Von Felix Knoke
Seit heute stehen in Mailand vier Google-Manager vor Gericht. Ihnen wird Diffamierung und die Verletzung der Privatsphäre vorgeworfen. Den Angeklagten drohen laut dem "New York Times"-BlogHaftstrafen in ungenannter Höhe.
Bei den Vorwürfen die vier Google-Manager geht es um ein dreiminütiges Handyvideo, das bereits 2006 auf Googles Videoseite hochgeladen wurde. In dem Video verhöhnen vier Jugendliche aus Turin einen Jungen mit Down-Syndrom, schlagen ihn zuletzt mit einem Handtuchspender.
Nachdem eine italienische Bürgerrechtsgruppe sich über die Verbreitung des Videos beschwert hatte, löschte Google das Video prompt aus seinem Angebot. Vor Gericht geht es nun darum, ob Google hätte verhindern müssen, dass das Video überhaupt bei Google Video veröffentlicht werden konnte.
Sollte das italienische Gericht der Meinung der Anklage folgen, könnte das - zumindest in Italien - immensen Einfluss darauf haben, wie Internet-Dienstleister mit den Werken ihrer Nutzer umgehen müssen. Allein bei Google Video werden täglich bis zu 200.000 Filme hochgeladen.
Viel interessanter findet die International Association of Privacy Professionals aber, dass auf der Anklagebank in Mailand auch Googles Datenschutzbeauftragter Peter Fleischer sitzt. Für die Datenschützer-Vereinigung ist dies der erste Fall, in dem ein Datenschutzbeauftragter für die Taten seiner Firma zur Verantwortung gezogen wird.
In Italien sind die Internetprovider - im Gegensatz zum Beispiel zu den USA - verantwortlich für Online-Inhalte Dritter. Google ficht das an. Ein Firmensprecher: "Wir sind nicht einverstanden damit, dass man ein Werkzeug dafür verantwortlich machen will, wie es verwendet wird."
Computerviren-Anschlag auf Ex-Arbeitgeber gescheitert
Weil er das Computernetzwerk der Hypothekenbank Fannie Mae mit einem Virus infiziert haben soll, steht ein ehemaliger Angestellter der US-Bank nun vor Gericht. Nach seiner Kündigung, so wird dem 35-jährigen Mann vorgeworfen, habe er den Virus in das Netzwerk der Bank eingeschleust.
Vergangenen Samstag sollte der Virus losschlagen, die Daten auf den 4000 Bankcomputern verändern und löschen, einen Schaden in Millionenhöhe verursachen. Der Cyberangriff flog allerdings zuvor auf - aus reinem Zufall, schreibt Associated Press. Der Angeklagte erklärte vor Gericht, er sei unschuldig.
Korea plant Gigabit-DSL bis 2012
Wer auf dem platten Lande oder in ostdeutschen Städten lebt, der sollte das hier besser nicht lesen: Südkorea führt in den nächsten fünf Jahren flächendeckend 1-Gigabit-Internetverbindungen ein. Einen zweistündigen Spielfilm lädt man darüber laut Fareastgizmos.com binnen zwölf Sekunden herunter.
Das superschnelle DSL soll bis 2012 in den südkoreanischen Metropolen entstehen. Über W-Lan seien dort dann immerhin noch zehn Megabit pro Sekunde drin. Den großen Städten soll die Provinz etwas langsamer folgen: Mit zwischen 50 und 100 Megabit pro Sekunde gibt's dort flottes IPTV (Fernsehen über Internet) und rasend schnellen Facebook-Seitenaufbau - das ist bis zu 50 Mal schneller als das typische Schnecken-DSL in der deutschen Provinz.
Britische Raubkopien-Fabrik ausgehoben
Professionelle Raubkopierer, die im großen Stile Videospiele vervielfältigten, sind der Polizei in Großbritannien in die Falle gegangen. Das teilte laut Winfuture.de der ELSPA, ein Branchenverband für Unterhaltungs-Software, mit.
In den Räumen des Unternehmens aus Camden seien 50.000 Kopiersysteme für optische Medien, also DVD-Brenner, gefunden worden. Erst im Dezember 2008 stockten die Raubkopierer ihre Kapazitäten massiv auf, importierten innerhalb eines Monats 32.000 DVD-Brenner.
Mit diesen Geräten vervielfältigten sie Spiele für Nintendo Wii, Playstation 3 und Xbox 360. Die Firma bot ihre illegalen Kopien via Internet an, wo die Polizisten der Bande schließlich mittels Testkäufen auf die Schliche kam. Bei der Beschlagnahme fielen der Polizei säckeweise Spielkopien in die Hände, die nun von Experten der ELSPA ausgewertet werden.
Porno-Pause beim Super Bowl
Kabelbetreiber Comcast bot einigen Super-Bowl-Fernsehzuschauern im US-Bundesstaat Arizona eine ungewöhnliche Football-Unterbrechung. Kurz nach dem Touchdown von Wide Receiver Larry Fitzgerald schaltete das Programm für einige Sekunden zu einem Sexfilm um. Wie es der Zufall - oder ein Scherzbold - so wollte, zu einer Szene in der der Ex-Footballer und jetzige Pornostar Evan Stone ("Pirates!") zu sehen war.
Eigentlich lief der Porno gerade auf einem anderen Kanal. Nun fragt sich alles: wie kann es zu so einem Lapsus kommen? Ein Experte klärte den technischen Hintergrund bei Xfanz.com , einem Fachmagazin der Erotikbranche, auf.
Porno-Darsteller Stone, auf seinen zufälligen Auftritt im Rahmen des Mega-Sportevents aufmerksam gemacht, konnte darüber nur lachen. Für ihn war eine Gastrolle in der Comic-Show "South Park" bisher der Höhepunkt seiner nicht-erotischen Karriere.
Zu einer sehr ähnlichen Panne war es Anfang Januar beim von der Hamas betriebenen palästinensischen Sender Al-Aksa TV gekommen. Dort hatte ein gelangweilter Techniker in Fremdprogrammen herumgezappt und war bei einem polnischen Sex-Kanal hängen geblieben, dessen Bild er versehentlich ins laufende Programm übernahm.
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