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05.12.2008
 

Netzwelt-Ticker

Facebook und Google suchen Anschluss

Von Felix Knoke

Es weihnachtet in den sozialen Netzwerken: Google und Facebook haben jetzt Programme vorgestellt, wie sich Web-Seiten und Surfer noch besser miteinander vernetzen lassen. Die Warner Music Group will eine Musik-Abgabe von Unis, und noch ein Mac-Kloner nimmt es mit Apple auf. Das und mehr im Überblick.

Neue Verbindungen: Google und Facebook haben fast gleichzeitig ihre neuen Programme Google Friend Connect und Facebook Connect vorgestellt. Beide verfolgen das gleiche Ziel: sich noch enger mit anderen Web-Seiten zu verknüpfen. Sie sollen das soziale Netzleben vereinfachen, indem sie die Grenzen zwischen den Web-Seiten einreißen.

Global vernetzt: Datenaustausch für Communitys
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Global vernetzt: Datenaustausch für Communitys

Wer zum Beispiel bei Facebook ein Profil betreibt, kann künftig mittels Connect-Funktion automatisch Änderungen seiner Profildaten, Bilder, Kommentarsammlungen auf anderen Web-Seiten anzeigen. Solche Funktionen gibt es zwar schon, bislang konnte aber vor allem externe Informationen in Facebook dargestellt werden, Facebook-Informationen drangen aber nicht nach draußen. Der freie Datenaustausch zwischen den Web-Seiten wirft Datenschutzfragen auf, die Facebook aber gelöst haben will: Bilder, die nur enge Facebook-Freunde sehen sollen, werden auch zukünftig nur die zu sehen bekommen.

Google Friend Connect funktioniert ähnlich wie die Facebook-Lösung: Webmaster können ihren Web-Seiten soziale Features verleihen, ganz einfach, indem sie ein paar Code-Zeilen von Google in ihren Web-Code integrieren. Etwa so, wie man ein YouTube-Video in sein eigenes Blog einbettet.

"Ars Technica" hat die beiden Dienste verglichen, sieht bei Google Connect ein paar Probleme, auch beim Datenschutz. In einem weiteren Artikel geht Ars Technica auf andere Projekte zum Datenaustausch ein, zum Beispiel OpenID.

Warner Music fordert Musik-Abgabe von Unis

Die Warner Music Group will US-Universitäten von einer Abgabe auf Musik überzeugen. Im Gegenzug sollen die Hochschulen von Filesharing-Klagen gegen Studenten verschont werden. Eine Präsentation, die laut Techdirt-Blog angeblich ins Netz gelangte, erklärt das Modell.

Hinter dem Plan steckt Jim Griffin, ein Verfechter der Filesharing-Flatrate, die wie eine Musik-Steuer von den Internet-Anbietern eingezogen wird. Wer diese "Steuer" zahlt, soll unbegrenzt Dateien tauschen dürfen, die Ausschüttung der Einnahmen könnte die Musikindustrie selbst vornehmen - ein Modell, das viele Anhänger finden konnte, obwohl es einige offensichtliche und große Probleme hat, wie sie das Techdirt-Blog anführt. In Deutschland wird das Modell seit Jahren als "Kulturflatrate" diskutiert.

Noch ein Mac-Klon: OpeniMac

Das Endgadget-Blog zeigt sich ein wenig entrüstet über das Angebot eines argentinischen Computerherstellers: Für nur 999 Dollar (782 Euro) bietet der einen Mac-Klon an: mit 2,53 GHz, 2 GB Arbeitsspeicher, einer 320-GB-Festplatte, einer schnellen Grafikkarte und dem Apple-Betriebssystem Mac OSX. Das Gehäuse, lästert Engadget, sei hässlich wie die Sünde.

Das Angebot kommt gerade rechtzeitig: Erst Anfang der Woche hat Apple den Juristen-Hammer ausgepackt, um den letzten Nagel in den Sarg von Mac-Kloner Psystar zu hämmern.

Aber vielleicht ist das argentinische Angebot ja auch nur ein weiterer Beweis für eine Verschwörungstheorie, an denen Apple selbst strickt: Hinter Psystar nämlich steckten Interessen von Individuen und Firmen, die auf andere Weise in Patentstreitigkeiten mit Cupertino verwickelt sind.

Das Groklaw-Blog fasst zusammen: "Apple glaubt also offensichtlich daran, dass jemand anderes hinter Psystar steckt. Das würde auch erklären, warum eine große Kanzlei so einen einfachen Fall übernimmt und warum Psystar so unbekümmert immer weiter das Produkt verkauft." Der Fall wird interessanter und interessanter.

Zwischen Socken und Dosenbier: Das 99-€-iPhone

Apple wird beim US-Einzelhandelsriesen Wal-Mart eine möglicherweise abgespeckte Ausgabe des iPhone 3G für nur 99 Dollar (78 Euro) anbieten. Wal-Mart bestätigte zwar laut TGDaily.com den Verkaufsstart des iPhones für den 28. Dezember dieses Jahres, nicht aber die Gerüchte über dessen technischen Eigenschaften.

Angeblich handelt es sich beim Schnäppchen um eine Variante mit nur Vier-Gigabyte-Speicher. Apple hatte zur Markteinführung schon ein iPhone mit vier GB angeboten, damals noch zum Preis von 399 Dollar inklusive Vertrag. Winfuture.de spekuliert, dass ein für amerikanische Verhältnisse derart niedriger Preis nun den Verkaufszahlen des iPhone einen kräftigen Schub verpassen könnte.

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