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12.01.2009
 

Netzwelt-Ticker

Windows 7 Beta jetzt ohne Mengenbegrenzung

Von Richard Meusers

Microsofts Windows 7 Beta gibt's nun mindestens bis zum 24. Januar so oft man will, Briten führen Gesichtserkennung an Schulen ein, Frankreich erwägt Handy-Verbot für Kinder, und SPIEGEL ONLINE behält die Reichweiten-Krone. Das und mehr im Überblick.

Der Ansturm war größer als erwartet: Nachdem Microsoft die erste Beta des neuen Betriebssystems Windows 7 zum öffentlichen Herunterladen freigegeben hatte, gingen die Server umgehend unter der Nachfragelast in die Knie. Die allgemeine Neugier ließ sich auch nicht durch das hochbürokratische Prozedere zur vorherigen Anmeldung bremsen. Für die braucht man nämlich eine Windows-Live-ID und eine vorherige Registrierung mit validierter E-Mail-Adresse.

Windows 7, veröffentlicht als Beta: Das System, auf das Vista-Abstinenzler gewartet haben?
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Windows 7, veröffentlicht als Beta: Das System, auf das Vista-Abstinenzler gewartet haben?

Das Interesse hatte wohl auch durch die offizielle Begrenzung auf nicht mehr als 2,5 Millionen Downloads eine merkliche Verstärkung erfahren. Also ließ Microsoft die Zügel wieder etwas lockerer und erklärte, das Angebot zum Herunterladen gelte mindestens bis zum 24. Januar 2009, und das selbst dann, wenn die 2,5-Millionen-Grenze in dieser Zeit überschritten werden sollte. Die könnte unter anderem auch deshalb schneller als gedacht erreicht werden, weil einige Interessenten - komplizierter Anmeldung sei Dank - schon mal mehr als einen Produktkey erhalten.

Briten setzen Gesichtsscanner an Schulen ein

Wenn die Briten die Kontinentaleuropäer nicht mit Nachrichten über die neuesten Datenschlamperei verblüffen, dann mit ihrem unersättlichen Datenhunger. Seit Jahren führt Großbritannien alle Statistiken in Sachen Überwachung des öffentlichen Raumes souverän an - und verweist dabei Staaten wie China oder Singapur auf die Plätze. Während in Deutschland das Thema inländische Online-Überwachung nach wie vor für Empörung sorgt, sind britische Fahnder so keck, Computer gleich europaweit durchforsten zu wollen.

Die neueste Maßnahme auf dieser Linie, gedacht zum Schutz der Schüler, wie es offiziell heißt: der Einsatz von Gesichtsscannern in Schulen ab dieser Woche.

Das System soll gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die bargeldlose Bezahlung des Essens in der Schulkantine soll damit genauso erledigt werden wie die Zutrittskontrolle zum Schulgelände. Das soll durch eine ultraschnelle Software möglich werden, die angeblich in anderthalb Sekunden eine Person identifizieren kann und dabei zuverlässiger arbeiten soll als ein Mensch.

Auch wenn staatliche Richtlinien für Schulen seit 2007 das Sammeln biometrischer Daten für bestimmte Zwecke zulassen, erheben sich nun besorgte Stimmen von Bürgerrechtlern. Die befürchten nämlich die Weitergabe der Daten an staatliche Stellen ohne das Einverständnis der Eltern oder, schlimmer noch, den Raub durch Identitätsdiebe. Denn gespeichert werden an Englands Schulen ja nicht nur die Konterfeis, sondern auch die Fingerabdrücke der lieben Kleinen. Und "dieses System speichert Fingerabdrücke nach demselben Muster ab wie die Polizei und kann daher später auch für Identitätsbetrug missbraucht werden", wird eine Gruppe vom britischen "Telegraph" zitiert.

Google verchromt bald auch Mac und Linux

Neues vom neuen Google-Browser Chrome: Demnächst sollen auch Macs und Rechner unter Linux metallisch glänzen. Wie der zuständige Produktmanager Brian Rakowski in einem Interview mit Cnet.com erklärte, sei man bei beiden Versionen schon bei arbeitsfähigen Anwendungen angekommen.

Innerhalb des ersten Halbjahrs 2009 sollen fertige Linux- und Mac-OS-X-Browser veröffentlicht werden, und das möglichst gleichzeitig. Derzeit arbeiteten die Entwickler an ersten Testversionen, die bereits Web-Seiten anzeigen könnten. Weitere Features wie die Autovervollständigung in der URL-Zeile oder Ganzseiten-Zoom und die Ausarbeitung der Benutzeroberfläche seien jedoch nicht eingebettet. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit wird gemeinsam mit der Linux- und Mac-Version auch Chrome 2.0 herauskommen, der deutlich schneller als das aktuelle Modell durch die Weiten des Web surfen soll.

Frankreich: Keine Handys für Kinder

Mit einem neuen Gesetz, das Handy-Werbung für Zielgruppen unter zwölf Jahren verbietet, ist der französische Umweltminister Jean-Louis Borloo an die Öffentlichkeit getreten. Außerdem will Borloo mit einer weiteren Initiative das Verbot von Handys für Kleinkinder erreichen.

Offizieller Grund: Sorge um den Schutz der Kleinen, die möglicherweise durch die von den Mobiltelefonen emittierte Strahlung geschädigt werden könnten. Für diese sollen demnächst neue, niedrigere Grenzwerte festgelegt werden. Außerdem sollen Handys nur noch zusammen mit Kopfhörern in den Verkauf kommen, damit die Geräte beim Telefonieren nicht mehr ständig nah an den Kopf gedrückt werden.

Damit folgt Frankreich einer Aufforderung des EU-Parlaments, das im vergangenen Jahr die EU-Mitgliedstaaten ermuntert hatte, strengere Grenzwerte für Handy-Strahlung einzuführen. Schon in der Vorweihnachtszeit hatte die Stadt Lyon eine Werbekampagne veranstaltet, um Eltern davon abzuhalten, ihren Kindern Handys als Weihnachtsgeschenk zu kaufen.

In aller Bescheidenheit: Wir sind Spitzenreiter

Der Bundesverband Bitkom zählt in seiner Jahresbilanz so manche Erbse, zieht Summen, deutet und leistet sich Blicke nach vorn. Die aktuelle Bitkom-Bilanz macht dabei klar, dass wir uns übers Jahr gegenseitig beobachten: wir Medien die Branche, die Branche uns Medien im Internet. Und da kam der Bitkom auch 2008 nicht an SPIEGEL ONLINE vorbei.

Denn unter dem Strich, resümiert der Bitkom, habe SPIEGEL ONLINE im letzten Jahr mit 1,09 Milliarden Besuchen und einem Marktanteil von 22,2 Prozent unter den Top-20-Nachrichtenseiten vorn gelegen. Auf den Plätzen folgten demnach "Bild" (755 Millionen Besuche), "Chip" (383 Millionen), Sport1.de (282 Millionen), Heise.de (270 Mio.) und Kicker.de (268 Millionen). Erst auf Rang Sieben folgte mit der "Welt" (237 Millionen) ein weiteres Tageszeitungsangebot.

Öffentlich-rechtliche Anstalten sucht man in der Statistik deshalb vergeblich, weil sie nicht an der Reichweitenmessung der IVW teilnehmen. Denn auf deren Zahlen beruht die Bitkom-Zählung: Der IT-Fachverband zählte die Monatsstatistiken der sogenannten Visits-Zählung der IVW zusammen. Diese erfasst die Zahl von Besuchen auf einer Web-Seite, also von Lesern und nicht von Seitenaufrufen, wenn man so will: Der Dank für die schmeichelhafte Positionierung von SPIEGEL ONLINE in dieser Statistik gebührt darum nicht zuletzt Ihnen.

pat


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