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30.10.2008
 

Web-Tipp

Surfen wie in China

Das Internet in China ist langsam, und viele Seiten sind vom Staat gesperrt. Wer wissen möchte, wie sich das anfühlt, kann das nun mit einer Erweiterung für den Firefox-Browser ausprobieren. Künstler wollen damit auf die Web-Zensur im Reich der Mitte aufmerksam machen.

In China kann man sich nicht frei im Internet bewegen. Viele Internetseiten, die dem Staat nicht passen, werden einfach gesperrt. Für diese Zensur sind 30.000 Angestellte zuständig, die die "große Firewall" am Leben erhalten.

Firefox-Plugin: Stippvisite hinter der Great Firewall of China
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Firefox-Plugin: Stippvisite hinter der Great Firewall of China

So sind etwa Internet-Seiten wie tibet.com im Reich der Mitte nicht abrufbar, denn Themen wie das Streben Tibets nach Unabhängigkeit, Berichte über Polizeibrutalität oder Systemkritik hält der Staat lieber von seinen Bürgern fern. Realisiert wird dies über ein umfangreiches Filtersystem. Selbst Google und andere US-Unternehmen beugen sich der Regierung und betreiben Selbstzensur.

Wie sich das im Alltag tatsächlich anfühlt, kann man im freien Westen nur schwer nachvollziehen. Nun aber kann man es am heimischen Rechner ausprobieren. Der Medienkunststudent und Internet-Aktivist Tobias Leingruber hat zusammen dem amerikanischen Künsterkollektiv fffff.at-Lab das China-Channel-Plug-in für den Internetbrowser Firefox programmiert.

Wird dieses aktiviert, surft man über einen chinesischen Proxy-Server - und das hat fatale Auswirkungen: Das Aufrufen von Seiten wird zur Geduldsprobe und viele Internet-Seiten sind mit der Meldung "Connection Interrupted" gesperrt.

Zum Spaß haben die Künstler das Plug-in nicht programmiert. Sie wollen damit auf die Bevormundung durch die chinesischen Regierung aufmerksam machen. Parallel zur Veröffentlichung des Plug-ins findet in Hongkong eine Ausstellung zum Thema statt.

Bei der "Web-2.0-Installation" werden zwei Computer über ein und dieselbe Maus und Tastatur gesteuert. Der eine ist mit dem Internet in Hongkong verbunden und der andere mit dem Haupt-Internet aus China. Da das Internet in Hongkong weniger zensiert wird, kann man so auf einen Blick feststellen, wie stark die Zensur greift.

dsc

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