Das Verwaltungsgericht Wiesbaden sieht keine Rechtsgrundlage für Rundfunkgebühren für einen gewerblich genutzten Internet-PC. Neuartige Rundfunkempfangsgeräte wie ein Internet-PC würden derzeit in den Vorschriften, die die Gebührenpflicht regelten, nicht erwähnt, erklärte das Gericht am Montag. Auf eine Gebührenpflicht könne nur indirekt geschlossen werden.
Geklagt hatte ein EDV-Fachmann aus dem Rheingauort Eltville, der den Computer mit Internet-Anschluss in der Wohnung hat, ihn aber nur für seine Arbeit nutzt. Für seinen Privathaushalt zahlt er Rundfunk- und Fernsehgebühren. Allein das befreie den Mann im Übrigen von einer Zahlung für den PC, entschied das Gericht (Az.: 5 E 243/08.WI).
Ein "vernünftiger Durchschnittsbürger" wird nach Ansicht des Gerichts unter einem Rundfunkempfangsgerät ein Radio oder Empfangsteil verstehen, das zumindest auch zum Zweck des Rundfunkempfangs angeschafft worden ist. Das treffe für einen Internet-PC nicht zu. Der werde - jedenfalls außerhalb des privaten Bereichs - nicht typischerweise zum Empfang von Hörfunksendungen bereitgehalten. Einen Rundfunkempfang über den PC zu beruflichen Zwecken befand das Gericht als "eher fernliegend". Gegen das Urteil ist die Berufung vor dem hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel möglich.
Unterschiedliche Auffassungen
Bisher haben Gerichte zur Frage von Rundfunkgebühren für Internet-PCs unterschiedlich geurteilt. Das Verwaltungsgericht Münster befand Anfang Oktober im Fall eines Studenten, allein der Besitz eines solchen PC verpflichte nicht zur Zahlung von Rundfunkgebühren. Würde wegen des bloßen Besitzes eines Internet-fähigen Computers eine Monatsabgabe von 5,52 Euro verlangt, käme das einer Strafsteuer gleich. Aus dem bloßen Vorhandensein solcher Computer im Büro oder Home-Office dürfe nicht automatisch auf Rundfunkempfang geschlossen werden, hieß es in der Urteilsbegründung vom Oktober. Ähnlich entschied das Verwaltungsgericht Koblenz.
Dagegen urteilte das Verwaltungsgericht Ansbach Anfang August, ein Anwalt müsse für einen beruflich genutzten Computer mit Internet-Anschluss Rundfunkgebühren zahlen.
Die GEZ in Köln, die für die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland die Rundfunkgebühren einzieht, verlangt für Internet-fähige PCs und Handys eine Gebühr von derzeit 5,52 Euro, "wenn keine herkömmlichen Geräte angemeldet sind". Ob die Geräte tatsächlich für den Empfang von Rundfunk genutzt werden, ist dabei für die GEZ nicht von Belang: Sie leitet ihren Anspruch aus der bloßen Möglichkeit einer solchen Nutzung her.
Wörtlich heißt es dazu auf einer GEZ-Infoseite zum Thema im Internet: "Auf die konkrete Konfiguration oder Ausgestaltung des PC kommt es nicht an. Das Kriterium der Empfangsbereitschaft des Gerätes ist entscheidend. Ein Rundfunkempfangsgerät wird zum Empfang bereitgehalten, wenn damit ohne besonderen zusätzlichen technischen Aufwand Rundfunkdarbietungen empfangen werden können. Das Tatbestandsmerkmal 'ohne besonderen zusätzlichen technischen Aufwand' wird von der Rechtsprechung sehr weit ausgelegt. Es ist folglich nicht entscheidend, ob der PC tatsächlich an das Internet angeschlossen ist."
Nach Angaben der GEZ wurden im Geschäftsjahr 2007 (jüngster veröffentlichter Bericht) rund sechs Millionen Euro mit Gebühren für Internet-PCs und Handys eingenommen.
dpa/pat
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Ich habe das natuerlich nicht nur wegen den Grundgebuehren der GEZ gesagt. Es geht weiter mit Versicherungen (ein deutscher hat im Durchschnitt die meisten Versicherungen der Welt) und nun die Sarazin Affaer, da stimme ich [...] mehr...
Entweder naiv oder will andere für blöd verkaufen. Natürlich kann man TV-Tuner/-Karten nur im Inland erwerben - ein Kauf im Ausland, sogar über Internet ist völlig ausgeschlossen - bzw. schicken die gleich den GEZ-Bogen mit? [...] mehr...
Jetzt scheint das Thema ja vom Tisch zu sein. Man will nach dem Gießkannenprinzip grundsätzlich von allen Haushalten die Fernsehgebühr einziehen, egal ob man Empfangsgeräte bereithält und das Angebot der öffentlich-rechtlichen [...] mehr...
finde inzwischen die gesamte GEZ-Gebührenpraxis äussert zweifelhaft und bin schon am überlegen wie ich mich aus der Misere heruaswinden kann. Analog dazu darf man nicht außer Acht lassen, daß es ja zu Jahresbeginn eine [...] mehr...
Die Metapher Klo-Pächter läßt sich noch toppen. Analog könnte man jeden Mann als potentiellen Vergewaltiger anklagen, da er ja über das entsprechende "Gerät" verfügt. mehr...
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