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24.11.2008
 

DVD-Filmbeileger

Dänische Bäcker, britische Killer

Von Johannes Sträter

Einige Publikumsmagazine bereiten mit ihren DVD-Beilegern schon auf die Weihnachtstage vor. Verzwickte Detektivgeschichten, billige Science-Fiction und schwarzhumorige Action-Komödien runden das Angebot ab. SPIEGEL ONLINE erleichtert Ihnen die Auswahl.

Computer Bild

"The Ice Harvest", USA 2005. Regie: Harold Ramis. Darsteller: John Cusack, Billy Bob Thornton. Format: 1,78:1 (16:9). FSK: 16 Jahre. Preis 3,70 Euro.

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Passend zum Start des Winterwetters schlittern wir an der Seite zweier Verlierergestalten durch eine ebenso rabenschwarze wie knallharte Gangsterkomödie. Der zwielichtige Mafia-Anwalt Charlie (John Cusack) und sein Komplize Vic (Billy Bob Thornton) – ein nicht minder dubioser Pornoproduzent - klauen ihrem Boss in der Weihnachtsnacht zwei Millionen Dollar. Der für den Folgetag geplante Abgang scheitert jedoch an Eis, Schnee und einem ganzen Haufen dummer Zufälle, die im Licht des blutigen Showdowns plötzlich gar nicht mehr so zufällig erscheinen.

Wie in seinem großen Erfolg "Und täglich grüßt das Murmeltier" setzt Regisseur Harold Ramis auch hier wieder auf ein winterliches Fest, doch Feststimmung mag dank schmieriger Bars und eisiger Straßen kaum aufkommen. Stattdessen erleben wir eine sarkastische Gegenüberstellung von kitschigen Weihnachtsklischees und skrupellosem Gangsterleben, die von der prima aufspielenden Crew nach durchaus humorigem Beginn zunehmend gewalttätig, und damit familienuntauglich gestaltet wird. Vielleicht bringt die "Computerbild" ihren Weihnachtsfilm deshalb ein paar Wochen zu früh – aber man kann ihn sich ja auch aufheben und als knackige Alternative zum kuscheligen Weihnachtsfernsehen in der Reserve halten.

Bis 7. Dezember im Handel

PC Action

"Jack the Ripper", GB 1988. Regie: David Wickes. Darsteller: Michael Caine, Lewis Collins. Format: 1,33:1 (16:9). FSK: 16 Jahre. Preis 7,90 Euro

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Fast schon lehrbuchartig präsentiert sich der mit 189 Minuten Länge mehr als abendfüllende britische Versuch, Licht in das Dunkel der bis heute als ungelöst geltenden Mordserie von "Jack the Ripper" zu bringen. Während Deutschland im sogenannten Dreikaiserjahr 1888 die überraschende Todessserie seiner Regenten erlebt, säbelt im Londoner East End unter Königin Victoria ein geheimnisvoller Mörder gleich reihenweise Prostituierten die Kehle durch.

Seine bestialischen Spielchen mit den Leichen versetzen nicht nur die Bevölkerung in Panik, sondern rufen auch allerlei Trittbrettfahrer auf den Plan, die in der sensationslüsternen Presse bereitwillige Abnehmer finden. Doch neben den zahlreichen erfundenen Bekennerschreiben meldet sich auch der wahre Mörder unter dem Künstlernamen "Jack the Ripper".

Ausgerechnet der alkoholkranke, bereits aufs Abstellgleis verfrachtete Inspektor Abberline (Michael Caine) soll den Fall lösen, kommt aber überraschend effektiv einem gefährlichen Geheimnis auf die Spur.

Unter den zahlreichen Filmen über den wohl berühmtesten Mordfall Europas bewegt sich der genau 100 Jahre danach erschienene Fernseh-Zweiteiler qualitativ auf den obersten Rängen. Minutiös konstruiert David Wickes ("Die Profis") auf der Grundlage zahlreicher überlieferter Puzzlesteinchen eine hochspannende Ermittlung, in der nicht nur Sir Michael Caine ("Batman Begins") als Hauptdarsteller glänzt, sondern auch eine ganze Reihe unbekannterer Schauspieler glaubwürdig die Atmosphäre des viktorianischen Londons zum Leben erwecken.

Den Stammlesern der "PC Action" wird damit eine ungewohnt unblutige Detektivgeschichte in historisch anmutendem Ambiente geboten, die jedoch bis zur letzten Sekunde fesselt und jeden Krimifan begeistern wird.

Bis 16. Dezember im Handel

SFT

"Destination Zero", USA 1997. Regie: Richard Pepin. Darsteller: Michael Madsen, Shelli Lether. Format: 1,33:1 (4:3). FSK: 16 Jahre
und
"Space Defender", USA 1996. Regie: Philippe Mora. Darsteller: Rutger Hauer, Harold Pruett. Format: 1,33:1 (4:3). FSK: 16 Jahre. Preis 3,90 Euro

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Diesmal bespaßt die "SFT" die Science-Fiction-Fans unter ihren Lesern mit zwei gnadenlos trashigen Machwerken, die ihren Reiz vor allem aus ein paar bekannten Gesichtern ziehen. So zeigt sich Michael Madsen ("Reservoir Dogs") in "Destination Zero" als besorgter Vater einer übersinnlich begabten Tochter, deren Talente der Geheimdienst rücksichtslos ausbeuten will. Zum Glück kümmert sich aber auch die außerirdische Schönheit Angel (Shelli Lether) mit all ihren ebenso merkwürdigen Kräften um die Kleine, denn die skrupellosen Militärs machen keine Gefangenen und knacken sogar die schönsten UFOs mit ihren Maschinengewehren.

Selten waren Verfolgungsjagden so langatmig, Aliens so heulsusig und Happy Ends so kitschig wie in diesem Möchtegern-Thriller. Zu allem Drehbuchübel spielt Michael Madsen in seinem 63. Film mit unerschütterlichem Gleichmut auch die kleinste aufkeimende Spannung förmlich in Grund und Boden.

Selbst Trash-Liebhaber, denen die Action-Produkte der ehemaligen Pepin-Merhi Entertainment Group am Herzen liegen, werden hier nach einer halben Stunde abwinken und gelangweilt zum nächsten Film weiterzappen.

Dort erwartet sie immerhin ein recht annehmbares Weltraumabenteuer interstellarer Goldsucher. Im Mittelpunkt steht der unternehmungslustige Minenarbeiter Ben (Harold Pruett), der den durchgeknallten Pokerprofi Crile (Rutger Hauer) und den Müllkutscher Sam (Brion James) dazu überreden kann, auf einem abgelegenen Asteroiden nach dem wertvollen Edelmetall "Precious" zu suchen.

Schnell stoßen ungebeten weitere Partner dazu, doch nicht nur die wachsende Gier bedroht die kleine Truppe, sondern auch ein seltsames Sandmonster und räuberische "Jumper", die bereits Bens Eltern auf dem Gewissen haben.

Der australische Regisseur Philippe Mora ("Captain Invincible") adaptierte John Hustons Western-Klassiker "Der Schatz der Sierra Madre" (1948) und formte daraus ein erträgliches B-Movie mit entsprechend billigen CGI-Effekten, dessen Outdoor-Setting ein wenig an den letzten Spanienurlaub erinnern mag. Genrekenner erleben immerhin ein nettes Wiedersehen der seit Ridley Scotts "Blade Runner" gut aufeinander abgestimmten Filmpartner Rutger Hauer und Brion James, wobei letzterer anscheinend sogar seine Lederjacke von damals übernommen hat.

Erscheint am 26. November im Handel

Super Illu

"Väterchen Frost", SU 1964. Regie: Alexander Rou. Darsteller: Alexander Chwylia, Natalia Sedych. Format: 1,33:1 (4:3). FSK: 6 Jahre. Preis 2,99 Euro

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Wieder einmal muss eine Stiefmutter als Erklärung für alle Übel herhalten, weil sie aus Missgunst ihre schöne Stieftochter Nastja (Natalia Sedych) versteckt, damit ihre eigene, hässliche Tochter eine Chance bei den Männern erhält. Trotzdem treibt das Schicksal Nastja in die Arme des schönen Iwan (Alexander Chwylia), der allerdings vor lauter Übermut in einen Bären verzaubert wird. Bis er sich davon befreit, ist Nastja im Wald bei Morosko beim Väterchen Frost sicher untergekommen. Doch Dank der bösen Hexe Baba Jaga währt der Frieden nicht lange.

Rechtzeitig zu Weihnachten kümmert sich die "Super Illu" auf ihrer DVD um die russische Version des Weihnachtsmanns. Die Figur "Väterchen Frost" war zwar ursprünglich eine legendenhafte Winterfigur, etablierte sich aber in zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in der Sowjetunion – ähnlich dem deutschen Weihnachtsmann - als Geschenkeüberbringer mit Schlitten, Zepter und Rauschebart.

Im Märchen nimmt er im Getümmel der Figuren seinen Platz auf der Seite der Guten ein und beschenkt unser Liebespaar am Ende reichlich. Ein skurril-phantastisch anmutender Film, den man sich trotz einiger geschnittener Szenen nicht entgehen lassen sollte.

Vom 4. bis 10. Dezember im Handel

TV Movie

"Old Men in New Cars", DK 2002. Regie: Lasse Spang Olsen. Darsteller: Kim Bodnia, Torkel Petersson. Format: 1,78:1 (16:9). FSK: 16 Jahre (gekürzt). Preis: 3,40 Euro

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Frisch aus dem Gefängnis entlassen muss sich der tumbe Kleinkriminelle Harald (Kim Bodnia) schon wieder mit einem ganzen Sack voller Probleme herumschlagen. Er schuldet der Balkanmafia einen Haufen Geld, seine Ganovenkumpels denken nur noch an Rezepte für Hefezöpfe und sein todkranker Ziehvater will seinen bislang unbekannten Sohn Ludwig (Torkel Petersson) noch einmal treffen.

Harald geht ohne jegliche Zweifel am Erfolg seine Probleme an, auch wenn dabei manchmal Unmögliches möglich gemacht werden muss oder ein paar Polizeiautos zur Seite geschoben werden müssen.

Drei Jahre nach dem Überraschungserfolg seines Independent-Streifens "In China essen sie Hunde" legte der gelernte Kameramann und Stuntman Lasse Spang Olsen 2002 ein Prequel nach, hatte er doch 1999 fast die gesamte Cast ins Jenseits befördert. Gespickt mit actionreichen Verfolgungsjagden und Einfällen, die manches James-Bond-Drehbuch blass aussehen lassen, zeigt uns das Allroundtalent und sein Drehbuchschreiber Anders Thomas Jensen, wo der dänische Hammer hängt. Erneut arbeitet Olsen dabei mit Schauspieler Kim Bodnia ("Pusher") zusammen, der in seiner ignoranten Art wie geschmiert zu dem amoralischen, sinnfreien und stellenweise drastisch brutalen Setting passt. Fazit: Skurrile, streckenweise ruppige Action-Komödie mit einer gehörigen Portion tiefschwarzem Humor.

Bis 27. November im Handel

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