Berlin - Insgesamt gingen die Erfahrungen von 15.000 DSL-Kunden in die Studie ein. Am Montag wurden die Ergebnisse in Berlin vorgestellt. "Versprechungen und Wirklichkeit klaffen bei vielen Anbietern von DSL-Breitbandanschlüssen weit auseinander", kritisierte Ursula Heinen, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverbraucherministerium, bei der Präsentation der Studie. Die Versprechen der Anbieter seien oft meilenweit von der Umsetzung entfernt, bestätigte auch Olaf Weinel, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Niedersachsen.
Das gelte vor allem für Service und Qualität: 48 Prozent der Befragten war eine höhere Übertragungsgeschwindigkeit zugesichert worden, als sie tatsächlich erhielten. Ein besonderes Ärgernis sind aus Kundensicht zudem mehrwöchige Wartezeiten beim Wechsel des Anbieters. Ein Drittel der Umfrageteilnehmer musste einen Monat warten, bis die Umstellung auf einen anderen Anbieter vollzogen war, fast 20 Prozent warteten bis zu drei Monate. In sechs Prozent der Fälle mussten die Nutzer sogar ein halbes Jahr oder länger warten, bis der Anschluss umgeschaltet wurde.
Mit dem Kundendienst haben der Studie zufolge drei Viertel der Teilnehmer schlechte Erfahrungen gemacht. Sie bemängeln schlechte Erreichbarkeit, mangelnde Kompetenz der Mitarbeiter und hohe Kosten. Als besonders lästig wird empfunden, dass man sein Problem bei jedem Anruf erneut schildern muss. Jeder Zweite gab an, E-Mails oder Anrufe würden nicht beantwortet werden.
Qualitätsstandards gefordert
Zu ähnlichen Ergebnissen war 2007 bereits das Deutsche Institut für Servicequalität (DISQ) gekommen. Damals mussten die Tester teilweise tagelang auf einen Rückruf der Hotline warten, wurden teilweise mit unqualifizierten Antworten abgespeist oder gar ganz ignoriert.
Die Verbraucherzentralen forderten die Anbieter auf, sich Qualitätsstandards zu verpflichten, Werbeaussagen der tatsächlichen Leistung anzupassen und den Kundendienst zu professionalisieren. "Falsche Werbeversprechen und schlechter Service führen zu Frustration bei den Kunden, die zur Konkurrenz abwandern", sagte Cornelia Tausch vom Bundesverband.
Heinen appellierte an die Anbieter, ihre gesetzlichen und vertraglichen Verpflichtungen einzuhalten. Die Kunden rief sie dazu auf, von ihrem Recht auf Minderung oder Kündigung Gebrauch zu machen. Die Verbraucherzentralen müssten gegebenenfalls gerichtlich gegen unzulässige Werbung einschreiten, verlangte sie.
Anbieter sehen Hauptschuld bei der Telekom
Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) vertrat die Ansicht, die Studie sei nicht repräsentativ, da sie sich hauptsächlich auf Kunden beschränken dürfte, die wegen Unzufriedenheit die Webseite der Verbraucherzentralen aufgerufen hätten. Die Schuld an langen Umschaltzeiten und geringeren Übertragungsraten liege zudem ganz wesentlich bei der Deutschen Telekom, die die Umschaltprozesse als ehemaliger Monopolist immer noch maßgeblich steuere, erklärte Geschäftsführer Jürgen Grützner.
Der Verband forderte das Verbraucherministerium auf, der Telekom klare Vorgaben für die Umschaltzeiten zu machen und bei Verstößen spürbare Sanktionen zu verhängen. "Es darf nicht länger hingenommen werden, dass die schlechten Leistungen der Telekom den Wettbewerbern angelastet werden", sagte Grützner. Nach Angaben des VATM gibt es in Deutschland fast 24 Millionen DSL-Anschlüsse.
mak/AP
Auf anderen Social Networks posten:
Hallo! Ich bin mit meiner DSL-Leitung zufrieden. Da ich ohnehin nur selten größere Dateien herunterlade, reicht meine 1MBit DSL-Leitung völlig aus. Früher war mein altes 33,6 Modem auch ausreichend für die Daten, die mir [...] mehr...
Haben wir normalerweise stets gemacht. Ergebnis der Prüfung hier war: Festplatte hatte eine schwere Macke und die RAM durften auch neu gekauft werden. Bei der Gelegenheit gleich noch das Netzteil ausgetauscht und da mein Sohn [...] mehr...
Was meinen Sie mit eingespeist? Ich dachte es hängt von der Dämpfung der Leitung bis zu Ihnen ab, wie hoch die max. Übertragung sein kann? Router zeigen die Dämpfung glaube ich auch an. Es wird bestimmt Listen geben, wie hoch [...] mehr...
Woraus schließen Sie, dass ich mich nicht benehmen kann? Was Ihren Techniker betrifft, in unserem Viertel werden nur 3000 Mbt eingespeist und auch andere Anbieter, die da von der Telekom bedient werden, sind nicht in der [...] mehr...
Nein, dagegen war der Trabi ein Porsche. mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Web | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH