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14.01.2009
 

Netzwelt-Ticker

Paris Hiltons Seite verteilte Viren

Von Felix Knoke

Cyber-Kriminelle plazieren einen gefährlichen Trojaner auf der offiziellen Website von Paris Hilton und Google zoomt sich in Kunstwerke. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Dänisches Einsatzkommando stellt Gamer - wegen Ballerns.

Hacker haben es mal wieder auf Paris Hilton und ihre Fans abgesehen und deponierten einen Trojaner auf der offiziellen Hilton-Website Parishilton.com. Besuchern öffnete sich übers Wochenende eine gefälschte "Update"-Aufforderung.

Paris Hilton: Kriminelle verteilen Trojaner über die Promiseite
REUTERS

Paris Hilton: Kriminelle verteilen Trojaner über die Promiseite

Wer das "Update" akzeptierte oder abbrach, startete den Download einer infizierten Datei. Wer diese Datei dann noch ausführte, infizierte sich mit dem Trojaner Spy.Zbot.YETH. Der installiert ein sogenanntes Rootkit, spioniert Online-Banking-Informationen aus und lädt auf Befehl von außen hin weiteren Schadcode aus dem Netz. Die Antivirus-Experten von Scansafe entdeckten die Gefahr am Freitag letzter Woche, am folgenden Dienstag wurde die Gefahr behoben, berichtet "PC World". Wie viele Surfer Opfer des Trojaners wurden, ist nicht bekannt.

Der Angriff auf Parishilton.com ähnelt den Angriffen, denen sich in den USA erst kürzlich der Web-Auftritt der obersten Baseball-Liga MLB.com und eine große Erotik-Website ausgesetzt sahen. Die drei Angriffe haben gemein, dass sie härter und direkter vorgehen als die typischen Drive-by-Download-Attacken, die oft völlig unbemerkt vom Nutzer stattfinden, sobald er eine präparierte Website besucht. Auch war den drei Angriffen gemein, dass sie Schwachstellen, klaffende Lücken im Webcode, ausnutzten.

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Trojaner

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Fakeware, Ransomware

Zero-Day-Exploits

Risiko Nummer eins: Nutzer

DDoS-Attacken

Für Paris Hilton dürften solche Angriffe jedoch langsam Gewohnheit werden. Seit Jahren wird Hilton von Cyber-Kriminellen unter Feuer genommen. Vor vier Jahren wurde ihr T-Mobile-Konto gehackt. Damals verlor sie jede Menge persönliche Nachrichten, Kontaktdaten und Fotos. Im März 2008 erst knackte man ihr Facebook-Konto - und in einer Rangliste der am meisten für Spam missbrauchten Promis hat Hilton 2008 Platz drei eingenommen - geschlagen nur von Barack Obama und Angelina Jolie.

Superzoom ins Kunstwerk

Google hat 14 Kunstwerke aus dem Prado Museum in Madrid superhochauflösend eingescannt und für Google Earth aufbereitet. Google Earth ist eigentlich ein virtueller Globus, eignet sich aber offensichtlich auch für die Reise ins Innere bekannter Kunstwerke. Wer das Layer "Museo Padro" im Google-Earth-Menü "Geografie im Web" aktiviert, kann sich bis auf Pinselstrich-Niveau in die 14 Gigapixel großen Bilder hineinzoomen: Zum Beispiel ins Auge des Kardinals von Rafael, in Dürers Selbstporträt und zu den Las Meninas von Diego Velázquez.

Träne im Auge: Mit 14 Gigapixeln Auflösung zeigt Google Rogier van der Weydens Kreuzabnahme Christi
AFP

Träne im Auge: Mit 14 Gigapixeln Auflösung zeigt Google Rogier van der Weydens Kreuzabnahme Christi

Al-Dschasira veröffentlicht Videos unter Creative Commons

Der arabische Fernsehsender al-Dschasira veröffentlicht hochauflösendes Videomaterial vom Gaza-Konflikt unter der "Creative Commons"-Lizenz (CC-BY, bei Namensnennung). Wer das Videomaterial für eigene Zwecke benutzen will, darf das, solange er die Quelle al-Dschasira nennt. Den Videos stellte der Fernsehsender ein ausführliches Infoblatt zur Seite, mit Details zu den Drehorten und einem groben Transkript. Die "International Herald Tribune" sieht in diesem Schritt großes Potential: Westliche Medien können kaum aus der Krisenzone berichten, weil sie das israelische Militär daran hindert. Al-Dschasira hat den Vorteil, schon vor der aktuellen Krise vor Ort gewesen zu sein. Die CC-BY-Lizenz erlaubt nun auch anderen Medien, sogar konkurrierenden Fernsehsendern, das Material für sich zu nutzen.

Studie: Zweifel an Überwachungskameras

Eine Studie der Uni Berkeley zeigt, dass die in San Francisco installierten Überwachungskameras nicht dazu geeignet sind, schwere Verbrechen zu verhindern. Die Studie wird heute in San Francisco offiziell vorgestellt und steht schon im Netz zum Download bereit. Die Zusammenfassung: Schwere Verbrechen wie Morde und andere schwere Gewaltdelikte können die Kameras nicht verhindern, sie wirken aber bei kleineren Delikten wie Taschendiebstahl in ihrer näheren Umgebung abschreckend, so die "ORF Futurezone". Gründe und Verbesserungsvorschläge gibt es viele. Ein Vorschlag dürfte Datenschützer weniger freuen: Bessere Bildqualität und mehr Speicherplatz sollen die Verfolgung von aufgenommenen Straftätern erleichtern. Per Software sollen zudem Waffen erkannt und hernach Sirenen ausgelöst werden.

Spielgeräusche rufen SWAT-Team auf den Plan

Ein paar dänische Computerspieler bekamen Samstagnacht Besuch von einem bewaffneten und gepanzerten Einsatzkommando der dänischen Polizei. Der Grund: Laute Schussgeräusche von der Playstation. Die Polizisten forderten die mutmaßlichen Bewaffneten auf, mit erhobenen Händen das Gebäude zu verlassen, führten die Jugendlichen in Handschellen ab.

Bilder der skurrilen Aktion liefert das dänische "Ekstra Bladet", eine grobe Übersetzung aus dem Dänischen "The Register". John Hansen von der Kopenhagener Polizei erklärte den brachialen Einsatz gegen friedfertige Computerspieler: Niemals ignorieren wir Meldungen von Schüssen, auch wenn sich viele Meldungen als Feuerwerk oder andere Fehlalarme herausstellen.

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