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12.11.2008
 

Video- und Sprachfunktionen

Google Mail jetzt mit Videochat

Der Suchmaschinenkonzern wird zum Telefonie-Anbieter. Per Plug-in erweitert er Webbrowser um Funktionen für Videochats und Sprachtelefonate - kostenlos natürlich. Mit der etablierten Konkurrenz kann das neue Angebot aber noch nicht mithalten.

Hamburg - Mit Google Mail soll man künftig chatten können, wo andere noch E-Mails schreiben. Direkt aus dem kostenlosen E-Mail-Service heraus sind künftig Telefonate und Videochats per Internet möglich. Per Mausklick könne man andere Google-Mail-Nutzer aus dem Browser heraus anrufen, ohne eine neue Anwendung starten zu müssen, sagte Google-Sprecher Stefan Keuchel am Dienstag in Hamburg. Das Angebot sei sowohl für Privatkunden als auch für Firmen, die das Produktpaket Google Apps verwenden, gratis.

Google Mail mit Videochat: Tausche Telefonkomfort gegen Rechenleistung
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Google Mail mit Videochat: Tausche Telefonkomfort gegen Rechenleistung

Um das neue Angebot nutzen zu können benötigt man lediglich eine Sprechgarnitur oder eine Webcam. Außerdem muss man ein etwa zwei Megabyte großes Plug-in für den Browser installieren. Sonderlich genügsam ist diese Zusatzsoftware für den Browser aber nicht. Als Grundlage setzt Google einen PC mit Windows XP oder höher voraus. Apple-Anwender benötigen einen Intel-Mac auf dem mindestens Mac OS X 10.4 installiert ist.

Außerdem wird ein Browser vorausgesetzt, der die aktuelle Google-Mail-Version unterstützt. Google selbst nennt Chrome, Firefox 2.0, den Internet Explorer 7.0 und Safari 3.0 als kompatibel. Die Videochat-Software steht bei Google zum herunterladen bereit. Ersten Anwenderberichten zufolge müssen sich Nutzer allerdings darauf einstellen, dass sich das Plug-in zumindest auf älteren Rechnern einen ordentlichen Teil der Prozessorleistung abzweigt. " Cnet" etwa berichtet, auf einem zwei Jahre alten PC würde das Plug-in die CPU quasi komplett übernehmen, was zur Folge habe, dass andere Programme nur noch sehr behäbig reagieren.

Mit der Internet-Telefoniesoftware Skype würden derartige Probleme dagegen nicht auftreten, so der Autor. Mit dem Web-Telefonie-Platzhirsch will Google zumindest vorerst aber wohl nicht konkurrieren. So sind mit der neuen Videotelefonie-Software beispielsweise keine Konferenzschaltungen wie bei Skype möglich, Gespräche sind auf zwei Nutzer begrenzt. Zudem sind im Gegensatz zu Skype keine Verbindungen zu normalen Telefonanschlüssen möglich, sondern nur von Computer zu Computer. Ob eine Erweiterung geplant ist, wollte Stefan Keuchel nicht kommentieren. Google arbeite jedoch kontinuierlich an der Verbesserung seiner Produkte.

Der Internet-Konzern hofft, mit dem Angebot für Unternehmenskunden attraktiver zu werden. "Viele Firmen überlegen in der Finanzkrise, wie sie Kosten sparen können", sagte Keuchel. Videotelefonate könnten beispielsweise Geschäftsreisen ersetzen. Eine schöne, aber keinesfalls neue Erkenntnis.

mak/dpa

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