Mittwoch, 10. Februar 2010

Netzwelt



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09.02.2009
 

Top-Girls auf YouTube

Festival der schönen Unbekannten

Von Frank Patalong

YouTube entwickelt sich zur globalen Casting-Plattform. Wer dort Erfolg hat, wird weltbekannt - doch was muss Frau tun, um mit Videoclips zum Star zu werden? Die Antwort: Nicht das, was man erwartet.

Wer in den kommenden Jahren einen Fernseher von Panasonic, Sony oder Samsung kauft, wird - die richtige Infrastruktur vorausgesetzt - neben Fernsehbildern auch ausgewählte Inhalte aus dem Internet serviert bekommen. Mittelfristig könnte sich die DSL-Dose zum Hauptvertriebsweg für TV und Internet zugleich entwickeln. Für immer mehr Zuschauer wird die Grenze verschwimmen. Und YouTube endgültig zum Kontrastprogramm gegen das herkömmliche Fernseheinerlei werden.

YouTube-Stars: Erfolg hat, wer das Unerwartete tut
YouTube

YouTube-Stars: Erfolg hat, wer das Unerwartete tut

YouTube forciert diese Entwicklung, lässt sich gern auf Partnerschaften ein und hat längst die Voraussetzung dafür geschaffen, dass es dann auch massenhaft Programm zu bieten hat. Es geht vor allem um das Material, das die sogenannten Partner über ihre Kanäle bei YouTube zufüttern. Und das - im Gegensatz zu Fernsehsendern - schon heute großteils in HD-Qualität.

Allein Universal, der erfolgreichste Partnerkanal überhaupt, bietet mehr als 9.000 Musikvideos an und bescherte YouTube damit bisher etwas mehr als 3,3 Milliarden Videoabrufe.

Man könnte daraus schließen, dass die Zeit, in der jedermann bei YouTube zeitweilig weltberühmt werden konnte, ihrem Ende entgegengeht. Dass nun die Zeit des Laientheaters vorbei sei und die großen Jungs anrücken.

Tatsächlich ist es so, dass Big Business und große Marken die Charts bei YouTube längst dominieren. Trotzdem täuscht der Eindruck. Nach wie vor geht es bei YouTube nicht darum, einfach das TV und seine Betreiber ins Web zu übertragen. Die Plattform hat eine ganz eigene Kultur ausgeprägt - und die schlägt alles.

Denn noch immer gibt es diese YouTube-Stars, die versehentlich, aus Eitelkeit, Unbefangenheit oder Kalkül Karriere machen auf diesem medialen Karussell. Ihre selbstgestrickten Videos können nicht nur mit den Profi-Produktionen der großen Marken mithalten. In Wahrheit sind viele von ihnen sogar populärer als die Ware der großen Firmen.

So hat ein Musikvideo bei Universal durchschnittlich 360.000 Zuschauer. Das Durchschnittsvideo bei HotforWords hat 414.000. Natalie Tran kann sich über 553.000 freuen, und die Nachwuchs-Sexualberaterin kicesie kommt sogar durchschnittlich auf 1,7 Millionen Zuschauer. Eines ihrer Videos im April 2008 wurde unglaubliche 58 Millionen Mal abgerufen.

HotforWords? Natalie Tran? kicesie?

Junge Frauen sind in den Top-Positionen der Charts bei YouTube keine Seltenheit. Viele von ihnen tragen bekannte Namen oder werden von PR-Leuten als Teenie-Stars über sämtliche relevanten Medienplattformen gejagt. Klar ist es so, dass Miley Cyrus den erfolgreichsten YouTube-Kanal einer Frau betreibt (317.000 Abonnenten, Platz 10 global). Doch das YouTube-Gewächs VenetianPrincess mit ihren Parodien ist ihr direkt auf den Fersen (291.000 Abos, Platz 11 global). Sie hat die Jagd auf Cyrus nun offiziell eröffnet - mit einem Video, in dem sie ausgerechnet Cyrus parodiert. Sie versucht, via YouTube eine Art weiblicher Weird Al Yankovic zu werden.

Viel interessanter, weil vielfältiger als die Ashley Tisdales oder Esmee Denters der Welt sind diese jungen Frauen. Sie hinterlassen mit höchst unterschiedlichen Angeboten Eindruck.

SPIEGEL ONLINE zeigt die derzeitigen Top-Girls auf YouTube. Was sie zu bieten haben - und was ihren Erfolg ausmacht:

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