, Island wird doch nicht versteigert. Das und mehr im Überblick.

Auch wenn es heute Morgen zu Beginn des Börsentages in Frankfurt frohe Gesichter ob endlich wieder steigender Kurse gab, die Zeichen der Krise lassen sich nicht mehr ignorieren. War in Zeiten fallender Anzeigenumsätze im Printbereich zumindest noch die Online-Reklame lange ein verlässlicher Wachstumslieferant, so ist nun auch das vorbei. Die "New York Times" berichtet, dass nach 17 Quartalen oder mehr als vier Jahren ununterbrochenen Wachstums der US-Werbemarkt einbricht.

Online-Werbung: Wachstumsstopp nach 17 Quartalen
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Online-Werbung: Wachstumsstopp nach 17 Quartalen

Im zweiten Quartal 2008 sanken die Werbeerlöse bei Online-Nachrichtenseiten verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 2,4 Prozent. Und nur wenige Nachrichtenportale vermögen diesen Rückgang dadurch wettzumachen, dass sie einfach ein paar mehr reklamegarnierte Webseiten online stellen. Nur große Zeitungsangebote können Anzeigenpreise von bis zu 50 Dollar pro 1000 Klicks auf der Startseite verlangen. Ansonsten werden weniger attraktive Anzeigenplätze mittlerweile zunehmend über Vermarktungsnetzwerke abgewickelt. Ein Trost kommt immerhin von den Online-Analysten des Marktforschungsunternehmens Nielsen. Demnach lag die Zahl der amerikanischen Online-Zeitungsleser im August mit 69,3 Millionen um 17 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Internet ist die Nachrichtenquelle mit dem stärksten Nutzerwachstum

Ein Trend, der sich auch in Deutschland erkennen lässt. Auch hierzulande wird das Internet als Nachrichtenquelle immer wichtiger. Wie der Branchenverband Bitkom in einer am Sonntag veröffentlichten Studie mitteilte, nahm die Nutzung von Nachrichtenportalen in den ersten neun Monaten um satte 31 Prozent zu, verglichen mit 2007.

Neben den bekannten Platzhirschen SPIEGEL ONLINE und Bild.de machte als Neueinsteiger das WAZ-Projekt "DerWesten" in den Top 20 von sich reden. Gleichzeitig setzte sich der Trend weg vom Fernsehen langsam, aber stetig fort. Lief die deutsche Durchschnittsglotze 2006 noch 212 Minuten pro Tag, waren es 2007 schon sechs Minuten weniger.

Angestellte verursachen mehr Datenverluste als Hacker

Wer hätte das gedacht? Da machen sich IT- und Sicherheitsexperten ständig Sorgen über Hackerattacken von außen, die auf das Firmennetzwerk geritten werden könnten - und dann sitzt der Feind im Innern. Das IT-Beratungsunternehmen Compuware fand in einer Studie heraus, dass nur ein Prozent der Datenverluste im vergangenen Jahr auf das Konto externer Angreifer ging.

Und damit enden die guten Nachrichten. Die Hauptquelle für Daten- und Sicherheitslecks sind nachlässige Angestellte der eigenen Firma, aber auch das Outsourcing von Arbeitsprozessen zu Fremdfirmen birgt ein Risiko. Das gilt nicht zuletzt auch für böswillige Mitarbeiter, die bewusst Sabotage treiben.

Von den über 1000 befragten und untersuchten IT-Fachleuten gaben 79 Prozent an, ihr Unternehmen habe im zurückliegenden Jahr mindesten ein Datenleck gehabt. Auch wenn die Studie weder den Begriff "Datenleck" genau definiert noch die Größe und Schwere der Lücken beziffert, bleibt das eine erschreckend hohe Zahl.

Kein Humor: Versteigerung Islands auf Ebay gestoppt

In die Reihe merkwürdiger Versteigerungen beim Online-Auktionator Ebay gehören auch diejenigen, bei denen ganze Länder unter den Hammer kommen. Letzte Woche war es wieder soweit. Diesmal war Island dran, ohnehin schon vom drohenden Staatsbankrott aufgrund der Bankenkrise bedroht.

Ein Witzbold stellte das Land der Geysire letzten Dienstag für ein Startgebot von 99 Pence (1,25 Euro) bei Ebay Großbritannien ein. Bis Freitagabend lagen die Gebote bei zehn Millionen Pfund, dann wurde die Auktion stillschweigend und ersatzlos entfernt. Länderversteigerungen sind bei Ebay also weiterhin verboten.

Überraschend: Laute MP3-Player machen auf Dauer taub

Pete Townsend, lautester Gitarrist aller Zeiten, sorgte sich schon vor Jahren um das Gehör der Kundschaft. Die Nutzung von iPods und Co. könne zu nachhaltigen Gehörschäden führen, barmte der The-Who-Frontmann schon Anfang 2006. Wie Recht der Mann hatte. Was der Gitarrenzertrümmerer und Millionen besorgter Eltern immer nur ahnten, bestätigt jetzt eine wissenschaftliche Studie, die im EU-Auftrag das Gehör von MP3-Player-Besitzern untersuchte.

Nicht nur, dass sie im Bus, Zug oder Flugzeug ihre Umwelt nerven, sie geben sich auch selbst zu viel auf die Ohren. Schon fünf Stunden Hörgenuss pro Wochen bei voller Lautstärke ziehen dauerhafte Schädigungen des Gehörs nach sich, fanden die Wissenschaftler heraus. Zwar träten diese Effekte nicht sofort auf, seien aber im späteren Leben mit Sicherheit unvermeidlich. Immerhin fünf bis zehn Prozent der Hörer würden ihre Player auf diese Weise unter Volllast fahren, womit bis zu zehn Millionen EU-Bürger mittelfristig von Schwerhörigkeit bedroht sein könnten.

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