Von Richard Meusers
Die Finanzkrise ist mit aller Heftigkeit auch bei Microsoft angekommen und schon schwingt der Sparkommissar die Axt. Erstes Opfer: das komplette Entwicklerstudio "Aces Game Studio".
Man mag es kaum glauben, zeichnen die 100 Angestellten der nun geschlossenen Abteilung doch für das älteste, noch immer von den Redmondern gepflegte Spiel verantwortlich, den Flugsimulator. Generationen von gelangweilten Büroangestellten haben sich die Zeit mit Flügen über gepixelte Oberflächen und mit senkrechten Abstürzen vertrieben. Und auch unter Computertestern galt der "Flight Simulator" als Standardprogramm, um die Grenzen der Hardware zu erproben.
Noch ist nicht klar, ob und in welcher Form der Flugsimulator weiter existieren wird. Microsofts PR-Firma Edelman zumindest salbaderte unverbindlich, die Softwareschmiede fühle sich dem Spiel "verpflichtet". Man werde unter Windows Live weiterhin Flugspiele entwickeln, auch wenn es derzeit nichts Konkretes anzukündigen gebe.
Apple einigt sich mit Käufern kratzeranfälliger iPod Nanos
Als sie auf den Markt kamen, waren sie zu weich: Displays und Gehäuse der ersten iPod-Nano-Generation zerkratzten im Nu, und das brachte die Käufer der nicht gerade billigen Geräte auf die Palme. Es folgte vor vier Jahren eine Sammelklage, weil Apple nicht eigens auf diesen Umstand hingewiesen hatte.
Nun verständigte sich der Unterhaltungselektroniker mit den Klägern auf eine außergerichtliche Einigung. Insgesamt soll eine Entschädigungssumme von 22,5 Millionen Dollar fließen. Für jeden Betroffenen gibt es 25 Dollar Erstattung, wer seinen iPod damals mit Schutzhülle erwarb, bekommt immerhin noch 15 Dollar. Grundsätzlich wurde die Einigung bereits im vergangenen Oktober erreicht, allerdings steht zur endgültigen Bestätigung noch eine Gerichtsanhörung Ende April an.
Twitter erhält Millionen und alle fragen sich, warum
Der Microbloggingdienst Twitter ist derzeit das heiße Thema für alle Nerds und Medienjournalisten. Das hat offensichtlich die Herzen einiger Investoren erwärmt und ihre Portemonnaies geöffnet.
Aus denen fließen dem Zwitscherdienst jetzt insgesamt 250 Millionen Dollar zu. Welche Unternehmen hinter der Finanzspritze stehen, ist bislang unbekannt.
So erfreulich der Geldsegen für die Betreiber sein mag, so rätselhaft bleibt die dahinterstehende Bewertung. Schon letzten Herbst hatte Facebook angeblich 500 Millionen Dollar für die Twitter-Übernahme geboten, was aber abgelehnt wurde. Wie sich die investitionswilligen Geldgeber allerdings die Refinanzierung ihrer Wohltaten vorstellen, ist unbekannt, denn bislang konnte Twitter nicht mit einem Erlösmodell überzeugen. Was als wahrscheinlichste Möglichkeit bleibt, ist die Einblendung von Werbung oder die von Social Networks sattsam bekannte Versilberung von Userdaten für das bei der Werbewirtschaft so heiß begehrte "Targeted Advertising".
Mit Social Networks unterwegs zur Demokratie?
Wenn mit Reklame für die Betreiber von sozialen Netzwerken auch noch nicht das große Geld zu machen ist, können sie sich wenigstens als Wohltäter der Menschheit glücklich schätzen. Denn, so ein Artikel in der "New York Times", mancherorts nutzen Menschen die Möglichkeiten von Facebook & Co, um Nachrichten auszutauschen und sich politisch zu organisieren, wo das auf normalem Wege nicht möglich ist.
Zum Beispiel in Ägypten, wo strenge Gesetze seit Jahrzehnten politische Organisationen jeder Art verbieten und die nicht genehmigte Versammlung von mehr als fünf Personen unter Strafe stellen. Mit zunehmender Verbreitung von Internetzugängen erhalten die Ägypter nun die Chance, sich zumindest virtuell zu versammeln. Immerhin jeder neunte Ägypter besitzt einen Zugang zum Netz.
Und die Überwachung entsprechender Aktivitäten von diversen Online-Gruppen ist für die Obrigkeit wesentlich schwieriger als im physischen Leben. Auch wenn die Nutznießer in Ägypten ausgerechnet vornehmlich Anhänger der radikalen Muslim-Bruderschaften sind, könnten Social Networks gerade in restriktiven Gesellschaften grundsätzlich neue Perspektiven eröffnen.
Schon wieder Datenklau beim Job-Portal Monster
Vor zwei Jahren machte die Stellenbörse Monster von sich reden. Nicht wegen besonders hoher Zahlen von vermittelten Jobs, sondern wegen einer Sicherheitslücke, durch die Daten von Millionen angemeldeter Nutzer abgesaugt wurden.
Jetzt haben Datendiebe erneut zugeschlagen und die Monster-Datenbank angezapft.
Dabei sind nicht nur E-Mail-Adressen und Telefonnummern betroffen, sondern auch die Zugangsdaten der Nutzer. Die Betreiber von Monster raten ihren Kunden, schleunigst ihre Passwörter zu ändern, gleichzeitig wurden die Nutzer beruhigt, sensibles Material wie Lebensläufe oder (in Amerika unverzichtbare) Sozialversicherungsnummern seien von den jüngsten Vorfällen nicht betroffen.
Google-Bombe entschärft
Neuer Präsident, altes Spiel. Auch nach dem Rückzug von George W. Bush aufs politische Altenteil gingen wieder einige alte Bekannte im Web um. So auch eine "Google-Bombe", die bei der Google-Suche nach der Eingabe der Suchwörter "failure" (Scheitern) und "cheerful achievement" (fröhlicher Erfolg) nun nicht mehr Bushs Namen ausspuckte, sondern Barack Obamas Biografie.
Dann jedoch habe man einen Algorithmus eingesetzt, der diesen Mechanismus wieder desaktivierte, so Google-Entwickler Matt Cutts in seinem Blog. Schon 2003 hatte die Suche nach dem Begriff "miserable failure" (erbärmliches Versagen) direkt auf die Biografie des damaligen US-Präsidenten George W. Bush verwiesen. Indem eine große Zahl von privaten Webseitenbetreibern den Begriff mit dem Dokument verlinkten, landete dieser schließlich bei den Googletreffern ganz oben. Der Algorithmus zur Entschärfung der neu-alten Bombe sei allerdings nicht ununterbrochen aktiv, denn die erforderliche Indexierung sei ziemlich ressourcenfressend.
Außerdem:
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Facebook-Mord: 18 Jahre Gefängnis
Auch englischsprachige Wikipedia schränkt Editierbarkeit ein
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