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09.01.2009
 

Netzwelt-Ticker

Windows 7 Beta für jedermann

Von Felix Knoke

Microsoft prescht vor - und lädt zum öffentlichen Betatest von Windows 7. Außerdem im Überblick: 30 Jahre Haft für den Cyber-Paten, ein Computerwurm legt Kärnten lahm, Toyota will Autofahrer bespammen und ein Wissenschaftler beschießt Webcam mit Teilchenstrahl.

Es muss der Blitz eingeschlagen sein im Microsoft-Hauptquartier in Redmond: Ganz schnell soll Windows 7 das verpatzte Windows Vista ablösen, jetzt steht schon eine kostenlose Betaversion zum Testen bereit, auf den amerikanischen wie auf den deutschen Servern. Am Freitagabend werden die Downloadlinks freigeschaltet.

Microsoft-Chef Steve Ballmer auf der CES: Win 7 für acht Monate zum kostenlosen Test freigegeben
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DPA

Microsoft-Chef Steve Ballmer auf der CES: Win 7 für acht Monate zum kostenlosen Test freigegeben

Natürlich müssen neugierige Windows-7-Tester einiges beachten. Adrian Kingsley-Hughes vom ZDNet-Blog Hardware 2.0 beantwortet die wichtigsten Fragen in einer FAQ. Zum Beispiel, dass die Beta auch auf recht schwachbrüstigen Computern läuft, das aber auch nur bis zum 1. August, wenn dieser Betatest endet. In einem anderen Blog-Eintrag führt Kingsley-Hughes sechs Nervereien auf, die er in der Windows-Beta gefunden hat: Unter anderem die seiner Ansicht nach blöde Taskbar und die seltsame Suche.

Aber darum geht es ja auch: Wenn alle Betatester nur fleißig genug Fehler finden - und melden! - dann könnte aus dem neuen Windows ja was werden.

30 Jahre Haft für den Cyber-Paten

Ein türkisches Gericht hat einen ukrainischen "Paten der Cyberkriminalität" zu 30 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht verknackte Maksym "Maksik" Yastremski, 25, weil er sich in die Computer von zwölf türkischen Banken gehackt haben soll. Yastremski bekam neben der langen Haftstrafe auch eine Bußgeldzahlung von 23.200 US-Dollar aufgebrummt.

Das ist noch nicht viel Geld, verglichen mit den Millionengewinnen aus Computerbetrügereien, mit denen sich Maksik ein luxuriöses Leben leisten konnte. In den USA gilt Maksik als Hacker-Pate, weil er in den letzten vier Jahren an beinahe jedem großen Hackangriff auf kommerzielle US-Datennetze beteiligt gewesen sein soll. Laut "The Register" hatte Maksik den Ruf, ein Top-Verkäufer von gestohlen Kredit- und EC-Kartendaten zu sein. Von 2004 bis 2006 habe er elf Millionen US-Dollar damit verdient.

US-Behörden haben längst die Ausweisung Maksiks beantragt. Sollte der es jemals in die Staaten schaffen, meint "The Register", erwarte ihn dort die Kronzeugenschaft, wohl gegen eine deutliche Verkürzung der Haftstrafe.

Österreich: Wurm legt Kärnten lahm

Ein Computerwurm hat die Computer-Infrastruktur des österreichischen Bundeslandes Kärnten lahmgelegt. Viele Computer der Kärntner Landesregierung und der Bezirkshauptmannschaften seien seit Anfang Januar offline. Geldanweisungen, Pass- und Führerscheinanträge könnten derzeit nicht bearbeitet werden. Man sei praktisch blind, so die Behörde zu ORF.at.

Betroffen seien 3000 Computer. Bis Anfang nächster Woche sollen zwei Drittel der Computer aber wieder funktionieren. Weht derweil also ein laues Lüftchen durch Kärntner Verwaltungsbüros? Landesamtsdirektor Reinhard Sladko meint nein: Der Parteienverkehr sei weiter möglich und die Beamten hätten auch ohne Computer genug zu tun.

Wettbewerbsschutz für ländliches Breitbandnetz?

Wer die Provinz mit Breitbandanschlüssen versorgt, soll Wettbewerbsschutz genießen. In Deutschland gebe es noch immer 6000 Gemeinden ohne schnellen Internet-Zugang.

Das Handelsblatt (via Golem.de) berichtet von diesen Forderungen der Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner(CSU). Zuvor behauptete ihr Parteikollege Klaus Hofbauer, die Telekom blockiere die flächendeckende Breitbandversorgung ländlicher Gebiete: Wenig Investitionen, Blockade der Konkurrenz. Die Kommunen sollen nun selbst den Breitband-Ausbau vornehmen - auch mit den Mitteln des zweiten Konjunkturpakets der Bundesregierung.

Die Opposition nennt die Pläne Ilse Aigners "völlig abstrus". Die FDP-Telekommunikationsexpertin Gudrun Kopp: "Die Versorgung des ländlichen Raums mit schnellen Internet-Zugängen kann nur mit marktwirtschaftlichen Instrumenten erfolgreich und für die Verbraucher bezahlbar sein."

Lexus-Pläne: Spam ans Lenkrad

Autohersteller Lexus weiß, wie man moderne Kommunikationsmittel mit alten Fortbewegungsmitteln kombiniert: Per Sprachnachricht, so eine euphorische Meldung des US-Boulevardzeitung USA Today, will der Autohersteller Toyota Fahrer seiner Lexus-Modelle zukünftig über Neuentwicklungen, Tipps und Tricks rund um das Lenkrad informieren.

Verantwortliche bei Toyota versprechen, verantwortungsbewusst und zurückhaltend mit dem System umgehen zu wollen, an Marketingnachrichten denke niemand. Das sieht ein Slashdot-Kommentator anders: "Lexus sendet Spam an Autokäufer in ihren Autos", heißt da eine Nachricht. Mit dem süffisanten Hinweis, was für ein Spaß es doch wäre, über dieses Nachrichtensystem Malware an die Autos zu schicken. "Nicht, dass einem Lexus so etwas passieren könnte." Ein hämischer Kommentar, 2005 erst gelang es einem Computervirus, den Bordcomputer eines Lexus zu infizieren...

Beatles-Podcast geplatzt

Schlechte Nachrichten für Norwegen- und Beatles-Fans: Sah es Anfang der Woche noch ganz so aus, als ob das norwegische Radio der Musikgruppe Beatles zum späten digitalen Ruhm verhelfen könnte, muss die Sendeanstalt jetzt zurückrudern. Aus der geplanten Veröffentlichung des gesamten Beatles-Katalogs als kommentierter Podcast wird doch nichts. Der Radiosender habe eine Abmachung mit der Interessenvertretung der Tonträgerindustrie, wonach nur Radiosendungen ins Netz gestellt werden dürfen, die weniger als vier Wochen alt sind. Und selbst wenn die Beatles-Reihe aus dem Jahr 2007 noch schnell wieder ausgestrahlt werden sollte, müssten wohl spezielle Verträge mit der Beatles-Rechtefirma Apple Corp. geschlossen werden. Und die zeigten sich in der Vergangenheit wenig begeistert von der Veröffentlichung der Beatles-Songs im Netz.

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