Von Richard Meusers
Vor anderthalb Jahren machte das Online-Kaufhaus Amazon ein großes Geheimnis um eine Pressekonferenz, in der dann das elektronische Lesebuch "Kindle" vorgestellt wurde. Ähnlich läuft es jetzt wohl wieder: Für den 9. Februar hat Unternehmenschef Jeff Bezos zur Pressekonferenz nach New York gebeten. Dort soll Informationen der "New York Times" zufolge die nächste Generation des E-Readers vorgestellt werden.
Neben einigen Schönheitsreparaturen (zum Beispiel runde Tasten statt wie bisher eckige) soll sich auch im Inneren einiges getan haben. Die Darstellung der Bilder und Texte soll deutlich beschleunigt werden. Dazu wird der Schirm in 16 Felder unterteilt, die ihre jeweiligen Daten parallel laden, was zu einem fixeren Bildaufbau führt. Wie das Gerät aussehen soll, will der " Boy Genius Report" herausgefunden haben, der auf seiner Internet-Seite einige sehr schlechte Fotos vom angeblichen Kindle 2 präsentiert.
Beim normalen Lesen sollen die Verbesserungen nicht so sehr ins Gewicht fallen. "Aber sobald Sie irgendetwas anderes mit Ihrem Gerät machen wollen, hineinzoomen oder Wörter nachschlagen, werden Sie sich über die Geschwindigkeit freuen", so Amazon-CEO Russell J. Wilcox.
Freuen würden sich hiesige Fans des E-Book-Konzeptes schon, wenn auch nur Version 1 des Kindle endlich diesseits des Atlantik materialisieren würde. Ob je und wenn dann wann das der Fall sein wird, steht weiter in den Sternen: "Ankündigungen zum Start in anderen Ländern" als den USA, verrät Amazon äußerst kryptisch, wenn man versucht, dort den Kindle zu kaufen, "haben wir nicht gemacht". Hat ja leider auch niemand behauptet.
Unsinn geschrieben? YouTube-Kommentare ab sofort löschbar
Wer kennt das nicht? Immer mehr Seiten wie Blogs und Online-Zeitungen erlauben die Kommentierung von Texten, bei Videoportalen können die eingestellten Clips diskutiert werden. Blöd nur, wenn das Geschriebene nachträglich nicht mehr geändert werden kann. Ärgerliche Schreibfehler bleiben ewig abrufbar, und auch manch rüde Rüpelei, die im Eifer des Gefechts der Tastatur entschlüpfte, entlarvt den Urheber als zotigen Troll.
Googles Filmportal YouTube hat nun ein Einsehen mit schusseligen Nutzern und erlaubt ihnen, ihre eigenen Kommentare zu löschen. Damit werden zwar unter Umständen Debattenstränge bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Änderungen der Texte sind allerdings nach wie vor nicht möglich: Man kann sie nur killen. Also gilt auch weiterhin, seinen Text vorm Abschicken am besten aufmerksam Korrektur zu lesen
Mal wieder ein Datenleck bei der Telekom
Als ob die bisherigen Skandale um Datenschlamperei und Bespitzelungsaktionen den Ruf des Rosa Riesen nicht schon genug beschädigt hätten. Die Anmeldedaten von Hunderten Neukunden der Telekom waren über einen simplen Link tagelang völlig ungesichert zugänglich.
Wie der "Stern" in seiner Online-Ausgabe berichtet, war das Vorgehen ganz einfach. Bei Anmeldung eines Telefonanschlusses bekam der Kunde am Ende der Beantragungsprozedur sämtliche Angaben in Form einer Pdf-Datei präsentiert, deren Adresse im Browser auch die eigene Kundennummer enthielt. Wer diese Nummer nun von Hand änderte, konnte die Daten eines anderen Kunden einsehen. Auf diese Weise seien an die 500 Datensätze zugänglich gewesen, die auch ohne weiteres herunterzuladen gewesen wären. Inzwischen hat die Telekom den Fehler beseitigt und will sich bei den Betroffenen entschuldigen.
Google Mail gibt's jetzt auch offline
Was andere E-Mail-Anwendungen schon seit langem anbieten, ist jetzt auch bei Google Mail möglich: das Arbeiten im Offline-Modus. Das Verfassen und Bearbeiten von E-Mail-Texten kann jetzt auch erledigt werden, ohne dabei online sein zu müssen. Wie bei normalen E-Mail-Programmen, wie zum Beispiel Outlook Express, werden die so erzeugten E-Mails erst dann versandt, wenn der Nutzer wieder online geht.
Die neue Google Mail-Funktion basiert auf der Entwicklerplattform Gears. Derzeit läuft sie noch in einer Testphase. Um den Offline-Service nutzen zu können, muss er im Menü "Einstellungen" im "Labs"-Reiter aktiviert werden. Danach erscheint in der Bildschirmecke rechts oben ein Link, mit dem Google Mail offline geschaltet werden kann. Allerdings gibt es diese Möglichkeit anscheinend nicht für alle Nutzer aus Deutschland. Dann empfiehlt es sich derzeit, in den Spracheinstellungen auf Englisch umzuschalten.
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