Sonntag, 22. November 2009

Netzwelt



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30.10.2008
 

Netzwelt-Ticker

Bikinimädchen blamieren Bono auf Facebook

Von Sebastian Wieschowski

Private Fotos mit Bikinischönheiten bei Facebook öffentlich einsehbar - peinlich für U2-Sänger Bono. Außerdem im Überblick: Thailand will Königskritik im Netz für 14 Millionen Dollar unterbinden, und Microsoft hat vergessen, Windows-Domains zu registrieren.

Der Sänger in der Mitte, engumschlungen rechts und links zwei sehr junge Damen in Glitterbikinis: Sowohl U2-Sänger Bono (verheiratet) als auch die Damen, die er auf einer Party im Arm gehalten hat, dürften ziemlich überrascht gewesen sein, dass ihr gemeinsames Foto bei Facebook und nun auch darüber hinaus die Runde macht. Eigentlich war die Privatsphären-Einstellung für das Album so justiert, dass nur persönlich bekannte Kontakte die Partyfotos sehen sollten. Doch Bonos lustiger Nachmittag war für alle Welt zugänglich.

Bono: Peinliche Bilder bei Facebook
AP

Bono: Peinliche Bilder bei Facebook

Die 19-jährige Andrea Feick, eine von Bonos Party-Bekanntschaften, hatte die Fotos in ihr Profil eingestellt - und knapp eine Million Nutzer, die wie Andrea im New-York-Netzwerk angemeldet waren, konnten die Aufnahmen bewundern. Nun sind sie auf dem Weg durchs Netz - einmal losgelassen sind solche Bilder nur sehr schwer wieder einzufangen.

Damit es anderen Facebook-Nutzern nicht so geht wie Bono, spricht der US-Sicherheitsdienstleister Sophos jetzt eine Warnung aus: Offenbar werden die Privatsphäre-Einstellungen teilweise aufgehoben, wenn ein Mitglied einem "Geo-Netzwerk" beitritt - tritt ein Deutscher mit pikanten und vertraulichen Fotos im Facebook-Profil also dem "Germany"-Netzwerk bei, könnten seine Landsleute im vorher gesicherten Fotoalbum blättern.

Thailand: 14 Millionen Dollar für Königskritik-Filter

Kritik am König ist in Thailand nicht gern gesehen - und um sie zu beseitigen, wollen einige Politiker einen Millionenbetrag locker machen: Die Regierung des südostasiatischen Königreiches plant offenbar, einen Kritik-Filter für Internet-Seiten zum Preis von 14 Millionen Dollar anzuschaffen. Dies hat Kommunikationsminister Mun Patanotai bestätigt. Zuvor hatten der Armeechef sowie der Premierminister von Thailand nicht näher benannte Gruppen dafür kritisiert, dass sie die Königsfamilie diffamieren würden.

Majestätsbeleidigung stellt in Thailand eine schwere Straftat dar, die mit einer maximalen Gefängnisstrafe von 15 Jahren geahndet werden kann. "Es gibt eine ständig wachsende Zahl von Internet-Seiten, die die Monarchie angreifen", erklärte der Kommunikationsminister. Angeblich hätten sich mehr als 1000 Bürger über die üblen Beschimpfungen gegen die Royals beschwert.

Um dem thailändischen Volk den Kontakt mit Königskritik zu ersparen, soll fortan ein Filter alle in Thailand verfügbaren Internet-Seiten durchforsten und bei Verdacht sperren. Bereits im vergangenen Jahr hatte Thailand den Zugang zum Videoportal YouTube dichtgemacht - mehrere Nutzer hatten Heimvideos hochgeladen, in denen König Bhumibol Adulyadej kritisiert wurde.

Ups: Microsoft hat vergessen, Windows-7-Internet-Domains registrieren zu lassen

Mit großem Tamtam hat Microsoft den Nachfolger seines Vista-Betriebssystems vorgestellt - und dabei offenbar ein paar Punkte auf der eigenen To-Do-Liste vergessen: Mehrere australische Internet-Adressen, die mit "Windows 7" eng verbunden sind, wurden von anderen Auftraggebern registriert.

Die Adresse "windows7.com.au" hat sich der Betreiber eines XP-Forums gesichert, "windows7.net.au" ist an eine IT-Trainingsfirma gegangen. Und, wie könnte es anders sein: Die frischgebackenen Besitzer der Windows-Domänen denken laut über einen Verkauf nach. "Ich werde möglicherweise versuchen, die Adresse nächstes Jahr zu verkaufen", sagt der IT-Trainer Gavin Howard. Über das nötige Kleingeld, das Microsoft auf den Tisch legen müsste, hat er sich schon Gedanken gemacht: "Ich würde es richtig toll finden, wenn ich 10.000, 15.000 oder sogar 20.000 Dollar dafür bekommen könnte", sagt Howard.

Präsidenten-Agenda für die USA ist bereits online

Es dauert nur noch ein paar Tage, bis die Amerikaner wissen, wer sie die nächsten vier Jahre regiert. Damit ihr künftiger Staatschef schnell in den Job starten kann, diskutiert die US-Netzcommunity bereits seine politische Agenda und das künftige Kabinett. Der Filmemacher Jim Gilliam hat eine Webseite eingerichtet, auf der Internet-Surfer ihre Prioritätenliste aufschreiben dürfen - und ganz oben steht "Stop the Iraq war", gefolgt vom Wunsch nach einer Gesundheitsfürsorge für alle Bürger. Wenn es nach dem Willen der Online-Agenda-Setter geht, soll George W. Bush für seine "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" zur Rechenschaft gezogen werden. Auf " BigDialog.org" können Nutzer ihre Fragen an den zukünftigen Präsidenten per Videobotschaft formulieren, die Community stimmt danach über die Fragen ab. Personalfragen werden auf " opencabinet.org" geklärt - hier sollen alle Namen, die in den letzten Tagen vor der Wahl durch US-Medien kursieren, gesammelt werden.

Spiele auf Google Phone: Abwarten und iBeer trinken

SEBASTIAN WIESCHOWSKI


... Zeitungsbastler seit Kindertagen und Schleswig- Holsteiner aus Leidenschaft, landete nach Abi und Zivildienst an der Kölner Journalistenschule und lebt und schreibt inzwischen im ICE zwischen der Katholischen Uni in Eichstätt (Bayern) und dem norddeutschen Heimatdorf.
Nach dem iPhone wird auch das Google-Telefon "G1" zu einer Spieleplattform - allerdings sind vorerst keine aberwitzigen oder obercoolen Applikationen wie der Telefon-Trunk "iBeer" zu erwarten: Electronic Arts hat eine Spielesammlung für alle Android-Geräte angekündigt und will Spiele wie Tetris und Monopoly sowie das Puzzlespiel "Bejewelled" auf dem Handy anbieten. Spieler dürften bei dieser Ankündigung schnarchen - EA feiert den Schritt auf das Google-Phone als weiteren Meilenstein: "Android ist eine weitere aufregende Plattform, die Kunden großartige Spiele mit Erweiterungen wie Berührungs- oder Bewegungsempfindlichkeit bietet", sagt EA-Mobile-Vizepräsident Adam Sussman.

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