Manfred Balz, der Telekom-Vorstand für Datenschutz und Claus Dieter Ulmer, der Konzernbeauftragter für Datenschutz, haben den Anspruch von Telekom-Kunden auf konkrete Auskunft darüber, ob sie persönlich von Datenweitergaben betroffen waren, bestätigt. In der letzten Woche hatte SPIEGEL ONLINE über einen gescheiterten Versuch berichtet, solche Daten über die zu diesem Zweck eingerichtete Hotline einzuholen.
Dabei, heißt es nun von Seiten der Konzern-Datenschützer, sei so einiges schief gelaufen. Bei der Hotline, die eigentlich als Anlaufstelle für besorgte Kunden gedacht war und als solche beworben wurde, erreichte man nur den Kundendienst, der keinerlei Auskunft über konkrete Daten geben konnte. Der Eindruck, diese Auskünfte liefen über die Hotline, sei missverständlich gewesen.
Claus Dieter Ulmer gegenüber SPIEGEL ONLINE: "Es stimmt, dass diese Auskunft nicht über die Call Center erfolgt. Um die Daten unserer Kunden zu schützen, liegen den Mitarbeitern dort keine Listen vor, welche Kunden im Einzelnen von dem Datendiebstahl betroffen sind. Diese Auskunft erfolgt ausschließlich über den Datenschutzbeauftragten des Konzerns, der unter strengen Sicherheitsvorkehrungen auf diese Daten zugreift."
Doch auch der Versuch, über den Datenschutzbeauftragten der Telekom an die Angaben zu gelangen, schlug bei unserem Test fehl. An Stelle der gewünschten Auskunft über die Art der eventuell gestohlenen Daten, erreichte uns lediglich die Auskunft, welche Daten T-Mobile allgemein gespeichert hat. Claus-Dieter Ulmer erklärt das mit einem Missverständnis. Man sei irrtümlich davon ausgegangen, dass man wissen wollte, welche Daten von T-Mobile Deutschland gespeichert wurden. Daher sei eine Standardauskunft erteilt worden.
Auf die konkrete Anfrage auf Auskunft über die Daten eines Telekom-/T-Mobile-Anschlusses hatte das Unternehmen mit dem Versand eines Formbriefes mit allgemeinen Informationen reagiert.
Neue Infos per Telefon-Rechnung
Durchaus konkret war dagegen eine Auskunft von T-Mobile-Sprecherin Marion Kessing ausgefallen, die die Nicht-Weitergabe konkreter Daten folgendermaßen begründete: "Die Geschäftsführung von T-Mobile hat sich dazu entschieden, wegen des Datenschutzes keine Listen von betroffenen Kunden zu erstellen. Deshalb können auch die Mitarbeiter der Callcenter keine Auskunft geben. Statt dessen werden alle T-Mobile-Kunden über den Datendiebstahl informiert und haben die Möglichkeit, kostenlos ihre Rufnummer zu ändern bzw. ein persönliches Kennwort als zusätzlichen Schutz zu vereinbaren."
Das deckt sich mit Ulmers Erklärungen über die Call-Center, die demnach nur ganz allgemein gehaltene Auskünfte zum Datenskandal weitergeben sollten.
Was fehlt, ist dagegen ein Hinweis, den Ulmer nun gegenüber SPIEGEL ONLINE nachlieferte: Wie man als betroffener Kunde denn nun an die versprochenen Auskünfte herankommen kann, auf die man laut Klaus Gronenberg, Mitarbeiter des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, durchaus einen rechtlichen Anspruch habe.
Ulmer: "Wir haben Ihre Kritik zum Anlass genommen, unsere Mitarbeiter in den Call Centern und anderen Bereichen mit Kundenkontakt erneut und intensiver über das Verfahren zu informieren: Kunden, die wissen möchten, ob sie betroffen sind, können sich per E-Mail an datenschutz@telekom.de oder schriftlich an die Deutsche Telekom AG, Konzerndatenschutz, Postfach 2000, 53105 Bonn, wenden. Wir werden zudem unsere Kunden mit dem nächsten Rechnungsanschreiben über diese Möglichkeit in Kenntnis setzen."
Bisher hatte es zu diesem Thema in Mitteilungen des Unternehmens geheißen, Kunden könnten sich "an die kostenlose Hotline 0800 330 034505 wenden. Fragen können sie auch an info@telekom.de schicken". Am Tag nach der Veröffentlichung des SPIEGEL-ONLINE-Artikels hatte der Konzern seine Info-Seite um Angaben zur direkten Abfrage konkreter Informationen ergänzt.
Christian Wolf/pat
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